الدكتور موفق قويدر · نظرات في الطبِّ والأدبِ والإسلام

Die Pest — Medizin und prophetische Hadithe

Die Pest (Der Schwarze Tod)

Die Pest (Der Schwarze Tod)

Aus medizinischer Perspektive

Die Pest ist eine akute bis chronische Infektionskrankheit, die Nagetiere befällt und auf den Menschen übertragen wird. Sie ist gekennzeichnet durch plötzlichen Beginn, hohes Fieber, Lymphknotenschwellungen und Blutvergiftung. Der Erreger ist Yersinia pestis — gram-negative Stäbchenbakterie, benannt nach dem französisch-schweizerischen Wissenschaftler Alexandre Yersin, der sie 1894 in Hongkong entdeckte. Überträger auf den Menschen sind Flöhe, Läuse und Milben der befallenen Nagetiere.

Drei klinische Formen: 1. Bubonenpest: Inkubation 1–7 Tage; schmerzhafte vergrößerte Lymphknoten (Bubonen) in Leiste, Achselhohle, Hals. 2. Septikämische Pest: Blutinfekt ohne Bubonen. 3. Lungenpest: schwerste Form, Mensch-zu-Mensch-Übertragung, rasch letal.

Der Quarantäne-Hadith — ein prophetisches Wunder

Der Gesandte Allahs ﷺ sprach: {Wenn ihr von der Pest in einem Land hört, geht nicht hinein. Wenn sie in einem Land ausbricht, in dem ihr euch befindet, verlasst es nicht.} [Al-Bukhärī, von Usäma ibn Zayd ، Allahs Wohlgefallen sei mit ihm]

ʿAbbäs Maḥmūd al-ʿAqqäd schreibt in ʿAbqariyyat Muḥammad (S. 69):

„Diese durchdringende Eingebung in der Lenkung des Gemeinwohls ist es, die dem ungelehrten Propheten ﷺ — Jahrhunderte vor der Entdeckung der Keime, vor der internationalen Quarantäne, vor der Neuzeit — eingegeben hat, in Seuchen-Fragen ein abschließendes Urteil zu fällen, über das die Wissenschaft hinaus nichts hinzufügen konnte. Denn nichts schützt die Welt besser als die Eingrenzung der Seuche an ihrem Ort, und keine Stadt hat das Recht, ihre eigene Sicherheit auf Kosten aller anderen zu suchen.“
(ʿAbbäs Maḥmūd al-ʿAqqäd, ʿAbqariyyat Muḥammad)

Übereinstimmung von prophetischem Hadith und Medizin

Dr. Maḥmūd Nāẓim Nasīmī (Ḥadärat al-Isläm, Juli/August 1971) nennt vier Punkte der Übereinstimmung zwischen Hadith und moderner Medizin:

1. Beschreibung: Die prophetische Bezeichnung der Pest als „Beule wie die Beule des Kamels“ entspricht exakt der klinischen Bubo. 2. Quarantäne: Das Gebot, Pestgebiete weder zu betreten noch zu verlassen, entspricht dem modernen Quarantänerecht; wer an der Pest stirbt und die Quarantäne einhält, gilt als Märtyrer. 3. Hinweis auf den unsichtbaren Erreger: Das prophetische Bild „Stichwunden eurer Feinde von den Dschinn“ (wakhz aʿdäʾikum min al-jinn) deutet metaphorisch auf den unsichtbaren Mikro-Erreger hin. 4. Theologie: Die Pest ist eine Prüfung und der Tod daran für den Glaubenden Martyrium.

Der Schwarze Tod in der Geschichte

Die erste große Pestpandemie Europas war 542 n. Chr. — Getreideschiffe aus Ägypten brachten sie nach Byzanz, wo sie ein Drittel der Stadtbevölkerung tötete. Die größte Pandemie war der Schwarze Tod (1348–1352): Mindestens 25 Millionen Tote — ein Viertel der europäischen Bevölkerung. Rund 200 000 Dörfer verwaisten; viele Städte verloren mehr als die Hälfte ihrer Einwohner. Der Name „Schwarzter Tod“ rührt von den schwarz verfärbten Pestbeulen auf der Haut der Erkrankten.