Neurologische Erkrankungen — Nervensystem
- 1. Augenkrankheiten — Physiologie und Anatomie
- 2. Augenkrankheiten — Religion und Dichtung
- 3. Augenkrankheiten — Aḥmad Amîn, al-Maʿarrî, Dajjäl
- 4. Herzkrankheiten — Anatomie und Religion
- 5. Herzkrankheiten — Reanimation und Elegien
- 6. Lungenkrankheiten — Anatomie und Religion
- 7. Neurologische Erkrankungen — Nervensystem
- 8. Neurologische Erkrankungen — Parkinson, Huntington, Wilson
- 9. Baucherkrankungen und Hauterkrankungen
- 10. Parasitenkrankheiten und ʿUrwa ibn al-Zubayr
- 11. Gicht — Krankheit der Könige
- 12. Krebs und genetische Erkrankungen
Neurologische und psychische Erkrankungen (Baʾn al-Amäräḍ al-ʿAṣabiyya wal-Nafsiyya)
Anatomischer und funktioneller Überblick
Das menschliche Nervensystem gliedert sich in:
1. Zentralnervensystem (ZNS): Umfasst das Gehirn (in der Schädelhöhle) und das Rückenmark (im Wirbelkanal). Das Gehirn besteht aus Großhirn (Cerebrum), Kleinhirn (Cerebellum) und Hirnstamm (Truncus cerebri).
2. Peripheres Nervensystem (PNS): 43 Paare peripherer Nerven, die vom Hirn-Rückenmark-Achsensystem ausgehen: 12 Paare Hirnnerven und 31 Paare Rückenmarksnerven. Das PNS unterteilt sich nach der Richtung der Nervenimpulse:
— Afferente (sensorische) Fasern: übertragen Impulse von der Körperperipherie zu den höheren Hirnzentren.
— Efferente (motorische) Fasern: übertragen Impulse vom Zentrum zu Muskeln und Drüsen.
Physiologische Gliederung des ZNS:
— Somatisches (willkürliches) Nervensystem: steuert bewusste Körperbewegungen.
— Autonomes (unwillkürliches) Nervensystem: reguliert unbewusste Vitalfunktionen (Herzschlag, Verdauung, Atmung); unterteilt in Sympathikus und Parasympathikus.
Die drei Sinnesqualitäten und ihre Leitungsbahnen
1. Schmerzempfindung und Temperatur: Impulse verlaufen über das Seitenhorn des Rückenmarks (kontralateral gekreuzt) zum Thalamus und zur sensorischen Hirnrinde.
2. Tast- und Berührungsempfindung: Impulse verlaufen teils über die kontralaterale Seitenstrangbahn (Dejerine-Bahn), teils über die ipsilateralen Hinterstrangbahnen (Goll und Burdach); Kreuzung in der Medulla oblongata, dann über den Thalamus zur sensorischen Hirnrinde.
3. Tiefensensibilität (Gelenk- und Sehnen-Propriozeption): Hinterstrang des Rückenmarks → Goll/Burdach-Bahnen → Medulla oblongata → Thalamus → Hirnrinde.
Aus religiöser Perspektive: Das Nervensystem als Zeichen Allahs
Allah, der Erhabene, spricht: {Und Er lehrte Adam die Namen aller Dinge.} [Al-Baqara, 31] — Der Mensch wurde mit einem Gehirn ausgestattet, das Lernen, Sprache und Reflexion ermöglicht, im Gegensatz zu allem anderen Geschöpften. Das menschliche Gehirn hat etwa 86 Milliarden Neuronen, jedes mit Tausenden von Verbindungen — eine Komplexität, die kein Supercomputer imitieren kann.
„Der menschliche Verstand ist das große Geheimnis Allahs. Er sprach: {Und sie fragen dich nach dem Geist. Sprich: Der Geist gehört zur Sache meines Herrn, und euch wurde vom Wissen nur wenig gegeben.} [Al-Isräʾ, 85]. Das Nervensystem — das komplexeste bekannte System im Universum — ist ein Zeichen für den, der Augen hat zu sehen.“