الدكتور موفق قويدر · نظرات في الطبِّ والأدبِ والإسلام

Der Alkohol — die Mutter aller Übel

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Der Alkohol — die Mutter aller Übel

Einleitung:

Der Alkohol trägt verschiedene Bezeichnungen, darunter Ethylalkohol oder Ethanol sowie Methylalkohol oder Methanol; man nennt sie auch spirituöse Getränke. Im Arabischen wird er als Ghūl (Teufelstrank) oder Khamr bezeichnet.

Aus historischer Perspektive:

Professor Aḥmad Zakī, Allāhs Erbarmen sei mit ihm (»ar-Risāla«, Ausgabe 2), schreibt in seinem Artikel »Zwischen Becher und Schale«:

»Der Wein ist so alt wie der Mensch selbst; erschaffen von dem, der die Sorge erschuf, und vollendet von dem, der den Sinnesgenuss vollendete. Es wollte ihn jener bestehen lassen durch die Zeitalter und Epochen hindurch, der nicht wollte, dass das Universum ausschließlich gut oder ausschließlich böse sei.

Der Wein hat keine Heimat, denn die Erde ist seine Heimat. Der Ägypter kannte ihn ebenso wie der Phönizier, der Grieche wie der Römer, und er ist dem Türken vertraut wie dem Deutschen, dem Franzosen wie dem Amerikaner. Der Wein hat keine Religion, denn er hat alle Religionen angenommen: Die Priester der Magier pressten ihn, die jüdischen Gelehrten segneten ihn, Priester und Mönche reiften ihn, und der Islam verbot ihn — doch die Kalifen erachteten ihn als erlaubt, als das Kalifat zu einem zermürbenden Königreich wurde. Kein geselliger Abend gefiel ihnen ohne ihn, kein Gesang dünkte ihnen schön außer mit ihm, und keine Liebespoesie schien ihnen köstlich außer in seinem schleichenden Rausch und seiner Berauschung.

Der Wein kennt keine Zivilisation, denn alle Zivilisationen kannten ihn. Sie lernten ihn kennen im Morgengrauen ihres Aufgangs und ihrer Entstehung, und häuften mit ihm Wissen an, als sie sich im Zenit ihres Ruhms und auf dem Gipfel ihrer Macht befanden; dann neigte er sich mit ihnen gen Untergang. Welch seltsame Geschichte ist die Geschichte des Weins!«

Der Begriff »Khamr« in der arabischen Sprache und im islamischen Schrifttum:

Das arabische Wort Khamr (خمر) stammt von khamara (خمر) ab, d.h. er verhüllt und bedeckt den Verstand, ihn unterdrückend und betäubend. Die berühmtesten Sprachgelehrten — darunter al-Jawharī, Abū Naṣr al-Qushayrī, Abū Ḥanīfa ad-Dīnawarī und al-Majd, der Verfasser des Qāmūs — sind einhellig der Meinung, dass der Begriff Khamr sprachlich auf jedes berauschende Getränk anwendbar ist.

Der Ghūl (Alkohol) ist eine organisch-chemische Verbindung; eine klare, farblose Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch und beißend-scharfem Geschmack, die sich mit Wasser in jedem Verhältnis mischt. Er ist brennbar und kommt in der Natur nicht frei vor.

— Er findet sich in alkoholischen Getränken nach dem Gärungsprozess.

— Er findet sich im Körper und Blut des Menschen, der ihn zu sich nimmt.

— Er findet sich im Urin von Diabetikern und entsteht durch die Vergärung von Zucker.

— Er findet sich in Form von Esterverbindungen in einigen nicht ausgereiften Pflanzensamen.

Der Alkohol wird im Heiligen Qurān erwähnt:

Der Erhabene spricht in Seinem Ehrenwerten Buch: »Herumgereicht wird unter ihnen ein Becher, dem kein Schaden und keine Berauschung anhaftet.« (Aṣ-Ṣāffāt, 37:47)

Und Er spricht: »O die ihr glaubt! Der Wein und das Glücksspiel und die Opferaltäre und die Lospfeile sind ein Greuel, (eine Erfindung) des Satans. So meidet das doch, damit es euch wohl ergehen möge. Der Satan will ja nur Feindschaft und Hass zwischen euch säen durch den Wein und das Glücksspiel und euch vom Gedenken Allahs und vom Gebet abhalten. Wollt ihr da nicht aufhören?« (Al-Māʾida, 5:90-91)

Die schrittweise Offenbarung des Verbots (at-Tadarruj):

Allāh der Erhabene verbot den Wein nicht mit einem einzigen Schlag, sondern schrittweise — in Rücksicht auf die Gläubigen und zur Erleichterung für sie — bis die eindeutige und abschließende Koranstelle der Sure al-Māʾida herabgesandt wurde.

Die erste Anspielung findet sich im Vers: »Und von den Früchten der Palmen und der Weinreben nehmt ihr euch Berauschendes und gute Versorgung. Darin ist wahrlich ein Zeichen für Leute, die vernünftig denken.« (An-Naḥl, 16:67)

Die zweite Stufe: »Sie fragen dich nach dem Wein und dem Glücksspiel. Sag: In beiden liegt große Sünde, wenngleich sie den Menschen (auch) Nutzen bringen; doch ihre Sünde ist größer als ihr Nutzen.« (Al-Baqara, 2:219)

Die dritte Stufe: »O die ihr glaubt! Naht euch dem Gebet nicht, wenn ihr betrunken seid, bis ihr wisst, was ihr sagt.« (An-Nisāʾ, 4:43)

Bis schließlich das vollständige und endgültige Verbot durch die Verse der Sure al-Māʾida (5:90-91) herabgesandt wurde. Als diese Verse offenbart wurden, sah man Männer, die ihren Becher zerschlugen und das, was sie an Wein hatten, auf die Straßen der Medina ausschütteten, bis die Gassen der Stadt von dem überschwemmten, was die Menschen bei sich hatten.

Die Überlieferungen (Aḥādīth) zum Verbot des Khamr:

1 — »Jedes berauschende Getränk ist Khamr, und jedes berauschende Getränk ist verboten.« (Überliefert von Muslim in seinem Sahih von Ibn ʿUmar, Allāh sei mit ihnen beiden zufrieden.)

2 — »Jedes Getränk, das berauscht, ist verboten.« (Überliefert von Buchārī und Muslim von Ibn ʿUmar, Allāh sei mit ihnen beiden zufrieden.)

3 — »Was in großer Menge berauscht, ist auch in kleiner Menge verboten.« (Überliefert von Abū Dāwūd, at-Tirmidhī und Ibn Māja von Jābir ibn ʿAbdallāh, Allāh sei mit ihm zufrieden; at-Tirmidhī nennt ihn authentisch.)

4 — »Allāh hat den Khamr und seinen Preis verflucht, und den, der ihn trinkt, und den, der ihn einschenkt, und den, der ihn kauft, und den, der ihn verkauft, und den, der ihn presst, und den, für den er gepresst wird, und den, der ihn trägt, und den, zu dem er getragen wird.« (Überliefert von Abū Dāwūd und Ibn Māja von Ibn ʿUmar, Allāh sei mit ihnen beiden zufrieden; als authentisch bestätigt von al-Albānī.)

5 — »Allāh hat den Khamr verflucht und den, der ihn trinkt, und den, der ihn anderen einschenkt, und den, der ihn verkauft, und den, der ihn kauft, und den, der ihn presst, und den, für den er gepresst wird, und den, der ihn trägt, und den, zu dem er getragen wird, und den, der seinen Preis verzehrt.« (Überliefert von Abū Dāwūd und at-Tirmidhī von Anas ibn Mālik, Allāh sei mit ihm zufrieden.)

6 — »Der Khamr-Trinker — wenn er stirbt als solcher — begegnet Allāh gleichsam als Götzendiener.« (Überliefert von Aḥmad und Abū Dāwūd von Abū Huraira, Allāh sei mit ihm zufrieden.)

7 — »Drei Arten von Menschen werden das Paradies nicht betreten: der Ungehorsam gegenüber den Eltern, der gewohnheitsmäßige Khamr-Trinker, und der, der mit Wohltaten aufrechnet.« (Überliefert von an-Nasāʾī von ʿAbdallāh ibn ʿUmar, Allāh sei mit ihnen beiden zufrieden; al-Albānī bestätigt ihn als authentisch.)

8 — »Dem Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, wurde in der Nacht der Himmelfahrt (Isrāʾ) in Ayliyā (Jerusalem) ein Becher Wein und ein Becher Milch gereicht. Er betrachtete beide und nahm die Milch. Da sprach Jibrīl, Friede sei auf ihm: Lob sei Allāh, Der dich zur natürlichen Veranlagung (Fiṭra) geführt hat! Hättest du den Wein genommen, so wäre deine Gemeinschaft irregeführt worden.« (Überliefert von Buchārī von Abū Huraira, Allāh sei mit ihm zufrieden.)

9 — »Jedes Rauschmittel ist verboten; und was in der Menge eines Faraq (ca. 16 Liter) berauscht, ist auch in der Menge einer Handvoll verboten.« (Überliefert von Abū Dāwūd, at-Tirmidhī und Aḥmad von der Mutter der Gläubigen ʿĀʾisha, Allāh sei mit ihr zufrieden; von al-Albānī als authentisch eingestuft.)

10 — »Es wird wahrlich aus meiner Gemeinschaft ein Volk kommen, das den Khamr für erlaubt erklären wird, indem es ihn anders benennt.« (Teil eines edlen Hadīth, überliefert von Buchārī von Abū Mālik al-Ashʿarī, Allāh sei mit ihm zufrieden.)

11 — »Wahrlich werden Menschen aus meiner Gemeinschaft Khamr trinken und ihn unter anderem Namen benennen; über ihren Häuptern werden Musikinstrumente gespielt und Sängerinnen singen. Allāh wird die Erde unter ihnen versenken und Affen und Schweine aus ihnen machen.« (Überliefert von Abū Dāwūd, Aḥmad und Ibn Māja von Abū Mālik al-Ashʿarī, Allāh sei mit ihm zufrieden; von al-Albānī als authentisch bestätigt.)

Die islamischen Rechtsurteile (Aḥkām) über den Khamr — Scheich Maḥmūd Shaltūt, Allāhs Erbarmen sei mit ihm:

»Die Überlieferungen zum Verbot des Khamr, zum Verbot seiner Herstellung und zum Verbot jeglichen Umgangs mit ihm in welcher Form auch immer, sind zahlreicher, als sie gezählt werden könnten. Die Gelehrten sagten: Das Verbot des Khamr durch den Propheten, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, ist durch Überlieferungen bewiesen, die in ihrer Gesamtheit den Rang des Tawātur (zwingender Gewissheit) erreichen; und die Gemeinschaft der Muslime hat sich von der Zeit des Gesandten, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, bis zu unserem heutigen Tag darauf einig, sodass das Verbot ein feststehender Rechtssatz für den Khamr im Islam geworden ist. Seine Unrechtmäßigkeit gehört zu dem, was aus der Religion mit Notwendigkeit bekannt ist, und zu den Pflichten daraus zählt, dass derjenige, der ihn für erlaubt erklärt und seine Verbotheit leugnet, aus dem Islam herausgetreten ist, und dass derjenige, der ihn freiwillig und aus eigener Wahl zu sich nimmt, ein Frevler gegenüber dem Gebot Allāhs ist, der Seine Grenzen überschreitet und Seinen Bestimmungen zuwiderhandelt.

Wer die Verbotheit des Khamr leugnet, ist aus dem Islam herausgetreten:

Dies ist das erste Urteil zu den Urteilen über den Khamr im Islam. Allāh hat es in Seinem Buch klargemacht, und der Gesandte, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, hat es in seiner Sunna erläutert, und die Vorfahren und Nachfolger der Gemeinschaft haben sich bis zum heutigen Tag und bis zum Tag des Gerichts — so Allāh will — darüber einig.

Denn wer den Khamr nach diesem Verbot, dessen Quellen sich vervielfacht haben und dessen Wege sich abgewechselt haben, und dessen Methoden sich gefestigt haben, und dessen Angelegenheit sich so verbreitet hat, dass sie keinem Muslim in den Ländern des Islam verborgen bleiben kann, für erlaubt erklärt — der ist vom Islam abgefallen, weil er etwas leugnet, das aus der Religion mit Notwendigkeit bekannt ist.

Das zweite Urteil: Das Verbot des Verkaufs von Khamr:

Zur Tradition des Islams in seinen Rechtsurteilen gehört, dass er dann, wenn er etwas verboten erklärt, auch das, was ein Mittel dazu ist, verbietet. Deshalb ist es dem Muslim verboten, Khamr zu verkaufen und den Gewinn daraus zu nutzen. Das ist in der zweiten Quelle der islamischen Gesetzgebung — der authentischen Sunna — ausdrücklich und klar festgestellt, die in ihrer Gesamtheit den Rang des Tawātur erreicht, und die dritte Quelle — der Ijmāʿ (Konsens) — hat sich darin einig.

So ist der Verkauf des Khamr nach einhelliger Meinung aller Rechtsgelehrten ungültig, er begründet kein Eigentumsrecht des Käufers daran und kein Eigentumsrecht des Verkäufers am Kaufpreis. Das Verzehren des Kaufpreises ist das Verzehren von Vermögen auf unrechtmäßige Weise. Dazu überliefert Muslim in seinem Sahih: »O Menschheit! Allāh hasst den Khamr, und es mag sein, dass Allāh bezüglich seiner einen Befehl herabsendet — wer also etwas davon bei sich hat, der verkaufe es und nutze es.« Und sie verweilten nur kurze Zeit, bis der Prophet, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, sprach: »Allāh hat den Khamr verboten; wer also von diesem Vers ereilt wird — nämlich dem Vers der Sure al-Māʾida — und etwas davon bei sich hat, der trinke nicht davon und verkaufe es nicht.« Da wandten sich die Menschen mit dem, was sie davon hatten, zu den Straßen der Medina und verschütteten es.

Das Verbot seiner Schenkung und der Nutzung seines Wesens:

So wie Allāh dem Muslim seinen Verkauf verboten hat, so hat Er ihm auch verboten, ihn einem Nicht-Muslim zu schenken. Dem Gesandten, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, wurde gesagt, nachdem er das Verbot seines Verkaufs klargemacht hatte: »Soll ich ihn den Juden schenken?« Er sprach: »Wahrlich, Der ihn verboten hat, hat auch verboten, ihn den Juden zu schenken.«

Das Verwirken seines Werts:

Da der Khamr wertlos für den Muslim ist, kann seine Vernichtung keinen Schadenersatz begründen. Dabei ist es das Recht des Herrschers allein, ihn zu vernichten — nicht das der Einzelpersonen — um Unruhen zu vermeiden und Streitigkeiten beizulegen. ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb, Allāh sei mit ihm zufrieden, pflegte die Häuser der Weinhändler zu verbrennen, um die Quelle der Verderbnis abzuschneiden.

Die Strafe für den Khamr-Trinker:

Genauso wie der Islam das Recht der Vernichtung des Khamr des Muslims festgelegt und es auf den Herrscher beschränkt hat, so hat er auch die Strafe für den Trinker festgelegt und sie auf den Herrscher beschränkt. Die Gemeinschaft der Muslime — Vorfahren wie Nachfolger — ist einmütig über die Rechtmäßigkeit der Bestrafung des Khamr-Trinkers und darüber, dass sie eine Pflicht ist, die dem muslimischen Herrscher obliegt.

Aḥmad, Muslim, Abū Dāwūd und at-Tirmidhī überliefern von Anas, Allāh sei mit ihm zufrieden: »Dem Propheten, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, wurde ein Mann gebracht, der Khamr getrunken hatte, und er ließ ihn mit zwei Palmzweigen etwa vierzig Mal schlagen. Abū Bakr handelte ebenso. Als ʿUmar kam, konsultierte er die Menschen; da sagte man ihm: Das Mindeste der Strafen sind achtzig. Da befahl er es, und er ließ achtzig Mal peitschen.«

In »Das Genie des ʿUmar« von ʿAbbās Maḥmūd al-ʿAqqād (S. 71) heißt es: »Abū ʿUbayda ibn al-Jarrāḥ schrieb an ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb, Allāh sei mit ihnen beiden zufrieden, aus Damaskus, dass ʿAmr ibn Maʿd Yakrib, Abū Jandal und Ḍirār sowie eine Gruppe der Vornehmen des Volkes Khamr getrunken hatten. Man befragte sie, und sie antworteten: Wir wurden vor die Wahl gestellt und wählten.‹ Er fragte: Wollt ihr denn nicht aufhören?‹ Und Abū ʿUbayda zögerte, diese Vornehmen zu bestrafen. So übermittelte er ihre Angelegenheit dem Kalifen um Rat. Nicht lange dauerte es, bis der Kurier Medina erreicht hatte und zu ihm zurückkehrte mit dem Befehl, sie vor allen Leuten zu rufen und ihnen eine Frage zu stellen, nicht mehr und nicht weniger: Ist Khamr erlaubt oder verboten? Wenn sie sagten verboten, so solle er sie auspeitschen; und wenn sie sagten erlaubt, so solle er ihre Hälse abschlagen. Da sagten sie: Verboten! — und sie wurden ausgepeitscht und bereuten.«

Damit und anderem hat die Gemeinschaft das Strafprinzip für den Khamr-Genuss einmütig festgelegt; und wir kennen keinen Widerspruch in der Festlegung des Prinzips, sondern nur in seinem Maß und seiner Art und seinen Mitteln. Dadurch ist sie eine Art von Pflicht-Taʿzīr (Ermessenstrafe), und ʿUmar übertrug ihn auf Erhöhung und Verdoppelung angesichts der sich verändernden Zustände der Menschen, und um zu bewirken, dass die Strafe ihre Früchte trägt, nämlich Abschreckung und Vergeltung und Reinigung der Gesellschaft von der Quelle der Verderbnis.«

Damit: (Sag: In beiden liegt große Sünde):

»Dies sind die Urteile des Islams über den Khamr: Das Verbot seines Genusses, das Verbot der Nutzung seines Wesens, das Verbot seiner Schenkung, das Verbot seines Verkaufs und der Nutzung seines Preises, das Verwirken seines Werts, die Pflicht zur Strafe dafür — wir haben sie so klargemacht, wie Allāh es geboten hat, und haben ihre Quellen klargemacht. Diese sind die Quellen der islamischen Gesetzgebung, auf die der Qurān hingewiesen, die Sunna erläutert hat und über die der Ijmāʿ besteht: ›Die warnen sollen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, dass sie eine Prüfung trifft oder dass sie eine schmerzhafte Strafe trifft.‹ (An-Nūr, 24:63)«

Ende des Wortes von Scheich Shaltūt, Allāhs Erbarmen sei mit ihm.

Das Prohibitions-Experiment in Amerika und der Sieg des Glaubens im Islam — Dr. Yūsuf al-Qaraḍāwī, Allāhs Erbarmen sei mit ihm:

Der gelehrte Doktor Yūsuf al-Qaraḍāwī, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, schreibt in seinem Buch »Der Glaube und das Leben« (»al-Īmān wa-l-Ḥayāh«) unter dem Titel »Das Verbot des Khamr zwischen den Vereinigten Staaten und der arabischen Gemeinschaft« (S. 224):

»Um uns zu verdeutlichen, welche Wirkung der Glaube auf die Veränderung eingefleischter Gewohnheiten hat und auf die Erziehung der Seelen zur guten Tat, auch wenn sie schwer fällt, und zur Meidung des Bösen, auch wenn es vertraut und gewohnt ist — stellen wir einen Vergleich an zwischen zwei Haltungen in ein und derselben Frage: einer Haltung aus der neueren Geschichte und einer aus der alten Geschichte. Sie zeigen uns, wie der Antrieb des Glaubens das vollbringt, was dem Antrieb der Staatsgewalt nicht gelingt.«

Die erste Haltung in den Vereinigten Staaten von Amerika: In Amerika hatte sich die Gewohnheit des Betrinkens und des Weintrinkens so ausgebreitet, dass die Regierung vom Schaden überzeugt war, den das für den Einzelnen, die Familie und die Gesellschaft bedeutete. So erließ sie ein Gesetz, das Alkohol verbietet. Doch zeigte sich ihr nach kurzer Zeit, dass sie völlig außerstande war, ihr Gesetz durchzusetzen, und dass Einzelpersonen und Gruppen damit begannen, im Lande Schaden anzurichten durch das Konsumieren, Schmuggeln und Handeln mit Alkohol und das Ersinnen von Mitteln zu seiner heimlichen Herstellung.

Im Januar 1919 wurde der Alkohol in allen Bundesstaaten verboten mit Zustimmung von 46 der 48 Bundesstaaten. Sein Verkauf, seine Herstellung, der Handel damit und seine Einfuhr aus dem Ausland wurden verboten. Der Staat rüstete eine gewaltige Armee und eine starke Flotte zur Durchsetzung dieses Gesetzes aus.

Das Gesetz schlug fehl, und Franklin Roosevelt verkündete die Aufhebung des Verbots. Die gesamten staatlichen Kräfte scheiterten daran, Alkohol zu verbieten und gegen seine Trinker vorzugehen — trotz der verbreiteten intellektuellen Überzeugung in der Nation vom Schaden des Alkohols. Doch intellektuelle Überzeugung ist eine Sache, und das Wirken des Willens ist eine andere.

Die Flotten scheiterten — der Glaube siegte:

Als Muḥammad, der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, berufen wurde, besaß der Khamr in der arabischen Gesellschaft ein weites Verbreitungsgebiet und Einfluss. Er floss durch die Seelen seiner Kinder wie Blut; sie rühmten sich seiner, schwärmten von ihm, von seinen Versammlungen, seinen Tischgenossen und seinen Pokalen, und ein Dichter von ihnen malte aus, wie groß seine Neigung zu ihm war, und sprach: ›Wenn ich sterbe, so begrabt mich an der Seite einer Rebe, die nach meinem Tod meine Gebeine mit ihren Wurzeln tränkt.‹

Und so verbot der Islām den Khamr und schuf ein Zeitalter, von dem die Geschichte spricht: Ein Mann zerschlägt seinen Becher und schüttet aus, was er an Khamr hat, auf die Straßen der Medina. Die Gläubigen reagierten auf den Befehl ihres Herrn und brauchten dazu kein Gesetz und keine Abermillionen wie manche großen Staaten in unserer modernen Gesellschaft aufwendeten, ohne den Alkohol zu verbieten.

Das Bier — ein ungesundes, berauschendes und verbotenes Getränk:

In einem Artikel von Doktor Maḥmūd Nāẓim an-Nasīmī, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, in der Zeitschrift »Ḥaḍārat al-Islām« (Juli-August 1970) heißt es:

»Das Bier ist ein Rauschmittel; und obwohl es zu den leichten Rauschmitteln zählt, schadet es der menschlichen Gesundheit und ist den Muslimen nach der Schariʿa Allāhs des Erhabenen verboten.«

Herstellung und Zusammensetzung des Bieres:

Die Gerste wird zunächst an einem feuchten, luftigen Ort bei einer Temperatur von 18 bis 34 Grad zum Keimen gebracht; dabei entsteht ein besonderes Ferment, das ihre Stärke abbaut, d.h. sie in Dextrin und Gerstenmalzzucker umwandelt. Nach etwa acht Tagen wird dieser Keimungsprozess durch Wärme unterbrochen. Die Gerste wird dann geschrotet und in Wasser von 60 Grad Temperatur eingeweicht, damit sich ihre Fermente auflösen und auf das Dextrin und den Gerstenmalzzucker einwirken und sie in Traubenzucker umwandeln, der alkoholisch vergären kann. Dann wird diese Würze gekocht und ihr etwas Hopfen zugesetzt, um das Bier zu aromatisieren.

Der Alkoholgehalt des Bieres hängt von der Dauer der Vergärung ab: Bei kurzer Vergärung enthält leichtes Bier nicht mehr als 2-3%, starkes Bier enthält 6-7%.

Bier ist berauschend, und es gibt kein Bier ohne Alkohol:

Das leichte Bier enthält 2-3% Alkohol, das starke 6-7%, während Wein, der im modernen Sprachgebrauch als Wein bezeichnet wird, einen Alkoholgehalt zwischen 8-10% und nicht mehr als 17% enthält. Ein Glas Wein entspricht also ungefähr eineinviertel bis eineinhalb Gläser starkem Bier. So kann ein Mensch betrunken werden, wenn er eine große Menge Bier trinkt, auch wenn es leicht ist.

Die Schäden des Bieres für die menschliche Gesundheit:

1 — Die Wirkung des Alkohols in kleinen Mengen:

Der gelehrte Professor Aḥmad Ḥamdī al-Khayyāṭ schreibt in seinem Buch »Die Kunst der Gesundheit und der Vorbeugungsmedizin«: »Es ist ebenso wenig möglich, die große Menge des Alkohols zu bestimmen, die absolut gefährlich ist, wie es möglich ist, die geringste Menge zu bestimmen, die bei ihrer Verwendung keinen Schaden verursacht, da sie je nach persönlicher Toleranz, Rasse, Klimazone, Lebensweise, dem Zeitpunkt der Einnahme und dem Zustand der Person — ob nüchtern oder gesättigt — variiert. Es ist bekannt, dass der Alkohol in jedem Zustand — sei es im Wein oder im Bier — auf die Fermente des Verdauungsapparats einwirkt und die Absonderung stimuliert und die Verdauung anregt, wenn er auf nüchternen Magen in kleinen Mengen eingenommen wird. Deshalb wähnen manche, Alkohol habe eine appetitstimmulierende oder magenförderliche Eigenschaft — dabei ist er in Wirklichkeit nur ein starkes Reizmittel. Was seine Wirkung auf das Nervensystem betrifft, so ist der Alkohol ein betäubendes Mittel, wenn er sich im Nervensystem festsetzt, und er wirkt ebenfalls als ätzendes Reizmittel, sodass er zunächst beim Eindringen in den Körper als Stimulans erscheint, bis er die Nervenzentren erreicht; dann scheidet er sich langsam aus, und der wiederholte Gebrauch führt zur Gewöhnung, worauf er dann nur noch wirkt, wenn seine Menge gesteigert wird, was zur Sucht führt und zu den damit verbundenen Gefahren für die Leber, die Körperorgane und den geistigen und seelischen Zustand.«

2 — Was in der Medizin und bei Gesundheitsexperten über die speziellen Schäden des Bieres festgestellt ist:

Der gelehrte Professor Aḥmad Ḥamdī al-Khayyāṭ schreibt: »Das Bier löscht den Durst nicht, es beschwert die Seele, und bei denen, die es häufig trinken, kann es zu Blasenentzündung, Magendilatation, Gicht, Fettleibigkeit und Nierenentzündung führen. Ferner wird dem Bier eine Reihe verschiedener Pflanzen zugesetzt, wie Brechnuss, Aloe, Koloquinte und Meerzwiebel sowie bestimmte chemische Bitterstoffe wie Pikräminsäure und Strychnin und Salicylsäure; und es ist offensichtlich, dass all das den Schaden des Bieres vergrößert.«

3 — Die dem Bier zugeschriebenen Nutzen finden sich in vielen erlaubten Dingen:

Der angebliche Nutzen des Biers als harntreibendes Mittel, hinter dem sich manche Biertrinker verstecken, findet sich in vollständigerer Form in vielen erlaubten Mitteln, ohne dass sie eine Gewöhnung verursachen und ohne dass sie zu körperlichen Schäden führen, wie etwa Süßholzwurzelaufguss, Kirschstielaufguss, Queckenwurzelaufguss und andere natürliche Harntreiber.

4 — Das Bier ist nach der Schariʿa in großen wie in kleinen Mengen verboten.

Die sozialen und gesundheitlichen Schäden des Khamr und der Rauschmittel:

Der Sozialdoktor Asʿad al-Ḥakīm in einem Vortrag vor der Arabischen Sprachakademie in Damaskus (1930):

»Der Mensch lernte den Wein durch den Zufall kennen und liebte ihn seit den frühesten Zeiten; denn er aß die süßen Früchte, darunter die Weintraube, und erfreute sich an ihrer Süße. Da diese Früchte vergänglich sind, bewahrte der Mensch sie, angetrieben vom Impuls der Lust. Sie vergoren, und er aß sie vergoren, spürte ihre Wirkung, berauschte sich daran und aß mehr davon, bis er trank. Und jedes Mal, wenn er davon bekam, was er wollte, strebte er eifrig nach Neuem. Und jedes Mal, wenn er davon einen Schluck trank, brannte er nach neuem Begehren. Und je mehr er in der Zivilisation fortschritt, desto mehr erfand er bei seiner Herstellung. Bis er von seinem Körper zu seinem Geist gelangte, d.h. vom Wein zum Alkohol, und ihm seinen Geist und seinen Körper und sein Vermögen und seine Kinder überließ.«

Die sozialen Schäden:

1 — Feindschaft und Hass:

Der Genuss von Khamr und Rauschmitteln führt zum Ausbruch von Streit und Feindschaft zwischen den Betrunkenen untereinander und zwischen ihnen und denen, mit denen sie umgehen. Diese Ursache des Verbots ist eine der größten in der Sicht der Religion; deshalb lautet der ausdrückliche Korantext in Sure al-Māʾida: »Der Satan will ja nur Feindschaft und Hass zwischen euch säen durch den Wein und das Glücksspiel.« (Al-Māʾida, 5:91)

Scheich Muḥammad al-Khaḍr Ḥusayn, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, schreibt: »Der Betrunkene sagt, was den Zorn seines Trinkgefährten oder des Begegnenden auf dem Weg erregt. Und du weißt, was hinter einem Ausbruch des Zorns an Üblem liegt. Und der Betrunkene kann sich in eine tierhaft zum Bösen bereite Wildheit verwandeln, sodass er es nicht scheut, seine Hand gegen Leib und Leben zu erheben.«

— Davon: das Ausplaudern von Geheimnissen,

indem die Zunge das ausspricht, was verschwiegen werden sollte — ein Schaden, aus dem viele Schäden erwachsen, besonders wenn das Geheimnis die Regierung betrifft: Denn vielleicht bewirkt ein Wort, das ein Betrunkener ausspricht, den Zusammenbruch eines Heeres und die Erniedrigung einer ganzen Nation.

— Davon: Gemeinheit, Erniedrigung und der Verlust des Verstands

in den Augen der Menschen; denn der Betrunkene ist in seiner Haltung, seiner Rede und seinen Bewegungen so, dass ihn jeder, der ihn sieht, verspottet und gering achtet, sogar die Kinder — denn er hat weniger Verstand als sie.

— Davon: Trägheit und Erschlaffung,

die auf die gesteigerte Erregung folgen, die man als Vorzug des Weins rühmt. Man sieht den Alkohol- oder Haschisch-Süchtigen mit betrübter Stimmung, falbem Gesicht, griesgrämiger Miene, engem Gemüt und reizbar wie jemand, den das Böse nie verlässt, sondern mit ihm spielt wie Kinder mit einem Ball.

— Davon: die Verderbtheit des Charakters;

denn der tugendhafte Charakter ist das Ergebnis des Gleichgewichts der seelischen Kräfte. Der Rausch ist ein Angriff auf diese Herrschaft und auf ihr Gesetz. Der Rausch lässt Würde und Ernsthaftigkeit verschwinden und macht den Besonnenen töricht, den Weisen unwissend, den Schamhaften schamlos, den Integren verderbt, den Treuen zum Verräter und den Tapferen zum Waghalsigen oder Feigling.

2 — Die finanziellen und wirtschaftlichen Schäden:

Denn der Khamr verzehrt das Vermögen und vernichtet den Reichtum, wie ʿAntar sagte: »Wenn ich trinke, dann bin ich ein Verschwender meines Vermögens.« Übertreibung und Verschwendung haben manchen Reichen verarmen und viele Häuser zugrunde richten lassen.

Studien zeigen, dass der Schaden der amerikanischen Industrie durch Sucht auf mehrere Milliarden Dollar jährlich geschätzt wird — als Folge von Absentismus, Leistungsrückgang, Arbeitsunfällen und dauerhafter Gefährdung.

Vielleicht ist eine der schlimmsten Gefahren des Alkohols die Verkehrsunfälle, die Tausende unschuldiger Opfer hinraffen.

3 — Die religiösen Schäden:

Zu den Schäden des Khamr in der Religion — hinsichtlich ihres Geistes und der Zuwendung des Dieners zu Allāh dem Erhabenen — gehört, dass vom Betrunkenen kein Gottesdienst vollzogen werden kann, insbesondere das Gebet, das die Säule der Religion ist. Deshalb sagte der Erhabene in dem Vers der Sure al-Māʾida: »Er hält euch vom Gedenken Allāhs und vom Gebet ab.« (Al-Māʾida, 5:91)

4 — Die gesundheitlichen Schäden:

Von einer chronischen Alkohol-Abhängigkeit spricht man, wenn die tägliche Alkohol-Zufuhr 20 Gramm bei Frauen und 60 Gramm bei Männern überschreitet.

Die Alkohol-Abhängigkeit führt zu einer Vielzahl von Störungen in verschiedenen Körpersystemen: dem zentralen Nervensystem, dem peripheren Nervensystem, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, den endokrinen Drüsen, dem Blut, dem Bewegungsapparat, den Muskeln und der Haut, dem Knochenmark, dem Immunsystem. Die Sterblichkeitsrate bei Alkoholabhängigen ist etwa fünfmal höher als bei denjenigen, die keinen Alkohol trinken.

Dazu kommen Verkehrsunfälle, Suizidneigung sowie der Rückgriff auf aggressive und sexuelle Gewalt.

Die Alkohol-Abhängigkeit:

1 — Definition:

Als Alkohol-Abhängiger gilt derjenige, der nicht auf seinen Konsum verzichten kann und dem es unmöglich ist, ohne Trinken für den nächsten Tag zu arbeiten. Der mäßige Trinker hingegen kann die Menge, die er konsumiert, selbst bestimmen und ist nicht auf den Alkohol angewiesen, um einer schmerzhaften Realität oder einer beunruhigenden Angst zu entfliehen.

2 — Die Persönlichkeit des Alkohol-Abhängigen:

Der Alkohol-Süchtige ist krank; er trinkt, um vor Müdigkeit und seelischer Angst zu fliehen oder um einem ihm unbekannten inneren Widerstreit zu entfliehen. Allgemein gesagt ist der Süchtige rastlos, in sich gekehrt, geistig unreif, leicht erregbar, moralisch geschwächt und unfähig, seine Arbeit zu verrichten. Er ist in seiner Entwicklung von Charakter und Gewohnheiten dauerhaft zurückgeblieben, und sein Denken kann verlangsamt werden.

3 — Seine schädliche Wirkung auf die Nachkommenschaft:

Die chronische Alkohol-Vergiftung ist eine der am weitesten verbreiteten und tödlichsten Vergiftungen; ihre Folgen betreffen nicht nur die Person selbst, sondern auch ihre Nachkommen, da der Alkohol auf die Leibesfrucht einwirkt — entweder durch seine Wirkung auf die weiblichen Gameten oder während der Schwangerschaft, wenn die Schwangere alkoholgewöhnt ist. Die Wirkung der Alkoholvergiftung beim Vater ist schädlicher als beim Mutter; es wurde beobachtet, dass bei alkoholkranken Vätern die Kindersterblichkeit höher ist.

Die Magen-Darm-Schäden:

1 — Die Speiseröhre:

Bei Patienten mit alkoholtypischer peripherer Nervenschädigung lassen sich Störungen der Speiseröhrenbeweglichkeit beobachten. Die chronische Alkohol-Abhängigkeit begünstigt zehnfach häufiger das Auftreten von Speiseröhrenkrebs, und das Krebsrisiko steigt, wenn Alkohol mit Tabakrauchen kombiniert wird.

Zudem begünstigt die Alkohol-Abhängigkeit das Auftreten einer Leberzirrhose, die ihrerseits zu einem Pfortaderhochdruck führt, der mit der Entstehung von Ösophagusvarizen und ihren gefährlichen und manchmal tödlichen Blutungen einhergeht.

2 — Magen und Zwölffingerdarm:

Zu den Komplikationen des übermäßigen Alkoholkonsums gehört die hämorrhagisch-erosive Gastritis. Die chronische Alkohol-Abhängigkeit begünstigt zudem im fortgeschrittenen Stadium eine atrophische Gastritis mit Sekretionsmangel, was für Magenkrebs prädisponieren kann.

3 — Die Bauchspeicheldrüse:

Übermäßiger Alkoholkonsum kann eine akute Pankreatitis auslösen, die nekrotisch und tödlich verlaufen kann. Die chronische Alkohol-Aufnahme verursacht chronische Pankreatitis und Pankreasinsuffizienz. In Deutschland macht die Alkohol-Einnahme mehr als 60% der Ursachen für chronische Pankreatitis aus.

4 — Die Leber:

Der Anstieg des Alkoholkonsums in einigen Ländern, darunter Deutschland, wo der Alkoholverbrauch zwischen 1955 und 1978 um 128% gestiegen sein soll, hat zu einer Zunahme der alkoholbedingten Leberschäden und einer erhöhten Sterblichkeit durch Leberkrankheiten, insbesondere Leberzirrhose, geführt.

Die erste und häufigste Komplikation alkoholbedingter Leberschäden ist die Fettleber, die sich bei Abstinenz vollständig zurückbilden kann. Wenn die Abhängigkeit anhält, ist die schwerwiegende und lebensbedrohliche Komplikation, die sich nicht zurückbildet, die alkoholische Leberzirrhose.

In Deutschland ist die Alkohol-Abhängigkeit die häufigste Ursache chronischer Lebererkrankungen, und mehr als 50% der Leberzirrhosen sind alkoholbedingt.

Die Prognose bei fortgeschrittener Leberzirrhose ist sehr schlecht, insbesondere durch das Auftreten von Komplikationen wie Ikterus, Aszites, Ösophagusvarizen-Blutungen und Leberversagen.

Doktor Nabīl aṭ-Ṭawīl in seiner Broschüre »Alkohol und seine Schäden für Körper und Geist«:

»Im Verdauungssystem reizt der Alkohol die Zellen, die die Wand des Verdauungsrohrs überziehen; als Folge dieser Reizung steigen die Säureabsonderungen im Magen, was den für die Verdauung der Eiweiße notwendigen Pepsinspiegel senkt. Als Folge davon wird die Magendigestion gestört — wenn der Alkoholgehalt des getrunkenen Getränks etwa 20% beträgt; bei einem Alkoholgehalt von 40% und mehr tritt eine starke Hyperämie der Magenschleimhaut auf, der dann eine akute Entzündung folgt, die bei anhaltendem Trinken zur chronischen Entzündung wird. Es ist in wissenschaftlichen Statistiken bewiesen, dass ein Drittel der Abhängigen an chronischer Magenentzündung leidet.«

Die seelisch-nervlichen Schäden:

Doktor Asʿad al-Ḥakīm (Damaskus, 1930):

»Der Mensch, der Alkohol zu sich nimmt, durchläuft mehrere akute Stadien, die sich in fünf Phasen einteilen lassen: die Phase der Euphorie, die Phase des Angetrunkenseins, die Phase der Trunkenheit, die Phase des Komas und die Phase der Lähmung.

Die Euphorie: Das ist der seelische Zustand, den der Mensch erlebt, wenn er wenig Alkohol zu sich nimmt. Sie gleicht in ihren Symptomen der als Manie bekannten Wahnsinnsart; sie ist durch körperliche Aktivität und Gedankenfreiheit gekennzeichnet. Das Gesicht rötet sich, die Augen leuchten auf, die Herzschläge nehmen zu, die Atemzüge werden mehr, die Nerven werden betäubt und die Schmerzen beruhigen sich. Der Mensch fühlt eine angenehme Wärme in allen seinen Gliedern und Leichtigkeit in seinem Körper; er bildet sich ein, seine Kräfte seien gewachsen und er sei leistungsfähiger als zuvor. Seine Zunge löst sich, sein Reden nimmt zu, seine Gedanken und Einfälle strömen — mit Schwäche in ihren Verbindungen und Unzusammenhängigkeit in ihrer Folge. Das Gedächtnis belebt sich und die Vorstellungskraft schweift aus. Er erinnert sich an Vergessenes und erfindet imaginäre Bilder, zu denen er im nüchternen Zustand unfähig wäre. Der Alkohol gilt als der Maßstab der Persönlichkeiten und der Prüfstein der Charaktere; denn in ihm offenbart sich die wahre Natur des Menschen.

Die zweite Phase: Das Angetrunkensein:

Diese Phase ist durch das Verblassen der vorherigen intellektuellen Aktivität und das Freiwerden von Emotionen, Sinnen und Gefühlen gekennzeichnet. Die Lust- und Triebhaftigkeit macht sich frei von Konventionen und öffentlichem Anstand; der Mensch sinkt von den geistigen zu den sinnlichen Genüssen ab.

Die dritte Phase: Das Koma:

Dies ist die Phase des Schlafs und der Betäubung, die deutlich zeigt, dass alkoholische Rauschmittel Betäubungsmittel sind, keine Stimulanzien. Der Betrunkene verliert seine Bewegungskraft und ist unfähig zu gehen; er fällt, wo ihn die Trunkenheit hinwirft.

Die vierte Phase: Die Lähmung:

Hier sehen wir jenen aufrechten Menschen, der kurze Stunden zuvor Gegenstand wohlgefälliger Blicke war, als leblosen Körper daliegen ohne Regung; sein einziges Lebenszeichen sind rauhe Atemzüge und schwache, unregelmäßige Herzschläge; von ihm strömt übler Geruch durch Lähmung der Blase und des Mastdarms — ein Anblick, von dem sich die Augen abwenden und dessen Beschreibung die Ohren abstößt.

Die chronische Alkohol-Erkrankung (Alkoholismus):

Der chronische Alkoholismus beginnt, wenn das Gehirn unfähig wird, die Wirkung des Alkohols zu ertragen. Er manifestiert sich in einer Veränderung des Charakters und der Sitten des Betreffenden. Der Süchtige ist eine moralische Persönlichkeit, die unfähig ist zum tugendhaften Charakter und zur Integrität, und die im ständigen Rückschritt in Charakter und Gewohnheiten begriffen ist.«

Wer den Khamr in der vorislamischen Zeit (Jāhiliyya) sich selbst verboten hat:

Wenn die natürliche Veranlagung gesund bleibt und die Erziehung edel ist, so kann ein Mensch Stufen der Tugend erreichen — auch ohne Bildung und Erziehung —, die derjenige nicht erreicht, der bei verdorbener Veranlagung und schlechter Erziehung beides besitzt. So finden wir unter den Söhnen der Jāhiliyya wahlweise Tugenden, die bei Völkern selten sind, die glauben, ihr Wissen sei vollständig und ihre Erziehung vorbildlich — während sie in Wirklichkeit Sklaven der Lust und Gefangene des Vergnügens sind.

Zu denen, die den Khamr in der Jāhiliyya sich selbst verboten haben: Abū Bakr aṣ-Ṣiddīq, ʿUthmān ibn ʿAffān, ʿAbdurraḥmān ibn ʿAwf, Qays ibn ʿĀṣim und al-ʿAbbās ibn Mardās — Allāh sei mit ihnen allen zufrieden —; und ihn verboten haben auch ʿAbdulmuṭṭalib ibn Hāshim, ʿAbdallāh ibn Judʿān und Waraqa ibn Nawfal.

Man fragte Abū Bakr aṣ-Ṣiddīq, Allāh sei mit ihm zufrieden: »Hast du in der Jāhiliyya Wein getrunken?« Er sagte: »Ich nehme meine Zuflucht zu Allāh!« Man fragte: »Warum?« Er sagte: »Ich achtete meine Ehre und bewahrte meine Würde; denn wer Wein trinkt, verschwendet seine Ehre und Würde.«

In einer Überlieferung: Das erfuhr der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, und sprach: »Abū Bakr hat die Wahrheit gesagt.« (Überliefert von Abū Nuʿaym in al-Maʿrifa von Abū l-ʿĀliya.)

Die Mutter der Gläubigen ʿĀʾisha, Allāh sei mit ihr zufrieden, sagte: »Abū Bakr, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, trank weder in der Jāhiliyya noch im Islam Wein.«

ʿUthmān ibn ʿAffān, Allāh sei mit ihm zufrieden, sagte: »Ich sang nicht, ich spielte nicht um Geld, und ich trank keinen Wein weder in der Jāhiliyya noch im Islam.« Und er, Allāh sei mit ihm zufrieden, sagte: »Hütet euch vor dem Khamr; denn er ist der Schlüssel zu jedem Übel.«

Der edle Gefährte ʿUthmān ibn Maẓʿūn hatte den Khamr in der Jāhiliyya sich selbst verboten. Auf die Frage danach antwortete er: »Ich trinke kein Getränk, das meinen Verstand nimmt und mich in den Augen derer, die geringer als ich sind, lächerlich macht und mich dazu veranlasst, meine edle Tochter zu heiraten. Als der Khamr im Islam verboten wurde, sagte man zu ihm: ʿUthmān, der Khamr ist verboten worden.‹ Er sagte: Pfui ihm! Mein Auge war scharf in Bezug auf ihn.‹«

Man fragte al-ʿAbbās ibn Mardās: »Warum hast du das Getränk aufgegeben, das deine Großzügigkeit steigert?« Er sagte: »Ich verabscheue es, am Morgen der Herr meines Volkes zu sein und am Abend sein Tor.«

Einige Dichter der Jāhiliyya, die den Khamr sich verboten haben:

ʿĀmir ibn aẓ-Ẓarb:

Ich schwöre bei Allāh, ich schenke ihn aus und trinke ihn / bis der Staub des Grabes meine Glieder voneinander trennt —

Von meinen Vätern erbtes Hassgefühl ohne Feindschaft / das den jungen Mann mit nobler Tapferkeit beschämt.

Qays ibn ʿĀṣim:

Bei deinem Leben — der Wein raubt, solange ich ihn trinke / mein Vermögen und nimmt meinen Verstand —

Er lässt mich die Schwäche der Schwachen auf sich nehmen / und beschert mir Krieg mit dem Freund ohne Adel.

Ṣafwān ibn Umayya al-Kinānī:

Ich sah, dass der Wein gut ist und doch Vorzüge hat / die den edlen Mann verderben —

Nein, bei Allāh — ich trinke ihn nie im Leben / und heile damit nie einen Kranken.

ʿAfīf ibn Maʿd Yakrib:

Eine Frauenstimme rief: Komm zur Jugend! / Ich sprach: Ich enthalte mich von dem, was du weißt —

Ich habe die Würfelspiele aufgegeben, obwohl ich weiß / dass ich ihretwegen durch die Zeit gefangen und abhängig war —

Und ich habe die Weine mir verboten / bis ich im Grund eines ausgehöhlten Grabes begraben bin.

Suwayd ibn ʿAdī ibn ʿAmr aṭ-Ṭāʾī:

Ich ließ die Dichtung sein und ersetzte sie / wenn der Rufer des Morgengebets beim Erwachen rief —

Durch das Buch Allāhs, das keinen Genossen hat / und verabschiedete mich vom Gärwein und den Trinkgenossen.

Das Koranwort: (Sag: In beiden liegt große Sünde):

Der Erhabene spricht in Seinem Ehrenwerten Buch: »Sie fragen dich nach dem Wein und dem Glücksspiel. Sag: In beiden liegt große Sünde, wenngleich sie den Menschen (auch) Nutzen bringen; doch ihre Sünde ist größer als ihr Nutzen.« (Al-Baqara, 2:219)

Scheich Imām Muḥammad Abū Zahra, Allāhs Erbarmen sei mit ihm:

»Die Induktion beweist, dass es kein reines Gut und kein reines Böse gibt; vielmehr vermischen sich Nutzen und Schaden, und wo der Nutzen überwiegt, wird etwas geboten, und wo der Schaden überwiegt, wird es verboten. Der Khamr ist die Mutter der Übel; er treibt zur Feindschaft, zum Hass und zur Feindseligkeit unter den Menschen. Der Qurān hat einen gewissen Nutzen nicht verneint. Gemäß der Mehrheit des Schadens über den Nutzen wurde das Verbot ausgesprochen.«

Doktor Muḥammad ʿAlī al-Bār sagt: »Wenn der Khamr diese Eigenschaften besäße — manche behaupten, er sei gut für die Verdauung und stärke den Körper —, so wäre das ein Grund, ihn zu trinken. Aber das ist alles falsch und ein Wahn, der mit dem Khamr zusammenhängt: Er stärkt den Schwachen nicht, sondern macht ihn schwächer; er verdaut die Nahrung nicht, sondern verursacht eine Entzündung des Verdauungstrakts von Anfang bis Ende — vom Mund über den Rachen und die Speiseröhre, den Magen und die Bauchspeicheldrüse bis zur Leber und zu den Gedärmen. Er stärkt die Manneskraft nicht, sondern lässt den Menschen seinen Verstand verlieren, sodass er sexuelle Verbrechen begeht und seine Mutter und Schwester angreift. Mindestens die Hälfte der Vergewaltigungsverbrechen in der Welt geschieht unter dem Einfluss von Alkohol. Er tröstet den Betrübten nicht; denn sein Trost, wenn er eintritt, ist kurzfristig und schnell vergänglich, und danach folgen Reue und Leid. Und was seine Ermutigung des Feiglings betrifft, so ist sie das Ergebnis des Verlusts des Verstands und des Eintretens von Leichtsinn. Die modernen Statistiken besagen, dass 86% der Mordverbrechen unter dem Einfluss von Alkohol begangen werden — welch eine Tapferkeit ist das? Nicht weniger als 50% der Verkehrsunfälle sind auf das Trinken zurückzuführen.«

Es gibt einige Nutzen bei der Verwendung von Ethylalkohol (Ethanol), darunter:

1 — In der Medizin und Pharmazie:

Ethylalkohol wird in einer Konzentration von etwa 70% mit Wasser als Desinfektions- und Sterilisationsmittel für die Haut verwendet sowie bei der Injektion von Arzneimittelnadeln. Er wird zur Sterilisation chirurgischer Instrumente und Thermometer verwendet. Außerdem dient Alkohol zur Herstellung medizinischer Substanzen wie Äther als Narkosemittel.

2 — In der Parfüm- und Duftindustrie:

Wie Kölnischwasser und Parfüm; er wird auch in der Zusammensetzung von Duftstoffen wie parfümierter Seife und anderen Kosmetika verwendet.

3 — Seine Verwendung in der Lack-, Farb- und Kunststoffindustrie.

4 — Er wird als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren verwendet.

5 — Er wird als Frostschutzmittel verwendet.

6 — Herstellung zahlreicher chemischer Verbindungen wie organische Säuren und Aldehyde durch Oxidation.

Die sozialen und gesundheitlichen Schäden des Khamr und der Rauschmittel:

Scheich Muḥammad al-Khaḍr Ḥusayn, Scheich der al-Azhar, in seinem Buch »Reformschriften« (Rasāʾil al-Iṣlāḥ):

»Der Mensch zeichnet sich vor allen anderen Lebewesen durch die Vorzüglichkeit des Verstands aus; und die Menschen sind in den Rängen der Vollkommenheit nach dem Grad dieser Vorzüglichkeit abgestuft. Alles, was die vernünftige Kraft schwächt oder sie an dem hindert, wofür sie erschaffen wurde — nämlich die Zeichen zu bedenken und die Wahrheiten aufzudecken —, ist ein Feind des Menschen, gegen den er nach Kräften ankämpfen und den er bei Nacht und Tag meiden muss.

Der Schlaf hemmt diese Kraft und bringt den Menschen auf die Stufe der leblosen Holzpfosten; er ist eine Angelegenheit, die ihm meist nichts nützt. Doch die Weisen unterwerfen sich seiner Herrschaft nur dort, wo er sie überwältigt, und geben ihm von der Zeit nur so viel, wie die Menschennatur ihnen auferlegt. Wenn also zur Klugheit des Mannes und seiner Weisheit gehört, dem Schlaf zu widerstehen und aus ihm nur das Notwendige zu nehmen — aus Sorge um seine Zeit und zur Förderung der Früchte seines Denkens — so kommt der Khamr zu jener Kraft, die die größte Vorzüglichkeit des Menschen ist, und treibt sein Unwesen mit ihr wie ein tobendes Wetter mit zarten Ästen.

Die Rauschmittel nehmen dem, der sie zu sich nimmt, den Verstand; und würde er als lebloser Körper daliegen, unfähig zu sprechen und sich zu bewegen, so wäre das Unheil auf ihn beschränkt. Aber die Torheit folgt der Vernunft nach, und die Dummheit tritt an die Stelle der Gewandtheit. Man hört nur leere oder verwerfliche Worte und sieht nur erniedrigende oder beleidigende Bewegungen.

Man fragte ʿAdī ibn Ḥātim aṭ-Ṭāʾī: »Warum trinkst du keinen Wein?« Er sagte: »Ich nehme meine Zuflucht zu Allāh, dass ich am Morgen der Herr meines Volkes bin und am Abend sein Tor.«

Die Torheit in der Rede entsteht dadurch, dass der Khamr die vernünftige Kraft hemmt und die Einbildungskraft frei auf die Zungen loslässt. Die Natur der Einbildungskraft, die nicht unter der Herrschaft des Verstands arbeitet, ist, die Gedanken in ungeordneter Weise zu formen und sie der Zunge zu diktieren, wie sie sie geformt hat — so entstehen Worte, die ihrem Sprecher das Gewand der Erniedrigung anlegen oder ihn in die Position desjenigen bringen, über den gespottet wird oder der Zorn erregt.«

8 — »Dem Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, wurden in der Nacht der Himmelfahrt in Ayliyā (Jerusalem) zwei Becher gereicht — einer mit Wein, einer mit Milch. Er betrachtete beide, dann nahm er die Milch. Da sprach Jibrīl, Friede sei auf ihm: Lob sei Allāh, Der dich zur natürlichen Veranlagung (Fiṭra) geführt hat! Hättest du den Wein genommen, so wäre deine Gemeinschaft irregeleitet worden.«

(Überliefert von al-Bukhārī von Abū Huraira, Allāh sei mit ihm zufrieden.)

9 — »Jedes Rauschmittel ist verboten; und was in der Menge eines Faraq (ca. 16 Liter) berauscht, ist auch in der Menge einer Handvoll verboten.«
(Überliefert von Abū Dāwūd, at-Tirmidhī und Aḥmad von der Mutter der Gläubigen ʿĀʾisha, Allāh sei mit ihr zufrieden; von al-Albānī als authentisch eingestuft.)

10 — »Es wird wahrlich aus meiner Gemeinschaft ein Volk kommen, das den Khamr für erlaubt erklären wird, indem es ihn anders benennt…«
(Teil eines edlen Ḥadīth, überliefert von al-Bukhārī von Abū Mālik al-Ashʿarī, Allāh sei mit ihm zufrieden.)

11 — »Wahrlich werden Menschen aus meiner Gemeinschaft Khamr trinken und ihn unter anderem Namen benennen; über ihren Häuptern werden Musikinstrumente gespielt und Sängerinnen singen. Allāh wird die Erde unter ihnen versenken und Affen und Schweine aus ihnen machen.«
(Überliefert von Abū Dāwūd, Aḥmad und Ibn Māja von Abū Mālik al-Ashʿarī, Allāh sei mit ihm zufrieden; von al-Albānī als authentisch bestätigt.)

Scheich Shaltūt, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, fährt fort: »Die Überlieferungen zum Verbot des Khamr, zum Verbot seiner Herstellung und zum Verbot jeglichen Umgangs mit ihm in welcher Form auch immer, sind zahlreicher, als sie gezählt werden könnten. Die Gelehrten sagten: Das Verbot des Khamr durch den Propheten, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, ist durch Überlieferungen bewiesen, die in ihrer Gesamtheit den Rang des Tawātur (zwingender Gewissheit) erreichen; und die Gemeinschaft der Muslime hat sich von der Zeit des Gesandten, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, bis zu unserem heutigen Tag einmütig darauf geeinigt, sodass das Verbot ein feststehender Rechtssatz für den Khamr im Islam geworden ist. Seine Unrechtmäßigkeit gehört zu dem, was aus der Religion mit Notwendigkeit bekannt ist, und zu den Pflichten daraus zählt, dass derjenige, der ihn für erlaubt erklärt und seine Verbotheit leugnet, aus dem Islam herausgetreten ist, und dass derjenige, der ihn freiwillig und aus eigener Wahl zu sich nimmt, ein Frevler gegenüber dem Gebot Allāhs ist, der Seine Grenzen überschreitet und Seinen Bestimmungen zuwiderhandelt.«

Wer die Verbotheit des Khamr leugnet, ist aus dem Islam herausgetreten:

Dies ist das erste Urteil zu den Urteilen über den Khamr im Islam. Allāh hat es in Seinem Buch klargemacht, und der Gesandte, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, hat es in seiner Sunna erläutert, und die Vorfahren und Nachfolger der Gemeinschaft haben sich bis zum heutigen Tag — so Allāh will — darüber einig.

Denn wer den Khamr nach diesem Verbot, dessen Quellen sich vervielfacht haben und dessen Wege sich abgewechselt haben, und dessen Methoden sich gefestigt haben, und dessen Angelegenheit sich so verbreitet hat, dass sie keinem Muslim in den Ländern des Islam verborgen bleiben kann, für erlaubt erklärt — der ist vom Islam abgefallen, weil er etwas leugnet, das aus der Religion mit Notwendigkeit bekannt ist.

Das zweite Urteil: Das Verbot des Verkaufs von Khamr:

Zur Tradition des Islams in seinen Rechtsurteilen gehört, dass er dann, wenn er etwas verboten erklärt, auch das, was ein Mittel dazu ist, verbietet. Deshalb ist es dem Muslim verboten, Khamr zu verkaufen und den Gewinn daraus zu nutzen. Das ist in der zweiten Quelle der islamischen Gesetzgebung — der authentischen Sunna — ausdrücklich und klar festgestellt, die in ihrer Gesamtheit den Rang des Tawātur erreicht, und die dritte Quelle — der Ijmāʿ (Konsens) — hat sich darin einig.

So ist der Verkauf des Khamr nach einhelliger Meinung aller Rechtsgelehrten ungültig, er begründet kein Eigentumsrecht des Käufers daran und kein Eigentumsrecht des Verkäufers am Kaufpreis. Das Verzehren des Kaufpreises ist das Verzehren von Vermögen auf unrechtmäßige Weise. Muslim überliefert in seinem Ṣaḥīḥ: »O Menschheit! Allāh hasst den Khamr, und es mag sein, dass Allāh bezüglich seiner einen Befehl herabsendet — wer also etwas davon bei sich hat, der verkaufe es und nutze es.« Und sie verweilten nur kurze Zeit, bis der Prophet, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, sprach: »Allāh hat den Khamr verboten; wer also von diesem Vers ereilt wird — nämlich dem Vers der Sure al-Māʾida — und etwas davon bei sich hat, der trinke nicht davon und verkaufe es nicht.« Da wandten sich die Menschen mit dem, was sie davon hatten, zu den Straßen der Medina und verschütteten es.

Das Verbot seiner Schenkung und der Nutzung seines Wesens:

So wie Allāh dem Muslim seinen Verkauf verboten hat, so hat Er ihm auch verboten, ihn einem Nicht-Muslim zu schenken. Dem Gesandten, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, wurde gesagt, nachdem er das Verbot seines Verkaufs klargemacht hatte: »Soll ich ihn den Juden schenken?« Er sprach: »Wahrlich, Der ihn verboten hat, hat auch verboten, ihn den Juden zu schenken.«

Aus diesem Urteil — dem Verbot seines Verkaufs und der Nutzung seines Preises — ergibt sich das Verbot der Nutzung seines Wesens in jeder Form: sei es durch Beimischung zu anderen Dingen oder durch eigenständige Verwendung. So ist es verboten, ihn in Speisen in irgendwelcher Menge einzufügen, verboten, damit das Haar zu frisieren, wie es manche Damen tun, und verboten, ihn auf den Tischen der Muslime zugunsten eines Nicht-Muslims anzubieten.

Der Islam hat jedoch aus dem Verbot der Nutzung seines Wesens die Fälle der Notwendigkeit ausgenommen, die das Essen von Aas erlauben, wie die Rettung eines dem Tode nahen Lebens durch Schlucken oder Durst, und die Verwendung als Medikament, wenn es unbedingt notwendig ist und kein Ersatz verfügbar ist, auf Empfehlung eines kundigen Arztes, der das Gesetz Allāhs und Seine Religion achtet und in seiner Wissenschaft und Medizin vertrauenswürdig ist.

Das Verwirken seines Werts:

Da der Khamr wertlos für den Muslim ist, kann seine Vernichtung keinen Schadenersatz begründen. Dabei ist es das Recht des Herrschers allein, ihn zu vernichten — nicht das der Einzelpersonen — um Unruhen zu vermeiden und Streitigkeiten beizulegen. So hat der Islam dem Herrscher allein das Recht eingeräumt, den Khamr des Muslims zu vernichten, und dem Herrscher allein das Recht, dem Muslim seinen Verkauf zu untersagen, zum Schutz der öffentlichen Ordnung. ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb, Allāh sei mit ihm zufrieden, pflegte die Häuser der Weinhändler zu verbrennen, um die Quelle der Verderbnis abzuschneiden und die islamische Persönlichkeit zu bewahren.

Die Strafe für den Khamr-Trinker:

Genauso wie der Islam das Recht der Vernichtung des Khamr des Muslims festgelegt und es auf den Herrscher beschränkt hat, so hat er auch die Strafe für den Trinker festgelegt und sie auf den Herrscher beschränkt. Die Gemeinschaft der Muslime — Vorfahren wie Nachfolger — ist einmütig über die Rechtmäßigkeit der Bestrafung des Khamr-Trinkers und darüber, dass sie eine Pflicht ist, die dem muslimischen Herrscher obliegt. Das ist durch die zweite Quelle der islamischen Gesetzgebung — die Sunna — bewiesen.

Aḥmad, Muslim, Abū Dāwūd und at-Tirmidhī überliefern von Anas, Allāh sei mit ihm zufrieden: »Dem Propheten, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, wurde ein Mann gebracht, der Khamr getrunken hatte, und er ließ ihn mit zwei Palmzweigen etwa vierzig Mal schlagen. Abū Bakr handelte ebenso. Als ʿUmar kam, konsultierte er die Menschen; da sagte man ihm: Das Mindeste der Strafen sind achtzig. Da befahl er es, und er ließ achtzig Mal peitschen.«

In »Das Genie des ʿUmar« von ʿAbbās Maḥmūd al-ʿAqqād (S. 71) heißt es: »Abū ʿUbayda ibn al-Jarrāḥ schrieb an ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb, Allāh sei mit ihnen beiden zufrieden, aus Damaskus, dass ʿAmr ibn Maʿd Yakrib, Abū Jandal und Ḍirār sowie eine Gruppe der Vornehmen des Volkes Khamr getrunken hatten. Man befragte sie, und sie antworteten: Wir wurden vor die Wahl gestellt und wählten. Er fragte: Wollt ihr denn nicht aufhören? Und Abū ʿUbayda zögerte, diese Vornehmen zu bestrafen. So übermittelte er ihre Angelegenheit dem Kalifen um Rat. Nicht lange dauerte es, bis der Kurier Medina erreicht hatte und zu ihm zurückkehrte mit dem Befehl, sie vor allen Leuten zu rufen und ihnen eine Frage zu stellen, nicht mehr und nicht weniger: Ist Khamr erlaubt oder verboten? Wenn sie sagten verboten, so solle er sie auspeitschen; und wenn sie sagten erlaubt, so solle er ihre Hälse abschlagen. Da sagten sie: Verboten! — und sie wurden ausgepeitscht und bereuten.«

Damit und anderem hat die Gemeinschaft das Strafprinzip für den Khamr-Genuss einmütig festgelegt; und wir kennen keinen Widerspruch in der Festlegung des Prinzips, sondern nur in seinem Maß und seiner Art und seinen Mitteln. Dadurch ist sie eine Art von Pflicht-Taʿzīr (Ermessenstrafe), und ʿUmar übertrug ihn auf Erhöhung und Verdoppelung angesichts der sich verändernden Zustände der Menschen, und um zu bewirken, dass die Strafe ihre Früchte trägt, nämlich Abschreckung und Vergeltung und Reinigung der Gesellschaft von der Quelle der Verderbnis.

Damit: (Sag: In beiden liegt große Sünde):

»Dies sind die Urteile des Islams über den Khamr: Das Verbot seines Genusses, das Verbot der Nutzung seines Wesens, das Verbot seiner Schenkung, das Verbot seines Verkaufs und der Nutzung seines Preises, das Verwirken seines Werts, die Pflicht zur Strafe dafür — wir haben sie so klargemacht, wie Allāh es geboten hat, und haben ihre Quellen klargemacht. Diese sind die Quellen der islamischen Gesetzgebung, auf die der Qurʾān hingewiesen, die Sunna erläutert hat und über die der Ijmāʿ besteht: ›Die warnen sollen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, dass sie eine Prüfung trifft oder dass sie eine schmerzhafte Strafe trifft.‹ (An-Nūr, 24:63)«

Ende des Wortes von Scheich Shaltūt, Allāhs Erbarmen sei mit ihm.

Das Prohibitions-Experiment in Amerika und der Sieg des Glaubens im Islam — Dr. Yūsuf al-Qaraḍāwī, Allāhs Erbarmen sei mit ihm:

Der gelehrte Doktor Yūsuf al-Qaraḍāwī, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, schreibt in seinem Buch »Der Glaube und das Leben« (»al-Īmān wa-l-Ḥayāh«) unter dem Titel »Das Verbot des Khamr zwischen den Vereinigten Staaten und der arabischen Gemeinschaft« (S. 224):

»Um uns zu verdeutlichen, welche Wirkung der Glaube auf die Veränderung eingefleischter Gewohnheiten hat und auf die Erziehung der Seelen zur guten Tat, auch wenn sie schwer fällt, und zur Meidung des Bösen, auch wenn es vertraut und gewohnt ist — stellen wir einen Vergleich an zwischen zwei Haltungen in ein und derselben Frage: einer Haltung aus der neueren Geschichte und einer aus der alten Geschichte. Sie zeigen uns, wie der Antrieb des Glaubens das vollbringt, was dem Antrieb der Staatsgewalt nicht gelingt.«

Die erste Haltung in den Vereinigten Staaten von Amerika: In Amerika hatte sich die Gewohnheit des Betrinkens und des Weintrinkens so ausgebreitet, dass die Regierung vom Schaden überzeugt war, den das für den Einzelnen, die Familie und die Gesellschaft bedeutete. So erließ sie ein Gesetz, das Alkohol verbietet. Doch zeigte sich ihr nach kurzer Zeit, dass sie völlig außerstande war, ihr Gesetz durchzusetzen, und dass Einzelpersonen und Gruppen damit begannen, im Lande Schaden anzurichten durch das Konsumieren, Schmuggeln und Handeln mit Alkohol und das Ersinnen von Mitteln zu seiner heimlichen Herstellung.

Es ist bemerkenswert, dass dieses Verbot kein »königlicher Befehl« oder eine Verfügung eines despotischen Kaisers war, der sein Volk mit Gewalt zwingen wollte. Nein — es war ein Gesetz, das auf dem Weg eines Parlaments in einem demokratischen, konstitutionellen und freien Land zustande kam, das die Befugnis hat, für sich selbst zu gesetzgeben, was ihm Nutzen bringt und Schaden abwehrt. Dieses Gesetz wurde erlassen, nachdem die öffentliche Meinung davon überzeugt war, und nachdem sich aus wissenschaftlicher und praktischer Sicht bestätigt hatte, dass Alkohol die Gesundheit schädigt, den Verstand verdirbt und die Zivilisation zerstört.

Im Jahr 1919 wurde der Alkohol in allen Bundesstaaten verboten mit Zustimmung von 46 der 48 Bundesstaaten. Sein Verkauf, seine Herstellung, der Handel damit und seine Einfuhr aus dem Ausland wurden verboten. Der Staat rüstete eine gewaltige Armee und eine starke Flotte zur Durchsetzung dieses Gesetzes aus.

Man schätzt, dass der Staat für die Propaganda gegen den Alkohol mehr als sechzig Millionen Dollar ausgegeben hat, und dass die von ihm herausgegebenen Bücher und Broschüren zehn Milliarden Seiten erreichten, und was er im Laufe von vierzehn Jahren für die Durchsetzung des Verbots aufwendete, belief sich auf nicht weniger als zweihundertfünfzig Millionen Pfund. In dieser Zeit wurden 300 Personen hingerichtet, mehr als 532.000 Personen inhaftiert, die Geldstrafen überstiegen sechzehn Millionen Pfund, und beschlagnahmtes Eigentum im Wert von vierhundert Millionen und vier Millionen Pfund. Doch all das hat die amerikanische Nation nur noch stärker dem Alkohol verfallen lassen und hartnäckiger in seinem Konsum gemacht, bis die Regierung 1933 gezwungen war, dieses Gesetz aufzuheben und Alkohol vollständig zu erlauben.

Das Gesetz schlug fehl. Der Staat versagte, die Staatsmacht bankrottierte beim Verbot des Alkohols und beim Vorgehen gegen seine Trinker — trotz der verbreiteten intellektuellen Überzeugung in der Nation vom Schaden des Alkohols. Doch intellektuelle Überzeugung ist eine Sache, und das Wirken des Willens ist eine andere.

Die Flotten scheiterten — der Glaube siegte:

Als Muḥammad, der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, berufen wurde, besaß der Khamr in der arabischen Gesellschaft ein weites Verbreitungsgebiet und Einfluss. Er floss durch die Seelen seiner Kinder wie Blut; sie rühmten sich seiner, schwärmten von ihm, von seinen Versammlungen, seinen Tischgenossen und seinen Pokalen, und ein Dichter von ihnen malte aus, wie groß seine Neigung zu ihm war, und sprach: ›Wenn ich sterbe, so begrabt mich an der Seite einer Rebe, die nach meinem Tod meine Gebeine mit ihren Wurzeln tränkt.‹

Und selbst der berühmte Dichter Imruʾ al-Qays — als ihm die Nachricht vom Tod seines Vaters überbracht wurde — vermochte den Becher nicht aus seiner Hand zu legen und seinen Trinkzirkel nicht zu verlassen, sondern sprach sein bekanntes Wort: »Heute Wein und morgen die Sache.«

Und der Islam kannte in der Jāhiliyya nur wenige Einzelpersonen, die man an den Fingern zählen konnte und die den Khamr aus Ehrgefühl mieden — und die Geschichte verzeichnete das für sie als seltene Tugend, wie Zayd ibn ʿAmr ibn Nufayl.

Und so verbot der Islām den Khamr und schuf ein Zeitalter, von dem die Geschichte spricht: Ein Mann zerschlägt seinen Becher und schüttet aus, was er an Khamr hat, auf die Straßen der Medina. Die Gläubigen reagierten auf den Befehl ihres Herrn und brauchten dazu kein Gesetz und keine Abermillionen wie manche großen Staaten in unserer modernen Gesellschaft aufwendeten, ohne den Alkohol zu verbieten.

Abū Saʿīd berichtete: »Ich hörte den Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, sagen: O Menschheit! Allāh hasst den Khamr, und es mag sein, dass Allāh bezüglich seiner einen Befehl herabsendet — wer also etwas davon bei sich hat, der verkaufe es und nutze es.« Das war vor dem endgültigen Verbot. Abū Saʿīd sagte: »Dann verweilten wir nur kurze Zeit, bis er, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, sprach: ›Allāh hat den Khamr verboten; wen also dieser Vers ereilt — nämlich der Vers der Sure al-Māʾida — und bei dem etwas davon ist, der trinke nicht davon und verkaufe es nicht.‹ Da wandten sich die Menschen mit dem, was sie davon hatten, zu den Straßen der Medina und verschütteten es.« (Überliefert von Muslim.)

Anas sagte: »Ich schenkte Abū ʿUbayda und Ubayy ibn Kaʿb ein, da kam jemand zu ihnen und sagte: Der Khamr ist verboten worden. Da sprach Abū Ṭalḥa: Steh auf, Anas, und schütte ihn aus. Da schüttete ich ihn aus.« (Übereingestimmt auf dessen Echtheit.)

Von Abū Mūsā al-Ashʿarī: »Während wir um ein Getränk von uns saßen und den Khamr tranken — damals noch erlaubt —, stand ich auf, um zum Gesandten Allāhs zu gehen und ihn zu grüßen; und das Verbot des Khamr war herabgesandt worden: ›O die ihr glaubt! Wahrlich der Khamr und das Glücksspiel…‹ bis zu dem Wort ›Wollt ihr da nicht aufhören?‹ Da kam ich zu meinen Gefährten und las ihnen das Wort Allāhs des Erhabenen vor. Und manche von den Leuten hatten es gerade in der Hand, hatten einen Teil davon getrunken, und ein Rest war noch im Gefäß; da gossen sie, was in ihren Bechern war, aus und schütteten, was in ihren Schüsseln war, aus und sagten: ›Wir hören auf, unser Herr, wir hören auf, unser Herr.‹« (Überliefert von aṭ-Ṭabarī in der Koranexegese des Verses aus al-Māʾida.)

Hat die Menschheit je solch einen Sieg über sich selbst gesehen, solch eine Schnelligkeit im Gehorchen und solch eine Stärke im Befolgen des Befehls — gleichviel wie sehr er den Gewohnheiten zuwiderlaufen und den Begierden entgegenstehen mochte?

ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb, Allāh sei mit ihm zufrieden, sprach: »Ich war ein Khamr-Trinker in der Jāhiliyya.« Und ʿUmar trank weiterhin Khamr im Islam, bis das Wort Allāhs des Erhabenen herabgesandt wurde: ›Sie fragen dich nach dem Khamr und dem Glücksspiel…‹ Er sprach: »O Allāh, mach uns die Sache des Khamr klar mit einer erschöpfenden Klarheit.« Und er trank weiter, bis der Vers der Sure an-Nisāʾ herabgesandt wurde. Er sprach: »O Allāh, mach uns die Sache des Khamr klar mit einer erschöpfenden Klarheit.« Dann wurde der Vers des Verbots herabgesandt, und er sprach: »Wir hören auf! Wir hören auf!«

Und so verbot der Islām den Khamr, weil der Qurʾān darauf abzielte, eine Generation zu erziehen, die immer mit ihrer Religion verbunden ist und eng mit ihrem Herrn, Ihn in jedem Gedanken, in jedem Augenblick, in jedem Flüstern überwacht.

Dr. Aḥmad Ḥasan az-Zayyāt, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, schreibt in der Zeitschrift »ar-Risāla« (Nr. 24): »Am fünften dieses Monats endete in Amerika jener gefährliche Versuch, den man zu Recht ›das edle Experiment‹ nannte: der Versuch, Alkohol in allen Vereinigten Staaten zu verbieten. Und jetzt, da wir das Ende dieses Experiments bezeugen, ziemt es uns, einen Augenblick innezuhalten und darüber nachzudenken…«

Das Bier — ein ungesundes, berauschendes und verbotenes Getränk:

In einem Artikel von Dr. Maḥmūd Nāẓim an-Nasīmī, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, in der Zeitschrift »Ḥaḍārat al-Islām« (Juli–August 1970 n.Chr.):

»Das Bier ist ein Rauschmittel; und obwohl es zu den leichten Rauschmitteln zählt, schadet es der menschlichen Gesundheit und ist den Muslimen nach der Sharīʿa Allāhs des Erhabenen verboten.«

Herstellung und Zusammensetzung des Bieres:

Die Gerste wird zunächst an einem feuchten, luftigen Ort bei einer Temperatur von 18–34 Grad zum Keimen gebracht; dabei entsteht ein besonderes Ferment, das ihre Stärke abbaut, d.h. sie in Dextrin und Gerstenmalzzucker umwandelt. Nach etwa acht Tagen wird dieser Keimungsprozess durch Wärme unterbrochen. Die Gerste wird dann geschrotet und in Wasser von 60 Grad Temperatur eingeweicht, damit sich ihre Fermente auflösen und auf das Dextrin und den Gerstenmalzzucker einwirken und sie in Traubenzucker umwandeln, der alkoholisch vergären kann. Dann wird diese Würze gekocht und ihr etwas Hopfen zugesetzt, um das Bier zu aromatisieren und den Wirkstoff »Lupulin« zu bewahren. Dann lässt man sie durch eine spezielle Bierhefe alkoholisch vergären.

Der Alkoholgehalt des Bieres hängt von der Dauer der Vergärung ab: Bei kurzer Vergärung enthält leichtes Bier nicht mehr als 2–3%, starkes Bier enthält 6–7%.

Bier ist berauschend — es gibt kein Bier ohne Alkohol:

Das leichte Bier enthält 2–3% Alkohol, das starke 6–7%, während Wein, der im modernen Sprachgebrauch als Wein bezeichnet wird, einen Alkoholgehalt zwischen 8–10% und nicht mehr als 17% enthält. Ein Glas Wein entspricht also ungefähr eineinviertel bis eineinhalb Gläser starkem Bier. So kann ein Mensch betrunken werden, wenn er eine große Menge Bier trinkt, auch wenn es leicht ist. Es ist zu beachten, dass die berauschende Mindestmenge je nach persönlicher Toleranz, Rasse, Klimazone, Lebensweise und Zustand — nüchtern oder satt — variiert.

Schäden des Bieres für die menschliche Gesundheit:

1 — Die Wirkung des Alkohols in kleinen Mengen:

Professor Dr. Aḥmad Ḥamdī al-Khayyāṭ schreibt in seinem Buch »Die Kunst der Gesundheit und der Vorbeugungsmedizin«: »Es ist ebenso wenig möglich, die große Menge des Alkohols zu bestimmen, die absolut gefährlich ist, wie es möglich ist, die geringste Menge zu bestimmen, die bei ihrer Verwendung keinen Schaden verursacht, da sie je nach persönlicher Toleranz, Rasse, Klimazone, Lebensweise, dem Zeitpunkt der Einnahme und dem Zustand der Person — ob nüchtern oder gesättigt — variiert. Es ist bekannt, dass der Alkohol in jedem Zustand — sei es im Wein oder im Bier — auf die Fermente des Verdauungsapparats einwirkt und die Absonderung stimuliert und die Verdauung anregt, wenn er auf nüchternen Magen in kleinen Mengen eingenommen wird. Deshalb wähnen manche, Alkohol habe eine appetitstimmulierende oder magenfördernde Eigenschaft — dabei ist er in Wirklichkeit nur ein starkes Reizmittel. Was seine Wirkung auf das Nervensystem betrifft, so ist der Alkohol ein betäubendes Mittel, wenn er sich im Nervensystem festsetzt, und er wirkt ebenfalls als ätzendes Reizmittel, sodass er zunächst beim Eindringen in den Körper als Stimulans erscheint, bis er die Nervenzentren erreicht; dann scheidet er sich langsam aus, und der wiederholte Gebrauch führt zur Gewöhnung, worauf er dann nur noch wirkt, wenn seine Menge gesteigert wird, was zur Sucht führt und zu den damit verbundenen Gefahren für die Leber, die Körperorgane und den geistigen und seelischen Zustand.«

2 — Was in der Medizin und bei Gesundheitsexperten über die speziellen Schäden des Bieres festgestellt ist:

Professor Dr. Aḥmad Ḥamdī al-Khayyāṭ schreibt: »Das Bier löscht den Durst nicht, es beschwert die Seele, und bei denen, die es häufig trinken, kann es zu Blasenentzündung, Magendilatation, Gicht, Fettleibigkeit und Nierenentzündung führen. Ferner wird dem Bier eine Reihe verschiedener Pflanzen zugesetzt, wie Brechnuss, Aloe, Koloquinte und Meerzwiebel sowie bestimmte chemische Bitterstoffe wie Pikräminssäure und Strychnin und Salicylsäure; und es ist offensichtlich, dass all das den Schaden des Bieres vergrößert.«

3 — Die dem Bier zugeschriebenen Nutzen finden sich in vielen erlaubten Dingen:

Der angebliche Nutzen des Biers als harntreibendes Mittel, hinter dem sich manche Biertrinker verstecken, findet sich in vollständigerer Form in vielen erlaubten Mitteln, ohne dass sie eine Gewöhnung verursachen und ohne dass sie zu körperlichen Schäden führen, wie etwa Süßholzwurzelaufguss, Kirschstielaufguss, Queckenwurzelaufguss und andere natürliche Harntreiber.

4 — Das Bier ist nach der Sharīʿa in großen wie in kleinen Mengen verboten.

Von denen, die den Khamr in der vorislamischen Zeit (Jāhiliyya) sich selbst verboten haben:

Wenn die natürliche Veranlagung gesund bleibt und die Erziehung edel ist, so kann ein Mensch Stufen der Tugend erreichen — auch ohne Bildung und Erziehung —, die derjenige nicht erreicht, der bei verdorbener Veranlagung und schlechter Erziehung beides besitzt. So finden wir unter den Söhnen der Jāhiliyya wahlweise Tugenden, die bei Völkern selten sind, die glauben, ihr Wissen sei vollständig und ihre Erziehung vorbildlich — während sie in Wirklichkeit Sklaven der Lust und Gefangene des Vergnügens sind. Und es gab in der Jāhiliyya Menschen, die ihn sich selbst verboten haben, ohne darin eine Sünde in der Religion zu sehen und ohne Tadel von ihren Mitlebenden zu fürchten — allein die Vernunft hat ihnen die Wahrheit seiner Verderbnis gezeigt, und sie haben es abgelehnt, ihre Lust über ihre Vernunft herrschen zu lassen.

Zu denen, die den Khamr in der Jāhiliyya sich selbst verboten haben: Abū Bakr aṣ-Ṣiddīq, ʿUthmān ibn ʿAffān, ʿAbdurraḥmān ibn ʿAwf, Qays ibn ʿĀṣim und al-ʿAbbās ibn Mardās — Allāh sei mit ihnen allen zufrieden —; und ihn verboten haben auch ʿAbdulmuṭṭalib ibn Hāshim, ʿAbdallāh ibn Jud’ān und Waraqa ibn Nawfal.

Man fragte Abū Bakr aṣ-Ṣiddīq, Allāh sei mit ihm zufrieden: »Hast du in der Jāhiliyya Wein getrunken?« Er sagte: »Ich nehme meine Zuflucht zu Allāh!« Man fragte: »Warum?« Er sagte: »Ich achtete meine Ehre und bewahrte meine Würde; denn wer Wein trinkt, verschwendet seine Ehre und Würde.«

In einer Überlieferung: Das erfuhr der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm, und sprach: »Abū Bakr hat die Wahrheit gesagt.« (Überliefert von Abū Nuʿaym in al-Maʿrifa von Abū l-ʿĀliya.)

Die Mutter der Gläubigen ʿĀʾisha, Allāh sei mit ihr zufrieden, sagte: »Abū Bakr, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, trank weder in der Jāhiliyya noch im Islam Wein.«

ʿUthmān ibn ʿAffān, Allāh sei mit ihm zufrieden, sagte: »Ich sang nicht, ich spielte nicht um Geld, und ich trank keinen Wein weder in der Jāhiliyya noch im Islam.« Und er, Allāh sei mit ihm zufrieden, sagte: »Hütet euch vor dem Khamr; denn er ist der Schlüssel zu jedem Übel.«

Der edle Gefährte ʿUthmān ibn Maẓʿūn hatte den Khamr in der Jāhiliyya sich selbst verboten. Auf die Frage danach antwortete er: »Ich trinke kein Getränk, das meinen Verstand nimmt und mich in den Augen derer, die geringer als ich sind, lächerlich macht und mich dazu veranlasst, meine edle Tochter zu heiraten. Als der Khamr im Islam verboten wurde, sagte man zu ihm: ‹ʿUthmān, der Khamr ist verboten worden.› Er sagte: Pfui ihm! Mein Auge war scharf in Bezug auf ihn.‹«

Man fragte al-ʿAbbās ibn Mardās: »Warum hast du das Getränk aufgegeben, das deine Großzügigkeit steigert?« Er sagte: »Ich verabscheue es, am Morgen der Herr meines Volkes zu sein und am Abend sein Tor.«

Einige Dichter der Jāhiliyya, die den Khamr sich verboten haben:

ʿĀmir ibn aẓ-Ẓarb:

Ich schwöre bei Allāh, ich schenke ihn aus und trinke ihn / bis der Staub des Grabes meine Glieder voneinander trennt —

Von meinen Vätern ererbtes Hassgefühl ohne Feindschaft / das den jungen Mann mit nobler Tapferkeit beschämt.

Qays ibn ʿĀṣim:

Bei deinem Leben — der Wein raubt, solange ich ihn trinke / mein Vermögen und nimmt meinen Verstand —

Er lässt mich die Schwäche der Schwachen auf sich nehmen / und beschert mir Krieg mit dem Freund ohne Adel.

Ṣafwān ibn Umayya al-Kinānī:

Ich sah, dass der Wein gut ist und doch Vorzüge hat / die den edlen Mann verderben —

Nein, bei Allāh — ich trinke ihn nie im Leben / und heile damit nie einen Kranken.

ʿAfīf ibn Maʿd Yakrib:

Eine Frauenstimme rief: Komm zur Jugend! / Ich sprach: Ich enthalte mich von dem, was du weißt —

Ich habe die Würfelspiele aufgegeben, obwohl ich weiß / dass ich ihretwegen durch die Zeit gefangen und abhängig war —

Und ich habe die Weine mir verboten / bis ich im Grund eines ausgehöhlten Grabes begraben bin.

Suwayd ibn ʿAdī aṭ-Ṭāʾī:

Ich ließ die Dichtung sein und ersetzte sie / wenn der Rufer des Morgengebets beim Erwachen rief —

Durch das Buch Allāhs, das keinen Genossen hat / und verabschiedete mich vom Gärwein und den Trinkgenossen.

Das Koranwort: (Sag: In beiden liegt große Sünde):

Der Erhabene spricht in Seinem Ehrenwerten Buch: »Sie fragen dich nach dem Wein und dem Glücksspiel. Sag: In beiden liegt große Sünde, wenngleich sie den Menschen (auch) Nutzen bringen; doch ihre Sünde ist größer als ihr Nutzen.« (Al-Baqara, 2:219)

Scheich Imām Muḥammad Abū Zahra, Allāhs Erbarmen sei mit ihm:

»Die Induktion beweist, dass es kein reines Gut und kein reines Böse gibt; vielmehr vermischen sich Nutzen und Schaden, und wo der Nutzen überwiegt, wird etwas geboten, und wo der Schaden überwiegt, wird es verboten. Der Khamr ist die Mutter der Übel; er treibt zur Feindschaft, zum Hass und zur Feindseligkeit unter den Menschen. Der Qurʾān hat einen gewissen Nutzen nicht verneint. Gemäß der Mehrheit des Schadens über den Nutzen wurde das Verbot ausgesprochen.«

Doktor Muḥammad ʿAlī al-Bār sagt: »Wenn der Khamr diese Eigenschaften besäße — manche behaupten, er sei gut für die Verdauung und stärke den Körper —, so wäre das ein Grund, ihn zu trinken. Aber das ist alles falsch und ein Wahn, der mit dem Khamr zusammenhängt: Er stärkt den Schwachen nicht, sondern macht ihn schwächer; er verdaut die Nahrung nicht, sondern verursacht eine Entzündung des Verdauungstrakts von Anfang bis Ende — vom Mund über den Rachen und die Speiseröhre, den Magen und die Bauchspeicheldrüse bis zur Leber und zu den Gedärmen. Er stärkt die Manneskraft nicht, sondern lässt den Menschen seinen Verstand verlieren, sodass er sexuelle Verbrechen begeht und seine Mutter und Schwester angreift. Mindestens die Hälfte der Vergewaltigungsverbrechen in der Welt geschieht unter dem Einfluss von Alkohol. Er tröstet den Betrübten nicht; denn sein Trost, wenn er eintritt, ist kurzfristig und schnell vergänglich, und danach folgen Reue und Leid. Und was seine Ermutigung des Feiglings betrifft, so ist sie das Ergebnis des Verlusts des Verstands und des Eintretens von Leichtsinn. Die modernen Statistiken besagen, dass 86% der Mordverbrechen unter dem Einfluss von Alkohol begangen werden — welch eine Tapferkeit ist das? Nicht weniger als 50% der Verkehrsunfälle sind auf das Trinken zurückzuführen.«

Es gibt einige Nutzen bei der Verwendung von Ethylalkohol (Ethanol), darunter:

1 — In der Medizin und Pharmazie:

Ethylalkohol wird in einer Konzentration von etwa 70% mit Wasser als Desinfektions- und Sterilisationsmittel für die Haut verwendet sowie bei der Injektion von Arzneimittelnadeln. Er wird zur Sterilisation chirurgischer Instrumente und Thermometer verwendet. Außerdem dient Alkohol zur Herstellung medizinischer Substanzen wie Äther als Narkosemittel und Acetaldehyd als Konservierungsmittel.

2 — In der Parfüm- und Duftindustrie:

Wie Kölnischwasser und Parfüm; er wird auch in der Zusammensetzung von Duftstoffen wie parfümierter Seife und anderen Kosmetika verwendet.

3 — Seine Verwendung in der Lack-, Farb- und Kunststoffindustrie.

4 — Er wird als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren verwendet.

5 — Er wird als Frostschutzmittel verwendet.

6 — Herstellung zahlreicher chemischer Verbindungen wie organische Säuren und Aldehyde durch Oxidation.

Die sozialen und gesundheitlichen Schäden des Khamr und der Rauschmittel:

Scheich Muḥammad al-Khaḍr Ḥusayn, Scheich der al-Azhar, in seinem Buch »Reformschriften« (Rasāʾil al-Iṣlāḥ):

»Der Mensch zeichnet sich vor allen anderen Lebewesen durch die Vorzüglichkeit des Verstands aus; und die Menschen sind in den Rängen der Vollkommenheit nach dem Grad dieser Vorzüglichkeit abgestuft. Alles, was die vernünftige Kraft schwächt oder sie an dem hindert, wofür sie erschaffen wurde — nämlich die Zeichen zu bedenken und die Wahrheiten aufzudecken —, ist ein Feind des Menschen, gegen den er nach Kräften ankämpfen und den er bei Nacht und Tag meiden muss.

Der Schlaf hemmt diese Kraft und bringt den Menschen auf die Stufe der leblosen Holzpfosten; er ist eine Angelegenheit, die ihm meist nichts nützt. Doch die Weisen unterwerfen sich seiner Herrschaft nur dort, wo er sie überwältigt, und geben ihm von der Zeit nur so viel, wie die Menschennatur ihnen auferlegt, in dem Bestreben, dass ihre Verstände in Bewegungen bleiben, die nützliches Wissen oder rechtschaffenes Handeln erbringen:

›Wenn ein Tag vergeht, ohne dass ich eine Wohltat vollbracht und ohne dass ich Wissen erworben hätte — so ist das kein Teil meines Lebens.‹

Wenn also zur Klugheit des Mannes und seiner Weisheit gehört, dem Schlaf zu widerstehen und aus ihm nur das Notwendigste zu nehmen — aus Sorge um seine Zeit und zur Förderung der Früchte seines Denkens —, so kommt der Khamr zu jener Kraft, die die größte Vorzüglichkeit des Menschen ist, und treibt sein Unwesen mit ihr wie ein tobendes Wetter mit zarten Ästen.

Die Rauschmittel nehmen dem, der sie zu sich nimmt, den Verstand; und würde er als lebloser Körper daliegen, unfähig zu sprechen und sich zu bewegen, so wäre das Unheil auf ihn beschränkt. Aber die Torheit folgt der Vernunft nach, und die Dummheit tritt an die Stelle der Gewandtheit. Man hört nur leere oder verwerfliche Worte und sieht nur erniedrigende oder beleidigende Bewegungen.

Man fragte ʿAdī ibn Ḥātim aṭ-Ṭāʾī: »Warum trinkst du keinen Wein?« Er sagte: »Ich nehme meine Zuflucht zu Allāh, dass ich am Morgen der Herr meines Volkes bin und am Abend sein Tor.«

Die Torheit in der Rede entsteht dadurch, dass der Khamr die vernünftige Kraft hemmt und die Einbildungskraft frei auf die Zungen loslässt. Die Natur der Einbildungskraft, die nicht unter der Herrschaft des Verstands arbeitet, ist, die Gedanken in ungeordneter Weise zu formen und sie der Zunge zu diktieren, wie sie sie geformt hat — so entstehen Worte, die ihrem Sprecher das Gewand der Erniedrigung anlegen oder ihn in die Position desjenigen bringen, über den gespottet wird oder der Zorn erregt.«

Ein Fürst lud Nuṣayb ibn Ribāḥ ein, Wein zu trinken. Da sagte Nuṣayb: »Möge Allāh den Fürsten bessern — mein Haar ist kraus und mein Aussehen dürftig; nicht wegen edler Abstammung noch wegen schönem Äußeren sitze ich bei dir, sondern einzig wegen meines Verstands und meiner Zunge. Wenn du es also für richtig hältst, zwischen beiden zu trennen, dann tue es.«

Die Torheit in den Bewegungen rührt daher, dass der Khamr den Verstand beiseite setzt und die Seelen unter die Herrschaft der Triebe stellt, sodass ihr Wille ohne Besinnung ausgeht und ihre Handlungen ohne Weisheit entspringen, und der Rauschtrank das Häßliche schön erscheinen lässt und das Schöne häßlich. Ein Dichter, der von ihm heimgesucht war, sprach:

›Gib mir zu trinken, bis du siehst, dass mir das Häßliche schön ist.‹

Die Rauschmittel entführen den Menschen aus der Menschlichkeit in eine Tierheit, durch die er zum Gespött wird, oder in eine Tierheit, die ihr Gift in den Unschuldigen spuckt. Wer dich mit seinem Auge sieht, verachtet dich, und wer dich in sein Herz lässt, hält dich gering.

1 — Die sozialen Schäden:

Dr. Asʿad al-Ḥakīm schreibt in einem Vortrag vor der Arabischen Sprachakademie in Damaskus (1930):

»Der Mensch lernte den Wein durch den Zufall kennen und liebte ihn seit den frühesten Zeiten; denn er aß die süßen Früchte, darunter die Weintraube, und erfreute sich an ihrer Süße. Da diese Früchte vergänglich sind, bewahrte der Mensch sie, angetrieben vom Impuls der Lust. Sie vergoren, und er aß sie vergoren, spürte ihre Wirkung, berauschte sich daran und aß mehr davon, bis er trank. Und jedes Mal, wenn er davon bekam, was er wollte, strebte er eifrig nach Neuem. Und jedes Mal, wenn er davon einen Schluck trank, brannte er nach neuem Begehren. Und je mehr er in der Zivilisation fortschritt, desto mehr erfand er bei seiner Herstellung. Bis er von seinem Körper zu seinem Geist gelangte, d.h. vom Wein zum Alkohol, und ihm seinen Geist und seinen Körper und sein Vermögen und seine Kinder überließ.

So wandelte sich der Mensch vom Zucker zum Rausch, von der Wirklichkeit zur Einbildung, von der sinnlichen Lust zur seelischen Trunkenheit, von der Willensfreiheit zum Zwang der Gewohnheit, vom Wasser des Lebens zur Krankheit des Alkohols. Und so lernte er den Wein kennen und liebte ihn und war von ihm besessen und verehrte ihn; er ist Gesundheit und er ist Krankheit, er ist Freude und er ist Schmerz, er ist Glück und er ist Unglück, er ist Leben und er ist Tod. Was für eine geliebte Gehasste, eine gepriesene Getadelte, eine gefangene Königin, eine gejägte Gesuchte, eine erlaubte Verbotene, eine geachtete Dirne — weder erschöpft das Haben sie, noch verdirbt die Zeit ihre Züge. Der Mensch kommt zu ihr das erste Mal aus Höflichkeit oder Nachahmung, dann freiwillig und sehnsüchtig, dann widerwillig und überwältigt von seinem Zustand. Wenn ich nur wüsste, was das Geheimnis dieser Faszination für das Verbotene ist, und was das Geheimnis der Liebe zur Tochter der Verführung und des Begehrens!«

Die Ursachen:

Darunter sind biologische, soziale und psychologische Ursachen.

Von den biologischen Ursachen ist die Vererbung: Wissenschaftliche Beobachtungen haben bewiesen, dass die Nachkommen von Alkoholikern eine besondere Veranlagung zum Konsum von Rauschmitteln haben. Deshalb ist der Bedarf der Westler nach Alkohol größer als der der Ostler aufgrund des Erbfaktors.

Von den sozialen Ursachen: die soziale Umgebung — denn das soziale Milieu, das dem Alkoholtrinken geneigt ist, begünstigt seine Verbreitung mehr als das Milieu, das ihn durch Gesetz, Glauben oder Gewohnheit verbietet. Dazu gehören auch die Überzeugungen, die moralische Ansteckung, die Nachahmungsliebe und die Gefälligkeiten bei privaten und öffentlichen Zusammenkünften.

Von den psychologischen Ursachen — und das ist meines Erachtens der stärkste Faktor bei der Verbreitung der Rauschmittel unter allen menschlichen Gruppen aller Zeiten — das Streben nach Glück: einem eingebildeten Glück. Das Glück ist nichts anderes als die seelische Beruhigung, die entsteht, wenn die in der Seele verborgenen Wünsche des Menschen in Erfüllung gehen. Und da die Verwirklichung dieser Wünsche unmöglich ist, weil Traditionen, Gewohnheiten, gesellschaftliche Erscheinungen, religiöse Gesetze und Verwaltungsordnungen dem Menschen verbieten, das zu tun, was ihnen widerspricht und was seine Seele begehrt — und ihn zwingen, seine Neigungen und Begierden zu verbergen und seine Ambitionen zu unterdrücken —, ist das menschliche Glück auf dieser Erde sehr begrenzt geworden.

Der Rausch ist unter diesen Umständen ein vorübergehender Wahnsinn, der durch eine Veränderung der seelischen Handlungen von Aktivität zu Verwirrung und Durcheinander, zu Verfall und Irrsinn, zu Betäubung und Trunkenheit gekennzeichnet ist, je nach Menge und Art des Rauschmittels und Zustand und Temperament des Trinkers.

— Feindschaft und Hass:

Der Genuss von Khamr und Rauschmitteln führt zum Ausbruch von Streit und Feindschaft zwischen den Betrunkenen untereinander und zwischen ihnen und denen, mit denen sie umgehen und handeln; die geringste Provokation entzündet ihn, bis er zu Feindschaft und Hass wird. Diese Ursache des Verbots ist eine der größten in der Sicht der Religion; deshalb lautet der ausdrückliche Korantext in Sure al-Māʾida: »Der Satan will ja nur Feindschaft und Hass zwischen euch säen durch den Wein und das Glücksspiel.«

Scheich Muḥammad al-Khaḍr Ḥusayn, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, schreibt: »Der Betrunkene sagt, was den Zorn seines Trinkgefährten oder des Begegnenden auf dem Weg erregt. Und du weißt, was hinter einem Ausbruch des Zorns an Üblem liegt. Und der Betrunkene kann sich in eine tierhaft zum Bösen bereite Wildheit verwandeln, sodass er es nicht scheut, seine Hand gegen Leib und Leben zu erheben. Und wie viele Auseinandersetzungen gab es, bei denen Stimmen erhoben und Körper verletzt wurden — und das alles ist nur eine Folge des Konsums von Rauschmitteln.«

— Davon: das Ausplaudern von Geheimnissen: indem die Zunge das ausspricht, was verschwiegen werden sollte — ein Schaden, aus dem viele Schäden erwachsen, besonders wenn das Geheimnis die Regierung betrifft: Denn vielleicht bewirkt ein Wort, das ein Betrunkener ausspricht, den Zusammenbruch eines Heeres und die Erniedrigung einer ganzen Nation. Das Ausplaudern von Geheimnissen gehört zu den schändlichsten Lastern und den schlimmsten Blamagen für den Menschen in seiner eigenen Person und seiner Familie.

Scheich Muḥammad al-Khaḍr Ḥusayn, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, schreibt: »Es ziemt sich nicht, aus denen, die Rauschmittel konsumieren, Freunde oder Helfer zu machen, denen du irgendetwas von den Geheimnissen deiner Arbeit anvertraust; denn die in den Seelen hinterlegten Geheimnisse werden nur von den Verstanden bewacht, und die Verstände der dem Rauschmittel verfallenen Menschen verlassen sie viele Male, sodass jene Geheimnisse bald aus ihren Mündern heraustreten, ohne dass sie es bemerken.«

— Davon: Gemeinheit, Erniedrigung und Verstandesverlust in den Augen der Menschen: denn der Betrunkene ist in seiner Haltung, seiner Rede und seinen Bewegungen so, dass ihn jeder, der ihn sieht, verspottet und gering achtet, sogar die Kinder — denn er hat weniger Verstand als sie und steht weniger im Gleichgewicht in seinen Bewegungen und Taten und in der Kontrolle seiner Gedanken und Worte.

— Trägheit und Erschlaffung: die auf die gesteigerte Erregung folgen, die man als Vorzug des Weins rühmt. Man sieht den Alkohol- oder Haschisch-Süchtigen mit betrübter Stimmung, falbem Gesicht, griesgrämiger Miene, engem Gemüt und reizbar; das Böse verlässt ihn nie, sondern spielt mit ihm wie Kinder mit einem Ball, wirft ihn von einer Seite des Exzesses auf die Seite der Unterlassung — und kein Gut, keine Ruhe, kein Glück außer im Maß.

Scheich Muḥammad al-Khaḍr Ḥusayn schreibt: »Die Rauschmittel vermindern den Verstand des ihnen verfallenen Menschen Schritt für Schritt, bis er in einen Zustand des Wahnsinns oder etwas ähnlichem verfällt; und der Konsument von Rauschmitteln hat ein schwaches Denken und einen leichten Verstand und erreicht — selbst nach seiner Nüchternheit — nicht, was seine klugen Altersgenossen an erhabenen Meinungen und zutreffenden Ergebnissen erreichen.«

Man fragte ʿUthmān ibn ʿAffān, Allāh sei mit ihm zufrieden: »Was hat dich daran gehindert, in der Jāhiliyya Wein zu trinken, wo es doch keinen Tadel dafür gab?« Er sagte: »Ich sah, dass er den Verstand mit einem Schlag raubt; und ich sah nichts, das mit einem Schlag geraubt wird und mit einem Schlag zurückkommt.«

— Verderbtheit des Charakters: denn der tugendhafte Charakter ist das Ergebnis des Gleichgewichts der seelischen Kräfte und die Herrschaft dieser Kräfte — der Verstand und sein Gesetz — die Religion. Der Rausch ist ein Angriff auf diese Herrschaft und auf ihr Gesetz und eine Abwerfung ihrer Autorität. Der Rausch lässt Würde und Ernsthaftigkeit verschwinden und macht den Besonnenen töricht, den Weisen unwissend, den Schamhaften schamlos, den Integren verderbt, den Treuen zum Verräter und den Tapferen zum Waghalsigen oder Feigling.

Ebenso hilft der Rausch der Verderbtheit der Kindererziehung und dem Vergehen gegen die Ehrbarkeit der Frauen.

Scheich al-Khaḍr Ḥusayn schreibt: »Und zu den Verderbnissen der Rauschmittel gehört, dass sie die Begierden zu Unzüchtigkeit antreiben. Hast du je einen dem Wein Verfallenen gesehen, der seinen Schambereich vor der Verdammnis des Ehebruchs oder etwas Ähnlichem bewahrt?«

Dr. Asʿad al-Ḥakīm (Damaskus 1929): »Der chronische Rausch führt unweigerlich zur Verderbtheit der Natur und der Triebe, zur Schwäche der Wirksamkeit und zur Verderbnis der Emotionalität; der Betroffene befällt Überdruss und Langeweile, sein Charakter wird reizbar; er hat keinen Halt auf produktiver Arbeit und verliert das Familiengefühl, so dass er sich nicht um seine ehelichen Pflichten kümmert und die Interessen seiner Kinder vernachlässigt; und sein einziger Kummer beschränkt sich auf die Beschaffung des Alkohols, dessen der Körper bedarf. Und oft treibt ihn dieser Bedarf dazu, sein Gesicht zu verlieren und mit Niedrigen und Dummköpfen umzugehen, die Eifersucht auf die Ehre zu verlieren und niedrige, gemeine Verbrechen zu begehen. Dann schwächen sich seine geistigen Fähigkeiten allmählich ab, und es befallen ihn gelegentliche Wahnvorstellungen, Illusionen, Epilepsie und Impotenz und andere Arten des Wahnsinns.«

Die Tat des Rauschens verführt zu allen Verbrechen, die den Betrunkenen anbieten, und macht ihn kühn — deshalb wurde der Khamr ›Mutter der Übel‹ genannt; das ist ein Hinweis auf seinen Schaden für die Seele hinsichtlich Moral und Sitte. Denn der Khamr verursacht die Begehung tierischer Schamlosigkeiten und wilder Verwerflichkeiten; der Betrunkene übertritt sogar gegenüber Verwandten, denn die Unterscheidungsfähigkeit schwindet, die Natur überwiegt und der Glaube schwindet — und der Betrunkene greift an, wen er normalerweise nicht angreift, und versucht, was ihm sonst keinen Weg bietet, weil er keine Strafe fürchtet und die Folgen nicht bedenkt.

2 — Die finanziellen und wirtschaftlichen Schäden:

Denn der Khamr verzehrt das Vermögen und vernichtet den Reichtum, wie ʿAntar sagte: »Wenn ich trinke, dann bin ich ein Verschwender meines Vermögens.« Übertreibung und Verschwendung haben manchen Reichen verarmen und viele Häuser zugrunde richten lassen.

Studien zeigen, dass der Schaden der amerikanischen Industrie durch Sucht auf mehrere Milliarden Dollar jährlich geschätzt wird — als Folge von Absentismus, Leistungsrückgang, Arbeitsunfällen und dauerhafter Gefährdung. Vielleicht ist eine der schlimmsten Gefahren des Alkohols die Verkehrsunfälle, die Tausende unschuldiger Opfer hinraffen.

3 — Die religiösen Schäden:

Zu den Schäden des Khamr in der Religion — hinsichtlich ihres Geistes und der Zuwendung des Dieners zu Allāh dem Erhabenen — gehört, dass vom Betrunkenen kein Gottesdienst vollzogen werden kann, insbesondere das Gebet, das die Säule der Religion ist. Deshalb sagte der Erhabene in dem Vers der Sure al-Māʾida: »Er hält euch vom Gedenken Allāhs und vom Gebet ab.« (Al-Māʾida, 5:91)

4 — Die gesundheitlichen Schäden:

Von chronischer Alkohol-Abhängigkeit spricht man, wenn die tägliche Alkohol-Zufuhr 20 Gramm bei Frauen und 60 Gramm bei Männern überschreitet.

Die Alkohol-Abhängigkeit führt zu einer Vielzahl von Störungen in verschiedenen Körpersystemen: dem zentralen Nervensystem, dem peripheren Nervensystem, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, den endokrinen Drüsen, dem Blut, dem Bewegungsapparat, den Muskeln und der Haut, dem Knochenmark, dem Immunsystem. Die Sterblichkeitsrate bei Alkoholabhängigen ist etwa fünfmal höher als bei denjenigen, die keinen Alkohol trinken. Außerdem sind Alkohol für Frauen schädlicher als für Männer, da der Alkohol-Metabolismus bei Frauen langsamer und schwächer ist. Dazu kommen Verkehrsunfälle, Suizidneigung sowie der Rückgriff auf aggressive und sexuelle Gewalt.

Man muss unterscheiden zwischen den toxischen Wirkungen des Alkohols selbst, seinen primären Metaboliten (Acetaldehyd), den biologisch-physiologischen Wirkungen auf die Zellmembran und die Transportproteine, sowie den Wirkungen, die aus dem Intermediärstoffwechsel entstehen — wie die Bildung von Acetoin, Laktat, Urat und Beta-Hydroxybutyrat, was zu einer metabolischen Azidose führt.

Alkohol wirkt über die Freisetzung von Katecholaminen und Kortisol auf den Katabol-Stoffwechsel und steigert die Lipogenese in der Leber, was zu Hyperlipidämie führt. Außerdem verursacht er Mängel an wichtigen Nährstoffen und beeinträchtigt die Glykogenolyse, was zu Unterzuckerung führt.

Alkohol verursacht auch Unterernährung durch eine Beeinträchtigung der Darmresorption und einen Mangel an Vitaminen und Mineralien, insbesondere Vitamin B6, Folsäure, Vitamin B1, B2 sowie Kalzium, Magnesium, Zink und Phosphor.

Es ist zu unterscheiden zwischen zwei Hauptfaktoren beim Alkoholkonsum: dem Alkohol-Missbrauch (Zufuhr über 60g bei Männern und 20g bei Frauen täglich, was zu organischen, psychischen und neurologischen Schäden führt) und der Alkohol-Abhängigkeit (bei der ein Entzugssyndrom beim Aufhören auftritt).

Man schätzt, dass etwa 3–5% der Bevölkerung Deutschlands alkoholabhängig sind — das sind mehr als 2 Millionen Menschen.

Alkoholische Getränke waren seit Jahrtausenden bei den meisten alten Völkern bekannt, wie den Sumerern, Ägyptern, Griechen und Römern. Seit dem elften christlichen Jahrhundert begann der Mensch, hochkonzentrierte Alkohol-Getränke herzustellen, indem er die Destillation in die Herstellung von Wein einführte.

Der Alkohol steht heute an der Spitze der suchtverursachenden Stoffe. Seit Beginn des Jahres 1971 schwankt der Pro-Kopf-Verbrauch in der Bundesrepublik Deutschland an reinem Alkohol bei etwa 12 Litern jährlich — das bedeutet, dass Deutschland an fünfter Stelle unter den größten Alkohol konsumierenden Ländern Europas steht, wo Frankreich den ersten Platz belegt, gefolgt von Spanien, Luxemburg und Portugal.

Das Alkohol-Problem bei Jugendlichen ist eines der großen Probleme. In einer Statistik von 1976 zeigte sich, dass 47% der Jugendlichen im Alter von 12–24 Jahren täglich regelmäßig oder mehrmals wöchentlich Alkohol konsumieren. Der erste Kontakt Jugendlicher mit Alkohol erfolgt im Alter von 11 Jahren; im Alter von 12–14 Jahren liegt der Anteil der regelmäßigen Trinker bei etwa 17%, steigt auf 46% im Alter von 15–17 Jahren und auf 56% im Alter von 18–20 Jahren.

Aus der Islamischen Enzyklopädie »as-Safīr«, Band 11–12, unter dem Stichwort »Sucht«:

»Sucht bedeutet sprachlich: an einer Sache festhalten und ihr gewohnheitsmäßig nachgehen, ohne davon abzulassen. Es ist das Verbalsubstantiv des Verbs ›admana‹ — man sagt: admana ash-sharāb wa-ghayrahū, d.h. er setzte das Trinken oder anderes fort und hörte nicht damit auf.

Das Wort ›Sucht‹ (idmān) kommt im Heiligen Qurʾān nicht vor; es erscheinen jedoch seine Ableitungen in Hadithen des Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil seien auf ihm: »Jedes Rauschmittel ist Khamr, und jedes Rauschmittel ist verboten; und wer Khamr in der Welt trinkt und dabei stirbt — in ihm verhaftet und ohne Reue —, wird ihn im Jenseits nicht trinken.« (Ṣaḥīḥ Muslim.)

Und sein Wort: »Drei werden das Paradies nicht betreten: der Ungehorsame gegenüber seinen Eltern, der Gewohnheits-Khamr-Trinker und der, der mit Wohltaten aufrechnet.« (Überliefert von an-Nasāʾī von ʿAbdallāh ibn ʿUmar, Allāh sei mit ihnen beiden zufrieden; al-Albānī stuft ihn als gut-authentisch ein.)

Die wissenschaftliche Bedeutung der Sucht ist ein seelischer und manchmal körperlicher Zustand, der aus der Wechselwirkung zwischen dem Lebewesen und einem der Arzneimittel entsteht. Dieser Zustand ist durch Verhaltensreaktionen und andere Reaktionen gekennzeichnet, die meistens physiologischer Natur sind, und beinhaltet immer eine Art Zwang, das Arzneimittel fortwährend oder in Abständen einzunehmen, um seine seelischen Wirkungen zu spüren oder um die seelischen und körperlichen Beschwerden bei seinem Fehlen zu vermeiden.

Von den wichtigsten Anzeichen der Sucht: das Empfinden des Betroffenen von einem dringenden Bedürfnis oder Zwang, eine bestimmte Substanz zu sich zu nehmen; das Vermeiden einer Art Bedrängnis oder seelischem Schmerz bei Nichteinnahme; und die Toleranzsteigerung, bei der die Wirkung einer gleichbleibenden Menge nachlässt, was den Betroffenen dazu zwingt, eine größere Dosis einzunehmen.

Die auf das Nervensystem hemmend wirkenden Substanzen:

Diese Gruppe umfasst alle Substanzen, die eine Art von Hemmung der Funktionen des Gehirns und des Zentralnervensystems bewirken. Zu dieser Gruppe zählt das Ethylalkohol (Ethanol) — das Methylalkohol (Methanol) hingegen führt bei Einnahme sofort zur Erblindung oder zum Tod.

Zum Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland: Man schätzt den jährlichen Verbrauch an reinem Alkohol pro Person in Deutschland auf ca. 13 Liter im Jahr 1991, was bedeutet, dass jeder Deutsche einschließlich Säuglinge und Greise täglich 33 Gramm Alkohol trinkt. Die gesundheitlichen Behandlungskosten für Alkohol und seine Probleme werden auf mehrere Milliarden jährlich geschätzt.

Die wichtigsten Organe, in denen der Alkohol-Metabolismus am höchsten ist, sind: Leber und Zentralnervensystem — deshalb sind sie am meisten von der Alkohol-Abhängigkeit betroffen.

Die wichtigsten Merkmale des Alkohol-Metabolismus:

1 — Alkohol enthält einen hohen Kaloriengehalt von 7 Kilokalorien pro Gramm, aber diese Kalorien decken nicht den täglichen Bedarf an Nährstoffen. Sie tragen jedoch zur Gewichtszunahme bei Abhängigen bei. Die Alkohol-Abhängigkeit verursacht einen Appetitverlust und damit Unterernährung und Vitaminmangel.

2 — Alkohol wird nicht über die Nieren oder die Lunge ausgeschieden, obwohl nach der Einnahme von Alkohol eine Harnausscheidung erfolgt.

3 — Alkohol wird niemals im Körper gespeichert, was erklärt, warum eine schnelle Entgiftung nach dem Konsum großer Mengen nicht möglich ist.

4 — Die Oxidation des Alkohols im Körper beschränkt sich auf die Leber, was die schweren Leberschäden bei chronischer Alkoholvergiftung erklärt.

Dr. Aḥmad Dhakī schreibt in seinem Artikel in der Zeitschrift ar-Risāla (Nr. 2): »Der Mensch trinkt den Wein, welcher er auch sei; dann nimmt der Magen und der Darm den Alkohol rasch auf; er gelangt ins Blut und dann in jede Membran des Körpers und verbrennt dort zu Kohlendioxid und Wasser. Und ein Teil des Alkohols — bis zu 8% — tritt über den Urin und die Lunge beim Atmen aus, weshalb sein Geruch im Mund spürbar ist. Manche trinken heimlich und glauben, der Geruch hafte an ihren Wangen, und waschen ihren Mund, denkend, sie hätten sich verborgen — aber ihre Lungen treiben das Geheimnis in lauter Stimme heraus, die beredter ist als die Lippen.«

1 — Die psychischen und nervlichen Schäden:

Dr. Asʿad al-Ḥakīm in einem Vortrag vor der Arabischen Sprachakademie in Damaskus (1930):

»Der Mensch, der Alkohol zu sich nimmt, durchläuft mehrere akute Stadien, die sich in fünf Phasen einteilen lassen: die Phase der Euphorie, die Phase des Angetrunkenseins, die Phase der Trunkenheit, die Phase des Komas und die Phase der Lähmung.

Die Euphorie: Das ist der seelische Zustand, den der Mensch erlebt, wenn er wenig Alkohol zu sich nimmt — die erste Stufe des Rausches. Sie gleicht in ihren Symptomen der als Manie bekannten Wahnsinnsart, dem sogenannten ›Hexenwahn‹; sie ist durch körperliche Aktivität und Gedankenfreiheit gekennzeichnet. Das Gesicht rötet sich, die Augen leuchten auf, die Herzschläge nehmen zu, die Atemzüge werden mehr, die Nerven werden betäubt und die Schmerzen beruhigen sich. Der Mensch fühlt eine angenehme Wärme in allen seinen Gliedern und Leichtigkeit in seinem Körper; er bildet sich ein, seine Kräfte seien gewachsen und er sei leistungsfähiger als zuvor. Seine Zunge löst sich, sein Reden nimmt zu, seine Gedanken und Einfälle strömen — mit Schwäche in ihren Verbindungen und Unzusammenhängigkeit in ihrer Folge. Das Gedächtnis belebt sich und die Vorstellungskraft schweift aus. Er erinnert sich an Vergessenes und erfindet imaginäre Bilder, zu denen er im nüchternen Zustand unfähig wäre. Wegen der Betäubung des Hemmungs-Systems lösen sich seine verborgenen Neigungen aus ihren Fesseln, und seine wahre Natur kommt zum Vorschein — er verrät viele seiner Geheimnisse, die er bisher sorgfältig gehütet hatte. Deshalb gilt der Alkohol als der Maßstab der Persönlichkeiten und der Prüfstein der Charaktere. Der Betrunkene verfällt in dieser Phase dem Hochmut und dem Egoismus und der Arroganz; er wird schnell reizbar und neigt zu Gewalttätigkeit und Streit. Alkohol stört das Gleichgewicht zwischen dem äußeren, künstlichen Ich des Menschen und seinem verborgenen, inneren Ich. Es wäre ein schwerer Irrtum zu glauben, er verleihe dem Menschen Tugenden, die nicht in ihm vorhanden sind — denn ein Gefäß gibt nur aus, was in ihm ist.«

Die zweite Phase: Das Angetrunkensein:

Diese Phase ist durch das Verblassen der vorherigen intellektuellen Aktivität und das Freiwerden von Emotionen, Sinnen und Gefühlen, die Betäubung des moralischen Sinns gekennzeichnet. Der Trunkene ist in seinen Trieben und Instinkten ausgeliefert, insbesondere dem Geschlechtstrieb; diese Begierden bemächtigen sich seiner Egozentrizität und treiben ihn dazu, sie zu zeigen — spottet der Tradition und dem öffentlichen Anstand, sinkt von den Geistigen zu den Sinnlichen ab und setzt sich dem Angriff auf Ehre und Keuschheit aus.

Diese Symptome verstärken sich mit zunehmendem Alkoholkonsum, und am Ende dieser Phase zeigen sich Vergiftungssymptome im Bewegungsnervensystem; das Gleichgewicht der Muskelbewegungen bricht zusammen, der Betrunkene zittert und wankt, er kann nicht sicher gehen, sein Gleichgewicht schwindet, seine Rede wird undeutlich und er sinkt in geistige und sensorische Erstarrung.

Die dritte Phase: Das Koma:

Dies ist die Phase des Schlafs und der Betäubung, die deutlich zeigt, dass alkoholische Rauschmittel Betäubungsmittel sind — wie Opium und Haschisch — und keine Stimulanzien, wie man früher glaubte. Der Betrunkene verliert seine Bewegungskraft und ist unfähig zu gehen; er fällt, wo ihn die Trunkenheit hinwirft, kraftlos mit gebeugtem Kopf und Rücken, mit sinkenden Augenlidern, in einem dunklen Aufruhr des vagen Eigenlebens versunken.

Die vierte Phase: Die Lähmung:

Hier sehen wir jenen aufrechten Menschen, der kurze Stunden zuvor Gegenstand wohlgefälliger Blicke war, als leblosen Körper daliegen ohne Regung; sein einziges Lebenszeichen sind rauhe Atemzüge, die sich erheben, und schwache, unregelmäßige Herzschläge; von ihm strömt übler Geruch durch Lähmung der Blase und des Mastdarms — ein Anblick, von dem sich die Augen abwenden und dessen Beschreibung die Ohren abstößt.«

2 — Die chronische Alkohol-Erkrankung (Alkoholismus):

»Der chronische Alkoholismus beginnt, wenn das Gehirn unfähig wird, die Wirkung des Alkohols zu ertragen. Er manifestiert sich in einer Veränderung des Charakters und der Sitten des Betreffenden; man sieht jenen höflichen jungen Mann, der sein ganzes Leben bis heute ein Muster an Fleiß, Ernsthaftigkeit und gutem Verhalten war, versuchen, von seinen Sitten und Gewohnheiten abzuweichen und einem egoistischen Leben zuzustreben; er verkehrt mit Menschen, mit denen er sich früher nicht vertrug, bleibt zu ungewohnten Zeiten weg von Haus, sein Umgang mit der Familie wird rauer, er vernachlässigt seine Pflichten gegenüber seiner Familie und hält sich häufig in Cafés und Kneipen auf. Eine Gruppe von Weisen hat diese moralische Schwachsinnigkeit als das Grundsymptom des chronischen Alkoholismus bezeichnet und es ›den erworbenen moralischen Wahnsinn‹ genannt — denn die Störung betrifft alle Bereiche der moralischen Tätigkeit: die Beziehungen des Menschen zu sich selbst, zu seiner Familie und zu anderen, sowie seine sozialen und beruflichen Beziehungen.«

Das Delirium tremens (alkoholisches Entzugssyndrom):

Das Delirium tremens entsteht durch den abrupten Entzug nach chronischem Alkoholmissbrauch und tritt meistens 24–48 Stunden nach dem Trinkstopp auf. Es gibt drei Formen: das dauernde Delirium, das vorübergehende oder ausgelöste Delirium (ausgelöst durch Infektionen oder Traumata), und das Entzugsdelirium.

Dem Delirium gehen Vorboten voraus, bekannt als das Prä-Delirium-Syndrom: Schlafstörungen, Angst und Zittern, Verwirrung und Unruhe, vorübergehende Halluzinationen, Tremor und epileptische Anfälle.

Die Symptome des alkoholischen Delirium tremens umfassen: psychiatrische Symptome (Bewusstseinsstörung, besonders räumliche und zeitliche Desorientierung, Angstneurose, besonders nachts, visuelle Halluzinationen, bei denen der Patient kleine bewegliche Tiere und Geister sieht); sowie körperliche Symptome (grobes Zittern der Hände, Zunge und des Kopfes, übermäßiges Schwitzen, Herzrasen, Fieber, gesteigerte Reflexe, Übelkeit und Erbrechen, generalisierte Krampfanfälle und Sturzneigung mit Gleichgewichtsverlust). Das Delirium endet nach einigen Tagen mit einem tiefen, langen Schlaf.

2 — Die Magen-Darm-Schäden (Alkohol und das Verdauungssystem):

Nach dem Konsum von Alkohol ist es natürlich, dass der obere Verdauungstrakt mit der höchsten Alkohol-Konzentration in Kontakt kommt. Deshalb ist es nicht überraschend, dass starke toxische Auswirkungen in der Schleimhaut des oberen Verdauungstrakts durch diesen direkten Kontakt vorhanden sind.

Alkoholische Getränke enthalten neben Ethanol weitere Stoffe wie Methanol, aromatische Verbindungen, biogene Amine und einige krebserregende Substanzen. Außerdem ist die Alkohol-Abhängigkeit mit Mängeln an bestimmten Nährstoffen verbunden, was sich ebenfalls auf den Verdauungstrakt auswirkt.

1 — Die Speiseröhre:

Bei Patienten mit alkoholtypischer peripherer Nervenschädigung lassen sich Störungen der Speiseröhrenbeweglichkeit beobachten, ohne dass klinisch eine Schluckstörung zu bemerken ist. Bei schwerer Alkoholvergiftung begünstigt die Schwächung des unteren Speiseröhren-Schließmuskels das Auftreten einer Reflux-Ösophagitis.

Die chronische Alkohol-Abhängigkeit begünstigt zehnfach häufiger das Auftreten von Speiseröhrenkrebs vom Plattenepithel-Typ, und das Krebsrisiko steigt, wenn Alkohol mit Tabakrauchen kombiniert wird.

Zudem begünstigt die Alkohol-Abhängigkeit das Auftreten einer Leberzirrhose, die ihrerseits zu einem Pfortaderhochdruck führt, der mit der Entstehung von Ösophagusvarizen und ihren gefährlichen und manchmal tödlichen Blutungen einhergeht.

2 — Magen und Zwölffingerdarm:

Zu den Komplikationen des übermäßigen Alkoholkonsums gehört die hämorrhagisch-erosive Gastritis. Alkohol verursacht Veränderungen der Magenschleimhaut-Barriere und erhöht die Durchlässigkeit der Schleimhaut für Wasserstoffionen, was zu einer Mageninnenentzündung führt.

Die Alkohol-Abhängigkeit begünstigt zudem im fortgeschrittenen Stadium eine atrophische Gastritis mit Sekretionsmangel, was für Magenkrebs prädisponieren kann.

3 — Die Bauchspeicheldrüse:

Übermäßiger Alkoholkonsum kann eine akute Pankreatitis auslösen, die nekrotisch und tödlich verlaufen kann. Die chronische Alkohol-Aufnahme verursacht chronische Pankreatitis und Pankreasinsuffizienz. In Deutschland macht die Alkohol-Einnahme mehr als 60% der Ursachen für chronische Pankreatitis aus.

4 — Der Dünndarm:

Chronischer Alkohol-Konsum kann Störungen der Darmfunktion und der Resorption verursachen; es kommt zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralien und zu Beeinträchtigungen der Immunabwehr des Darmepithels.

Bei etwa 50% der Alkoholiker lassen sich Anzeichen und Symptome einer Malabsorption beobachten. Die Ursachen sind vielfältig und betreffen nicht nur eine gestörte Darmfunktion, sondern auch eine unzureichende Leber- und Bauchspeicheldrüsenfunktion bei Alkoholikern. Der chronische Alkohol-Konsum verursacht morphologisch-zelluläre Veränderungen im Dünndarm, besonders im Bereich des Jejunums; die Membrandurchlässigkeit steigt, was vermutlich die erhöhte Rate innerer Vergiftungen bei Alkoholikern erklärt. Alkohol hemmt auch intrazelluläre Stoffwechselvorgänge wie die Glykolyse und vermindert den Gehalt bestimmter Energie-Elemente sowie die Funktion wichtiger Enzyme, die eine wichtige Rolle bei der Wasser- und Natriumresorption spielen.

4 — Die Bauchspeicheldrüse:

Hier wird die Entstehung einer akuten oder chronischen Pankreatitis durch Alkohol beobachtet: Übermäßiger Akut-Alkohol-Konsum kann eine akute Pankreatitis auslösen, die nekrotisch und tödlich verlaufen kann; der chronische Alkohol-Konsum verursacht eine rezidivierende akute Pankreatitis mit chronischem Verlauf und Pankreasinsuffizienz.

Die ursächliche Beziehung zwischen Alkohol-Konsum und Bauchspeicheldrüsenschäden ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt. In Deutschland macht die Alkohol-Einnahme mehr als 60% der Ursachen für chronische Pankreatitis aus. Dauer und Menge des Alkohol-Konsums spielen die entscheidende Rolle bei der Bestimmung der alkoholischen Bauchspeicheldrüsenschäden: Es wurde festgestellt, dass ein Konsum über durchschnittlich zehn Jahre von mehr als 40g täglich bei Frauen und mehr als 80g täglich bei Männern die Gefahrenschwelle für Bauchspeicheldrüsenschäden überschreitet. Die Bauchspeicheldrüse und die Leber sind die am stärksten betroffenen Organe bei chronischem Alkoholismus.

Die akute Pankreatitis beim chronischen Alkoholismus geht mit starken krampfartigen Bauchschmerzen einher; in einigen Fällen kommt es zu wiederkehrenden akuten Attacken, die schwerwiegend sein und mit nekrotischer akuter Pankreatitis tödlich enden können. Der Zustand kann von Gelbsucht begleitet sein; in chronischen Fällen kommt es zu Malabsorption, Pankreasinsuffizienz und Diabetes mellitus.

5 — Die Leber:

Der Anstieg des Alkohol-Konsums in einigen Ländern, darunter Deutschland, wo der Alkohol-Verbrauch zwischen 1955 und 1978 um 128% gestiegen sein soll, hat zu einer Zunahme der alkoholbedingten Leberschäden und einer erhöhten Sterblichkeit durch Lebererkrankungen alkoholischen Ursprungs geführt, insbesondere Leberzirrhosen.

Die erste und häufigste Komplikation alkoholbedingter Leberschäden ist die Fettleber, die sich ohne Komplikationen vollständig zurückbilden kann, wenn der Abhängige den Alkohol aufgibt; wenn die Abhängigkeit anhält, ist die schwerwiegende und lebensbedrohliche Komplikation, die sich nicht zurückbildet, die alkoholische Leberzirrhose.

Die Alkohol-Abhängigkeit ist die häufigste Ursache chronischer Lebererkrankungen in Europa und der deutlichste Grund für das Auftreten von Leberzirrhose; mehr als 50% der Leberzirrhosen in Deutschland haben eine alkoholische Ursache.

Die Prognose bei fortgeschrittener Leberzirrhose ist sehr schlecht, besonders durch das Auftreten von Komplikationen wie Ikterus, Aszites, Ösophagusvarizen-Blutungen, Leberversagen und Leberkrebs — der eine der gefährlichsten Komplikationen der Leberzirrhose darstellen kann.

Dr. Nabīl aṭ-Ṭawīl in seiner Broschüre »Alkohol und seine Schäden für Körper und Geist«:

»Im Verdauungssystem reizt der Alkohol die Zellen, die die Wand des Verdauungsrohrs überziehen; als Folge dieser Reizung steigen die Säureabsonderungen im Magen, was den für die Verdauung der Eiweißstoffe notwendigen Pepsin-Spiegel senkt. Als Folge davon wird die Magendigestion gestört — wenn der Alkohol-Gehalt des getrunkenen Getränks etwa 20% beträgt; bei einem Alkohol-Gehalt von 40% und mehr tritt eine starke Hyperämie der Magenschleimhaut auf, der dann eine akute Entzündung folgt, die bei anhaltendem Trinken zur chronischen Entzündung wird. Es ist in wissenschaftlichen Statistiken bewiesen, dass ein Drittel der Abhängigen an chronischer Magenentzündung leidet.«

3 — Wirkungen des Alkohols auf die Blutbildung:

Bei chronischer Alkohol-Abhängigkeit kann es unter bestimmten Umständen zu schwerwiegenden Störungen aller drei Blutelemente kommen — durch die direkte toxische Wirkung auf das Knochenmark und durch Nährstoffmangel, der mit der Alkohol-Abhängigkeit einhergeht, sowie durch vorhandene alkoholische Leberschäden. Es werden atypische rote Blutkörperchen beobachtet; Folsäure-Mangel, der bei Alkoholikern nicht selten ist, führt zu megaloblastärer Anämie und zu Granulozytopenie. Auch ein Mangel an Thrombozyten wird beobachtet.

4 — Die alkoholische Kardiomyopathie:

Alkohol und sein Metabolit Acetaldehyd können schwerwiegende strukturelle Schäden auf der Ebene der Herzmuskelzellen verursachen, die sich klinisch in einer verminderten Kontraktionskraft des Herzmuskels äußern. Bei der alkoholischen Kardiomyopathie werden schwere funktionelle Vergiftungsstörungen des Herzmuskels mit beidseitiger Herzinsuffizienz und Herzvergrößerung beobachtet — was unter die Kategorie der kongestiven Kardiomyopathie fällt. Die wichtigsten Symptome sind: Belastungsdyspnoe, nächtliche Atemnot im Liegen, Herzklopfen, Ohnmacht und Beinödeme.

5 — Toxische Wirkungen auf den Embryo und den Fötus bei Schwangeren (alkoholische Embryopathie):

Die missbildende Wirkung des Alkohols auf den Embryo wurde beschrieben, und es entstand, was als »fötales Alkohol-Syndrom« bezeichnet wird, da die missbildenden Wirkungen des Alkohols meistens in der Embryo-Phase auftreten. Die Rate der alkoholischen Embryopathie wird auf 25–50% der alkoholabhängigen Frauen geschätzt.

Die wichtigsten Symptome dieses Syndroms: 1 — Allgemeine Wachstumsverzögerung vor und nach der Geburt. 2 — Gesichtsfehlbildungen: darunter kleine Lidspalten, kleines Kinn, Fehlbildungen der Ohren. 3 — Störung der psychischen und geistigen Entwicklung. 4 — Mikrozephalie (kleiner Kopf und Gehirn), die in mehr als 80% der Fälle beobachtet wird. 5 — Andere körperliche Entwicklungsstörungen: in Knochen, Herz und Geschlechtsorganen. Der Schweregrad der Missbildungen hängt hauptsächlich von der Dauer der Abhängigkeit ab.

6 — Wirkung des Alkohols auf das Atemsystem:

Der Alkohol-Konsum wirkt auf den Kehlkopf ein; bei Alkoholikern ist eine erhöhte Rate akuter und chronischer Kehlkopfentzündungen zu beobachten. Alkohol — besonders wenn er mit Tabakrauchen kombiniert wird, was nicht selten ist — erhöht das Auftreten von Kehlkopftumoren und -karzinomen. Alkoholiker sind auch dem Auftreten chronischer Bronchitis ausgesetzt; außerdem schwächt Alkohol die Atemzentren im Gehirn, was zu chronischer Ateminsuffizienz prädisponiert. Es wird auch eine erhöhte Rate von Rippenfrakturen bei Alkoholikern beobachtet, sowie eine erhöhte Rate akuter und wiederkehrender Lungen- und Bronchialentzündungen und ein erhöhtes Risiko für Bronchial- und Lungenkrebs.

Der Khamr… und die Literatur

Muṣṭafā Luṭfī al-Manfalūṭī in »an-Naẓarāt« (Band I, S. 29) unter dem Titel »Das erste Glas«:

»Ich hatte einen Freund, den ich liebte und an dem ich schätzte die Reinheit seines Herzens, die Klarheit seiner Gesinnung und seine Treue und Aufrichtigkeit in Zeiten der Ferne und der Nähe, des Zorns und der Geduld, der Verstimmung und der Zufriedenheit. Dann trennten uns die Umstände — eine Trennung des Lebens, nicht des Todes. So beweine ich ihn heute als Lebenden mehr, als ich ihn beweinat hätte, wäre er tot; ja, ich beweine nur sein Leben, und ich wünsche mir nur seinen Tod. Habt ihr je von einer seltsameren Herzensregung gehört?

Dann erzählt er, wie sein Freund der Sucht verfiel und wie Schmeichler ihn zum ersten Glas verführten, indem sie behaupteten: »Alkohol heilt den Kummer, gibt dem Körper Glanz, löst die Zunge, lehrt die Beredsamkeit, ermutigt den Feigling und macht das Herz kühn.«

Er sagt: »Ich glaubte, im Alkohol vier Vorzüge zu finden: Glück, Gesundheit, Redegewandtheit und Mut; und ich fand in ihm vier Übel: Armut, Krankheit, Verfall und Wahnsinn.

Die Röte, die der Alkohol in den Körperteilen hinterlässt, täuschte sie über seine Gesundheitswirkung, und aus der Redegewandtheit wurde dummes Geschwätz und schmutzige Zunge, und aus dem Mut wurde Prahlerei, die nur im Gefängnis Ruhe findet, und aus dem Glück wurden die wenigen Augenblicke, in denen der Verstand des Trinkers umnebelt ist und er blind für das wird, was ihn umgibt.«

Als ich diesen sterbenden Mann besuchte, klagte er: »Ich leide unter dem ersten Glas — dem Glas, dem ich meinen Reichtum, meinen Verstand, meine Gesundheit und meine Ehre übergab. Und heute übergebe ich ihm mein Leben.«

Ich sagte: »Ich hatte dich beraten und ermahnt und dich vor diesem Ende gewarnt.« Er sagte: »Du wusstest, als du mich beratest, von den Gefahren dieses elenden Lebens mehr als ich. Aber ich hatte das erste Glas getrunken, und die Sache entzog sich meiner Hand. Jedes Glas, das ich trank, hat das erste Glas gegen mich begangen — doch das erste selbst wurde nur von meiner Schwäche und der Unzulänglichkeit meines Verstands gegen mich begangen, durch Freunde und Gefährten.«

Ahmad Amīn, Allāhs Erbarmen sei mit ihm, in ar-Risāla (Nr. 202) unter dem Titel »Ein Phänomen und seine Erklärung«:

Er beschreibt die Psychologie der Trinkgesellschaft und wie sie jeden Nüchternen, der unter ihnen sitzt, verachtet — »denn er erinnert sie an die Tugend, während sie das Laster begehen, und sie fühlen sich durch seine Anwesenheit gering.« Er erklärt, dass die Ursache für die Verbindung zwischen Lasterhaften immer die Scham vor der eigenen Erniedrigung ist und das Bedürfnis, ihr zu entfliehen, indem man Gleichgesinnte findet.

»Das Laster«, schreibt er, »stärkt oft die Freundschaft zwischen seinen Anhängern: der Spieler ist dem Spieler am nächsten, der Trunken dem Trunkenen — und selten siehst du das bei der Tugend. Die Ehrlichkeit verbindet kaum zwei Menschen durch ihre Ehrlichkeit, und die Gerechtigkeit verbindet selten. Der Grund ist, dass die Lasterhaften die Erniedrigung durch ihr Laster fühlen und zu ihresgleichen fliehen, um dieses Gefühl loszuwerden.«

Ahmad Amīn in »Ḍuḥā al-Islām« (Band I, S. 118):

»Der Alkohol war bei den Arabern verbreitet und seine Arten waren vielfältig. Als die Abbasiden kamen, verfeinerren sie seine Arten und die Trinkgesellschaften und Symposien darüber. Der Islam trat mit dem Kampf gegen den Khamr auf, und das Verbot wurde in dem Vers geoffenbart: ›Wahrlich der Khamr und das Glücksspiel…‹ Und die drei großen Rechtsgelehrten — Mālik, ash-Shāfiʿī und Aḥmad ibn Ḥanbal — gingen zum vollständigen Verschluss der Tür über und interpretierten den Khamr in dem Vers so, dass er alle berauschenden Nabīdh-Getränke aus Datteln, Rosinen, Gerste, Hirse, Honig und anderen umfasst.«

Iyās ibn Muʿāwiya über die Logik des Verbots:

Iyās ibn Muʿāwiya war einer der berühmten Richter im Islam und ein Sprichwort an Klugheit und Scharfsinn. Als ein Dorfältester zu ihm kam und fragte: »Ist der Rauschtrank verboten oder erlaubt?« — und dann versuchte, die Erlaubnis durch einen sophistische Schluss herzuleiten (Wasser ist erlaubt, Datteln sind erlaubt, Koriander ist erlaubt — wie kann ihre Mischung verboten sein?), antwortete Iyās: »Wenn ich eine Handvoll Erde nach dir würfe, würde das weh tun?« — »Nein.« — »Und eine Handvoll Stroh?« — »Nein.« — »Und eine Handvoll Wasser?« — »Nein.« — »Was aber, wenn ich all dies mischte, es trocknen ließ bis es Lehm wurde und es dann nach dir würfe?« — »Beim Allāh, das würde mich töten.« — Da sprach Iyās: »So ist es mit jenen Dingen, wenn sie sich vereinigen.«

Gedichte über den Wein:

Im Tadel des Weins — al-Maʿarrī:

Meide die Mutter der Laylā mit Ablehnung, denn sie / ist ein Weib, das die Stämme von Ṭasm und Mārib in den Untergang geführt hat.

Das Kriechen von Ameisen aus dem Rauschwein dünkt dich / an deinem Körper schlimmer als das Kriechen der Skorpione.

Und wenn sie wie Wasser frei und erlaubt wäre / würden die Reifgereiften aus Vernunft und Erfahrung trotzdem auf sie verzichten.

Sie begrüßt die Gesichter der Trinker wie ein Friedlicher / doch hinter dem Lächeln ist der Hinterhalt des Kämpfers.

Wenn sie getötet wird, fürchtet der gesunde Sinn eine Tat / und wird als Erster der Jünglinge zum Fliehenden.

Feind des Verstands — sie zog das Schwert und erhob sich damit gegen das Volk, obwohl sie nicht kämpfte.

Nicht sah das Indische in der Hand sie mit Gewalt / doch wandte sie es in den Fingern des Schlagenden.

So entfernte sie nur den edelsten Begleiter / und erreichte nur die niedrigsten Zwecke.

Sie zieht dem Jüngling das Gewand aus, während er unachtsam ist / und entzündet zwischen den Verwandten den ewigen Krieg.

Der Verstand schwor und der Rausch bezeugte, dass sie / tadelnswert in ihrer Nachwirkung und nicht erlaubt für den Trinker ist.

Al-Maʿarrī:

Wäre der Wein erlaubt, hätte ich ihm nie / für mich die Tür geöffnet — weder heimlich noch öffentlich.

Der Verstand schwor und der Rausch bezeugte, dass sie / tadelnswert in ihrer Nachwirkung und dem Trinker nicht erlaubt ist.

Al-Maʿarrī:

Der Weinbruder — wenn er spricht, findest du / für das Beste, was er sagt: die Stille.

Er trinkt davon, bis er erbricht — kein Wunder, wenn man sagt: bis er stirbt.

Al-Maʿarrī:

Das Leben lehrte seinen Freund seine Freuden und Leiden / wer von den Verwandten vierzig Jahre erreichte —

Hat damit keine Entschuldigung mehr, wenn er am Abend an Erfahrungen arm ist.

Oh du, der den Lautenstock langsam schlägt — seinem Rücken / liegt keine Last, die schwerer wäre als die des Schlagenden.

Schon dich! Ich bezeugte, dass du ungerecht bist / unter Ungerechten: Fremden wie Verwandten.

Sag dem Wein, der dem Verstand zuwider ist — sie zieht für ihn stets die Schwerter der Kämpfer.

Würde dich nur der Schaden am Menschen verbieten / wärst du als erlaubt für den Trinker übrig geblieben.

Doch schützte dich der Verstand, der der Herrscher ist — so entferne dich hinter dir ins Vergängliche.

Al-Maʿarrī:

Die babylonische Frau ist die Tür zu allem Unheil / hüte dich vor dem Einbrechen jener Tür.

Sie brachte das Zanken des Freundes und seine Entfremdung / das Leid des Trinkgefährten und die Trennung der Geliebten.

Die Mutter der Blasen — auch wenn ihre Flamme durch Mischung gelöscht wird / kam sie wie die Mutter der Blasen.

Sie enthüllte den Schleier der Verheirateten und zwang / die Sklaven, die Herren zu demütigen.

Sie lässt die grauhaarigen Greise einbilden / sie hätten in hohem Alter das Gewand der Jugend angelegt.

Wenn du die Ereignisse betrachtest, findest du / die braunen Weinfässer zu Feinden des Verstands geworden.

Al-Maʿarrī:

Wie mancher Würdenträger wurde durch den Wein zum Unbesonnenen / während er zuvor wie ein Berg von Thahlān war oder fester.

Der Wein macht für sie die Bitterkeit des Lebens süß / und erinnerte sie an ihre erste Wohnung.

Sie erhaschten eine rasch ergriffene Lust daraus / und kümmerten sich nicht darum, was sie von der Hölle treffen wird.

Der Wein genügte den Trinkern — außer den von edlem Verstand / — wer von ihm Mangel hat, wird als der Schlimmste der Bedürftigen gefunden.

Al-Maʿarrī:

Wahrlich, die Becher des Weins gleichen den Schwertern / und der Tod liegt in ihrer Schneide.

Ihre Ameisen, wenn sie im Körper kriechen / sind schädlicher für die Seele als ihre Skorpione.

Und alles, was den Verstand raubt — auch wenn es verschieden ist — gehört zu ihren Verwandten.

Ein Kundiger erprobte sie und kannte ihr Wesen / und der Verstand geht in ihren Erprobungen verloren.

Wenn sie getrunken wird und die Wonne gemischt wird, ist sie zufrieden / mit weniger, als die Ziele erfordern.

Wenn ihr Wein getrunken wird, zeugt und vergeht er / da fürchte Allāh bei ihren Trinkstätten.

Al-Maʿarrī:

Was den Wein betrifft — er hebt den Verstand auf / mit dem er die verschlossenen Rätsel öffnete.

Würden dich die Becher der Trinkgefährten ansprechen / kehrten sie bereut von ihrer Last zurück.

Er verrät das Geheimnis des Freien und des Sklaven / und enthüllt verborgene Andeutungen.

Sein Freund verschleudert die Ruhepausen / bis sie unter den Kostbarkeiten zu Armen werden.

Er verzierte das Hässliche und Seelen berührten es / die zuvor davor zurückgehalten wurden.

Er trinkt ihn und gibt ihn dann wieder von sich — ein Irrgeleiteter / der das Verborgene des Schadenfrohen erspähte.

Er erhebt das Trinken als Ehre in Unwissenheit / wie Schwärme, die wassergesättigt ankamen.

Al-Maʿarrī:

Hüte dich vor dem Wein — er ist verlockend / überwältigend — verloren geht jene Überwältigung.

Unglückbringender als die Kamelstute der Basis / für die Menschen — auch wenn bei ihr das Begehren erfüllt wird.

Al-Maʿarrī:

Die Leute sagen, der Wein löst / was in der Brust an altem Kummer liegt.

Und würde er nicht den Verstand rauben / wäre ich ein Bruder des Weins und des Trinkgefährten.

Al-Maʿarrī:

Ich sehe Menschen mit schwachem Verstand / die ihn durch Weine vernichteten.

Sie offenbarten schändliche Verwerflichkeiten / so lass, was sich verbirgt von den Angelegenheiten.

Al-Maʿarrī:

Vergnüge dich nicht mit dem Wein, denn wenn die Niedrigkeiten / zu ihm führen, fürchte jeden Trinkgefährten.

Ich fand die Kinder der Welt bei jeder Stätte / zählen seine Beklommenheit als Seligkeit.

Al-Maʿarrī:

Dein Getränk ist eine schlechte Sache, die erfreut — es brachte / nur eine nichtige Freude, als es berauschte.

Al-Maʿarrī:

Edler als das Trinken des geschlagenen Weins in goldenem Becher / ist das Trinken von frischer Milch in schlichten Schalen.

Er kam zu dir im Becher wie das Blut einer Gazelle — getötet / er tötete dich. Lass daher das Plündern.

Und der Verstand ist das Edelste, womit du beschenkt wurdest — wenn er eines Tages verschleudert wird, geht er verloren / so verirrte sich der Wein und was er brachte.

Al-Maʿarrī:

Er kroch wie das Kriechen von Ameisen in ihre Fingerspitzen / mit einem Wandernden in den Köpfen der Leute.

Er zerstreut die Sorgen von ihnen — nein, er mehrt ihnen / das Unheil, Trugbilder der Sorge, die auf Zerstreuung erpicht sind.

Al-Maʿarrī:

Wenn du Wein trinkst, bist du nicht sicher vor ihm / dass ein Irrgeleiteter seinen Kater löst.

Du bist durch den Becher von jedem schönen Gewand entblößt / und er hat dir seinen Schleier in die Eingeweide geworfen.

Abū Tammām über den Wein:

Schwach — doch wenn sie eine Gelegenheit trifft / tötet sie, so ist die Macht der Schwachen.

Abū Tammām:

Triff mit der Berauschtheit ihres Bechers den Todesstoß des Tadels / so wirst du als Entschädigung dafür, wenn sie dich tadeln, den Pfeil haben.

Und ein Becher wie der honigsüße Wunsch — ich trank ihn / aber er nahm meinen Verstand mit.

Wenn sie mit Wasser getröstet wird, ist ihre Entschuldigung / eine Flamme wie das Fallen des Feuers in grobes Holz.

Wenn sie aufsteht, kroch sie in den Jüngling, und er meinte, sein Körper / sei von einer Ameisenkolonie besiedelt, als sie in ihm kroch.

Wenn er sie verkostet und sie das Leben ist, sieht man ihn / sich verfinsternd wie einer, der dem Tod entgegengeht.

Wenn die Hand sie mit einer Sehne ergreift und sie sich vervollständigt / in ihrer Schwäche, dann zwingt sie das Bein zur Vergeltung.

Sie wirft ihren Einschenker nieder mit halber Menge / und ihr Niederwerfen durch Unrecht ist im Bild der Gerechtigkeit.

Al-Mutanabbī:

Als der Becher meine Hände zittern ließ / nüchterte ich auf und nichts stand mehr zwischen mir und mir.

Ich verließ den Wein wie das geläuterte Gold / und mein Wein ist das Wolkenregenwasser, silberhell.

Abū Firās:

Ich sehe, dass der Wein in den Verstanden wirbt, bis er sich aufzehrt / wie ein Zipfel von Charakteren, der die Unglücke aufwühlt.

Er steigert dem Töricht des Volkes seine Torheit noch / und lässt den Charakter des Edlen so, wie er ist.

Ibn ar-Rūmī:

Ich trank, als die Jugend es erlaubt hatte / vom Wein das, was das Buch verboten hatte.

Das graue Haar hat sich nun dem Buch gefügt, und so ist er verboten / auf deinen Lippen mit zwei Verboten — wenn du ein Muslim bist.

Nach zwei Verboten des Bechers gibt es keinen Trunk mehr / für den, der Verstand besitzt und Zeichen sieht.

Schon vor der Religion war im grauen Haar ein Mahner / für diejenigen seiner Trinker, die noch eine Spur von Verstand hatten.

Wie auch vor der Religion im grauen Haar ein Abschreckendes war / für den, der durch Trinken desselben noch Scham fühlte.

So lass das Trinken — jetzt, da das Haupt weiß glänzt / aus Sorge, das Herz möge sich verdunkeln.

Und lass dich nicht von Zungen überreden — bei Allāh und der Vernunft / dem Grauhaar und dem Islam und dem Tadel vorzugehen.

Al-Farazdaq:

Wer zu ʿAwwām geht und bei ihm trinkt / lässt das Fasten, und die vier (Pflichtgebete) werden nicht verrichtet.

Er verbringt die Nacht in Sünde und sein Kummer am Morgen / ist das Abkühlen des Getränks, und manchmal erbricht er.

Ich ging an ihrer Tür vorbei und sah sie / niedergestreckt liegend, und manche stehend, schwankend.

Da erinnerte ich mich an die Bewohner des Feuers, als ich sie sah / und pries demjenigen, der unsere Lage zeugte, durch sein Tun.

ʿAntar:

Mein Trinkgefährte, möge Allāh dich behüten — steh auf, sing mir / über die Todesbecher aus Blut, wenn ich trinke.

Und gib mir nicht den Becher des Weins — denn er / lässt den Verstand des Tapferen abirren und geht verloren.

Al-ʿAbbās ibn al-Aḥnaf:

Ich mied die Trinkgefährten aus Furcht vor dem Rausch — denn / ein Jüngling verliert nur seine Geheimnisse, wenn er berauscht ist.

Ibn Zaydūn:

Ich mied ihn nicht aus Zürnen — nur dass er / mir durch das häufige Trinken des Weins geschadet hat.

Und der Wein hat keinen Kater / der mich quält — wie erst mit dem Kater!

Aḥmad Shawqī:

Meidet den Wein und gehorcht Allāh / oder seid dem Buch gegenüber zufrieden.

Er ist Greuel — wohl dem Mann / der die Hand zurückhielt und bereute.

Er lässt die Hände zittern / und wer von den Handwerkern zittert, ist verloren.

Wahrlich, der Kluge ist, wer den Lauf der Zeit berechnet.

Khalīl Muṭrān:

Lass den Wein — dies ist der Rat eines Bruders — denn er / schwächt die Herzen und vernichtet den Verstand.

Und wo du Ruin und Elend findest / und den Ursprung nicht kennst — vermute ihn.

Ist er es nicht, der Häuser durch das Zerbrechen ihrer Säulen zerstörte?

Ist er es nicht, der Völker erschütterte und ihre Städte niederwarf?

Und alle Erzieher aus jedem Zeitalter / und alle Propheten verboten ihn.

Gegen ihn richteten die Hüter des Verstands einen Feldzug / und der beste der Eroberer ist, wer ihn führte.

Sie zerschlugen ihre Becher rasch / ohne die Fässer zu schonen.

Scheidung der Greisin, die die Kräfte schwächt / und die Mutter um ihr einziges Kind bringt.

Erstaunlich ist die zunehmende Zahl seiner Liebhaber / im Maß ihrer Alterung.

ʿAlī al-Jārim:

Das Wissen wurde getötet — wie schuf es Ausrüstung zum Töten / und Heere zur Vernichtung.

Es ist wie der Wein — es breitet Böses und Sünde aus / auch wenn sein Ursprung eine Weintraube ist.

ʿAbd al-Ḥamīd ad-Dīb:

Zu Allāh klage ich, was ich an Jugend verlor / in der Schänke des Weinschenkers und im Haus des Pfarrers.

Wer mich noch zum Becher ruft — ich habe / die Rechtleitung als meinen Becher gemacht und die Seele als meinen Begleiter.

Was ist hinter dem Wein außer einer Geschichte / die meine Trauer und die Schwere meines Elends darstellt?

Muḥammad al-Bazzam:

Fern sei er — ungetötet / und möge keine Einigkeit durch ihn getrübt werden.

Maʿrūf ar-Ruṣāfī:

Ihr seid nur wie ein voller Betrunkener / der zehn Pfund des Weins schlürfte.

Er geht zitternd auf dem Weg — mal / steht er auf und mal fällt er in den Schlamm.

Er streckt zur Wand die Hand der Stütze / und die Wände werfen ihn zurück wie in Erniedrigung.

Er öffnet dem Begegnenden ein böses Auge / und schließt es verschämt vor dem Schimpfen der Tadler.

Abū Miḥjan al-Thaqafī — nachdem er den Wein aufgab:

Ich sah den Wein gut und in ihm / Vorzüge, die den besonnenen Mann verderben.

Nein, bei Allāh — ich trinke ihn nicht in meinem Leben / und schenke ihn einem Trinkgefährten niemals ein.

Ayman ibn Khuraym über den Wein:

Ich enthalte mich seiner in den vergangenen Jahren / wie könnte ich mich nun vergnügen, nachdem das Leben gereift ist?

Wenn ein Mensch die Vierzig erreicht und keine / Scham und kein Schirm vor dem, was er begehrt, hat.

So lass ihn und beneide ihn nicht um das, was er tat / auch wenn das Schicksal ihm die Zügel des Lebens lang hält.

Mālik ibn Asmāʾ al-Fazārī:

Yaḥyā kam zu mir mit ihr, als ich schlief / und das Sternbild Orion war versunken und der Adler gesunken.

Da sagte ich: Trinke es am Morgen oder gib es einem anderen / denn nach dem Grauhaar — bei dir — und ich und der Wein?

Wenn ein Mensch die Vierzig erreicht und keine Scham hat / vor dem, was er tut, so lass ihn.

Abū l-Faḍl ʿAbdallāh:

Ich ließ den Nabīdh und seine Trinker / und wurde zum Freund dessen, der ihn tadelt.

Ein Getränk, das den Weg der Rechtleitung verirrt / und dem Bösen die Tore öffnet.

Abū l-Faḍl al-Mīkālī:

Du machst mir Vorwürfe wegen des Meidens des Weins und fragst: / Hat je ein Kluger unter den Männern ihn gemieden?

Er ist unter der Dunkelheit ein Licht und in den Eingeweiden eine Kühle / und in den Wangen eine Flamme.

Ich sagte: Du bist vom rechten Rat abgewichen / und die Rechtleitung hat keinen Anteil an dir.

Denn er zerreißt Vorhänge und tötet Verstände / und trägt Sünden für das Ende.

Yazīd ibn Muḥammad al-Muhallab:

Bei deinem Leben — das Übel am Becher ist unzählbar / auch wenn in ihm Lust und Behaglichkeit sind.

Oft zeigt er dir die Verirrung als Rechtleitung / und manchmal bildet er ein, dass die Wohltäter sündigten.

Und dass der aufrichtige Freund in seiner Zuneigung ein Feind sei / und dass das Lob der Lobenden Schmähung ist.

Ich habe die Brüder des Nabīdh erprobt — und selten / dauert unter den Brüdern des Nabīdh die Bruderschaft.

Ibn Sīnā:

Drei sind die Vernichter der Menschen / und Bringer des Gesunden zur Krankheit:

Dauerndes Trinken und dauernder Beischlaf / und das Einführen von Speise über Speise.

Bakr ibn an-Naṭṭāḥ:

Es wird uns klar durch den Verständigen unter unseren Verständigen / wenn wir die Gläser einander reichen —

Ich sehe, dass der Becher dem Niedrigen einen Tadel bringt / und den Charakter des Edlen lässt, wie er ist.

Ich sah den Menschen mit dem wenigsten Verstand, wenn er berauscht war / (waren) die mit dem wenigsten Verstand, wenn sie nüchtern waren.

Yaḥyā ibn Nawfal, der einen Betrunkenen schmäht:

Was Bilāl betrifft — das ist derjenige / den der Trunk hin und her schwanken lässt, wohin er neigt.

Er verbringt die Nacht, den alten Trunk schlürfend / wie das Schlürfen des Säuglings, der die Entwöhnung fürchtet.

Und er erwacht verwirrt und schläfrig — / du glaubst, infolge der Trunkenheit stehe er schief.

Und er geht schwach wie der Gang des Ohnmächtigen — / du glaubst, beim Gehen habe er eine Fessel.

Abū l-Aswad ad-Duʾalī:

Lass den Wein — mögen die Verführten ihn trinken! Denn wahrlich / ich sah seinen Bruder, der ausreicht anstelle seiner.

Wenn er nicht er ist oder er nicht er ist — so ist er doch / sein Bruder, dem Vater gleichend, dem Sohn ähnlich.

Isḥāq ibn Suwayd:

Was den Nabīdh betrifft — er entwürdigt den Trinker / und du siehst keinen Trinker, den das Wasser entwürdigt.

Im Wasser ist das Leben aller Menschen / und im Nabīdh, wenn du ihn trinkst, ist die Krankheit.

Imam ʿAlī ar-Riḍā:

Wer den Wein als seine Heilung macht / den heile Allāh nicht von seiner Krankheit.

Ein Unbekannter:

Wenn das von einem Nabīdh ist, den ich trank / so bereue ich das Trinken des Nabīdh.

Kopfschmerzen und Knochenschmerzen und Erschöpfung / und Kummer, der beim Morgengrauen im Leib bleibt.

Ein Unbekannter:

Bei deinem Leben, wenn ihr berauscht oder nüchtern seid / wart ihr schlechte Trinkgefährten, ihr Leute von ʿĀmir.

Ein Unbekannter:

Wer vom geminen Becher im Zahn angeschlagen wird / muss eines Tages schlecht handeln und unwissend werden.

Und ich sah kein gesuchtes Ding, das elender als Beute / und niedriger für die Edlen und geringer wäre.

Und das würdiger wäre, einem Edelmütigen zu begegnen, der es tadelt / und es trinkt, bis er niedergestreckt hinfällt.

Bei Allāh — ich weiß nicht, ob Wahnsinn sie traf / oder das Leben mit ihm für sie unklar wurde.

Ḥassān ibn Thābit lobpreist einen berühmten arabischen Helden der Jāhiliyya:

Erschrick nicht vor ihm, o Kamelstute — denn er / ist ein Weintrinker, ein Entfacher von Kriegen.

Ḥassān ibn Thābit:

Als ob ein Wein aus dem Haus von Rās / dessen Mischung Honig und Wasser ist.

Wir trinken ihn, und er lässt uns zu Königen werden / und zu Löwen, die kein Begegner zähmt.

Ḥassān ibn Thābit:

Wahrlich jenes, das du mir gabst und ich zurückgab / wurde getötet, getötet — bring sie, die ungetötete.

Beide sind das Melken des Presssafts — reiche mir / mit einem Glas, das lockerer von beiden für die Zunge ist.

Imruʾ al-Qays sprach, als ihm die Nachricht vom Tod seines Vaters Ḥijr überbracht wurde: »Er ließ mich als Kind verwaist und belud mich mit seiner Blutschuld als Erwachsenen. Keine Nüchternheit heute, kein Rausch morgen — heute Wein und morgen die Sache!«

Mein Freund — kein Ausweg heute für den Trinker / und morgen auch nicht, wenn das so weitergeht.

Imruʾ al-Qays:

Der Wein wurde mir erlaubt — ich war ein Mann / durch das Trinken davon in beschäftigendem Werk.

So trinke ich heute ohne zu sündigen / noch Übel von Allāh zu erwerben, noch ein Uneingeladener.

Imruʾ al-Qays:

Verrat deine Geheimnisse nicht den Leuten / und heile deine Sorgen mit dem Becher.

Denn Iblīs trotz allem, was er hat / ist barmherziger zu den Menschen als die Menschen.

ʿAntar:

Ja, wahrlich, er ist das beste Heilmittel für den Trinker / auf, schenk mir ein, bevor du gehst.

ʿAntar:

Wir trinken, bis wir die Pferde um uns / als Dunkelrappen sehen, und bis wir den Raben für Rotschimmel halten.

ʿAntar:

Wenn die Männer beim Trinken von Wein schwärmen / und ihr Verstand durch den Wein der Fässer getrübt wird —

So wird mein Verstand nicht durch Wein getrübt / und ich höre nicht auf das Lachen der Weinflaschen.

Ḥātim aṭ-Ṭāʾī:

O Māwī — wenn ich sterbe, so eile mit einer Handvoll / Wein her und besprenge damit mein Grab.

Wäre das Auge des Weins im Kopf einer alten Stute / aus Löwen und Graurossen, stürmten wir auf den Wein.

Al-Mutanabbī:

Das Leben ist nur im Wahnsinn der Jugend / wenn er vergeht, dann im Wahnsinn des Weins.

Al-Mutanabbī:

Alles von Blut ist verboten zu trinken / außer dem Blut der Weintraube.

So schenke mir ein — meine Seele sei dein Lösegeld für deine Augen / von einer Gazelle, mein ganz Hab und Gut.

Al-Mutanabbī:

Ich fand den Wein überwältigend / er wühlt im Herzen seine Sehnsüchte auf.

Er verdirbt dem Menschen seine Erziehung / aber er verbessert seine Charakterzüge.

Das Edelste des Jünglings ist sein Verstand / und der Verstandsvolle hasst es, ihn auszugeben.

Gestern starb ich durch ihn einen Tod / und wer den Tod einmal kostete, begehrt ihn nicht.

Abū Tammām:

Gelblich — die Farbe der Gesundheit, die seiner Gestalt / das Gewand einer gelben Krankheit umlegte.

Er tötete ihn heimlich und sagte dann öffentlich / die Worte des al-Farazdaq: Nicht durch eine weiße Gazelle.

Al-Buḥturī:

Wenn mein Tag kein Tag des Weins und kein Tag / der Jünglinge ist, so gehört er nicht zu meinem Leben.

Wenn er mit Laute und Wein bevölkert ist / so ist das mein Glück — bei meinem Leben.

Al-Buḥturī:

Wasser weckt in mir keine Trunkenheit / so reiche mir den Sturmtrank jenes Weins.

Es genügt dir, seine Schärfe zu brechen / mit dem reinen Gesang über ihm.

Ich schwor, ihn nicht gemischt zu trinken / wenn er nicht gemischt wird mit dem Speichel von Lippen.

Abū Firās al-Ḥamdānī:

Und Sklavinnen wie Puppen, die uns einschenken / zwei Becher aus einem Seitenblick und dem Wein.

Und wenn sie den Trinkgefährten ihren Becher darboten / sangen wir die Verse des Sohnes von Aws aṭ-Ṭāʾī.

Bashār ibn Burd:

Du bist in ihrem Herzen an der Stelle des Getränks / dessen Trinken begehrt wird und vor dessen Kopfschmerz man sich fürchtet.

Bashār ibn Burd:

Manch einen Becher wie Salsabīl / trank ich bei ihm, während die Augen um mich schliefen.

Er wurde für die Käufer im Haus von Rās zurückgehalten / lange vergoren, über ihm das Siegel.

Er hauchte einen Hauch und bewegte meinen Trinkgefährten / mit einer Brise, und sein Katarrh trennte sich.

Ibn ar-Rūmī:

Wenn er in den Knochen eines alten Mannes wandert / geht die Geschmeidigkeit der Glieder und die Schlaffheit der Gelenke.

Er gibt ihm den Ast der Jugend zurück, der verblüht war / frisch wie der schwebende Ast des Bān-Baums.

Wenn er mit der Sorge in der Wohnung seiner Familie einkehrt / trägt er die Beschwerde der Unterdrückten zur Klage.

Al-Akhṭal:

Wir tranken und starben einen vorislamischen Tod / — sein Volk ist fortgegangen, ohne Muḥammad zu kennen —

Drei Tage lang; und als sich / die Funken der Atemzüge wieder sammelten und zurückkehrten —

Lebten wir ein Leben, das weder Auferstehung über uns brachte / noch eine Versammlung, deren Termin zu uns kam.

Und wir sagten zu unserem Mundschenk: Es liegt bei dir — bring uns zurück / zu etwas Ähnlichem wie gestern; denn die Wiederkehr ist lobenswert.

Er brachte ihn, als ob in seinem Gefäß / der Mars-Stern wäre, der klar und schäumend war.

Er duftet nach Wasser, das dem Wohlgeruch in seinem Duft gleicht / wenn Hand um Hand den Becher entgegennimmt.

Er tötet und belebt nach dem Tod, und sein Tod / ist köstlich, und sein Leben ist noch köstlicher und lobenswerter.

Al-Akhṭal:

Ach, tadle mich nicht wegen des Weins, du Tadelsucher / und bringe mich nicht um — denn im Schicksal ist ein Mörder.

Lass mich — denn der Wein ist das Vergnügen des Jünglings / auch wenn der Tadler von mir sagten, ich sei der Ungebundene.

Wahrlich bin ich ein Weintrinker — wenn mich alle verließen / dem sein Becher in der Trauer der Zeit treu blieb.

Al-Akhṭal:

Und ein Becher wie das Auge des Hahns — rein / der den Trinkenden daraus den Verstand vergessen lässt.

Wenn der Jüngling drei (Becher) davon trinkt / ohne Wasser, versucht er aufzuragen.

Er schreitet mit quraischitischem Gang, daran kein Zweifel / und lockert die Überwürfe seiner Lendentücher.

Aḥmad Shawqī:

Rot oder gelb — ihr Edler / ist wie die anmutigen Mädchen, jede Schöne mit Geschmack.

Aḥmad Shawqī (in Abkehr vom Wein):

Der Ramadan ist vorbei — bring sie, o Mundschenk / sehnsuchtsvoll eilend zur Sehnsuchtsvollen.

Wie oft war er reichlich an seinen Begleitern / und wie selten im Gehorsam gegenüber dem Schöpfer.

Allāh ist der Vergeber aller Sünden / wenn noch Reste von Sünden übrig sind.

Gestern waren wir Gefangene des Gehorsams / und heute schenkte das Fest die Freilassung.

Sie lächelte mich an aus Freude — und stets war / die Tochter der Weinstöcke von edler Herkunft.

Bring sie mir! Schenk sie mir ohne Nachwirkungen ein / bis uns das Krähen des Hahns aufschreckt.

(Der Hahn: als Metapher für den Morgen-Gebetsruf)

Ḥāfiẓ Ibrāhīm:

Diese Dunkelheit weckte meine verborgene Krankheit / o ihr Einschenker — her mit dem Wein!

Mit dem Becher oder dem Kelch oder beiden / oder mit den Fässern — denn in ihm ist meine Heilung.

Ein Duftiger — wäre es nicht die Gottesfurcht, wunderte ich mich / über sein Verbot — und die Schuld liegt bei den Alten.

Sie näherten sich dem Gebet betrunken / nachdem das Buch mit Weisheit und Klarheit herabgesandt war.

O Gattin des Sohnes der Wolken, o Schwester des Glücks / o Feindin der Sorgen in den Eingeweiden.

O Medizin des Galenus in all seinen Arten / warum sehe ich dich voll von Feinden?

Sie pressten dich heimlich aus der Wange des Sternbilds Suhayl / dann verstecktest du dich in der Seele der Dunkelheit.

Und du verweiltest darin vor Nūḥ eine Epoche / und die Hände der Zeiten gaben dich weiter.

Bis Allāh beschloss, dass du dich verschönern mögest / in der Hand des Großzügigen und der Handfläche der Adligen.

O mein Gefährte — wie soll ich vom Wein lassen / da ich mit den Sorgen von Krankheit bedrückt bin?

Und die Nacht belehrte sie ihr Vater über mein Unglück / so sind die Söhne dem Willen ihrer Väter.

Ich verband den Sohn der Wolke mit ihr / und sah die Gesundheit dessen, was der Ṭāʾī erzählte:

(Sie war widerspenstig, und die Mischung / zähmte ihr schlechtes Wesen — so lernte sie die gute Natur des Wassers.)

Al-Akhṭal aṣ-Ṣaghīr:

Die Faszinationen der Schönheit und der Aufruhr der Becher / färbten die Legenden der Liebe mit meinen Wunden.

Die Liebe und der Wein wurden in der Nacht meiner Geburt geboren / und werden mit mir auf meinen Brettern getragen.

O du, der die Traube schlachtete — er färbte seine Hand / mit ihrem Blut — gepriesen sei er als Schlächter!

Ich bin nicht zufrieden, wenn die Trinkgefährten / die Trägheit der Liebe und das Gähnen der Becher zeigen.

Die Höflichkeit des Trinkens — wenn der Wein im Becher tobt — ist, / dass du nicht nüchtern bleibst.

Ismāʿīl Ṣabrī:

Lass den Becher aufgehen wie einen Stern in Herrlichkeit / und lass ihn im Kreis des Trinkgenossenkreises kreisen.

Schenk mir ihn ein, bis ich keinen Rat mehr verstehe / den zu hören mich anwidert.

Reich ihn mir unvermischt — und lösche nicht das Licht aus / das die Schönheit ihrer verschütteten Seele schmückt.

Und lass ihn kreisen — eine Wange — und grüße die Zechgenossen / mit der Bartflaum-Begleiterscheinung und genieße meinen Lobpreis.

Eine Runde, in der das Gehörte den Rost der Ohren aufhellte / und die Augen des Schauenden erfreute.

Von einem Sänger, der die Sorgen mit Saiten bekriegt / und so die Zügel der Leidenschaften in die Hand bekommt.

Und eine Gazelle, süßer als Sicherheit, schreitet / mit Bechern der Leidenschaft und des Weins.

Seit ihr die Wange des Weins berauschte / stieg Schaum aus seinem Perlengehege auf.

Ibrāhīm al-Māzinī:

Ja — gib mir Wein und schenke ein gemäß deiner Freigebigkeit / — ach, wie mancher Wohltaten sind dir eine Last!

Manch einen Becher, aus dem ich trank / hat mich nicht eine Sekunde beunruhigt.

Was wir von ihrer Zuneigung abwandten — bei Allāh — wir sind nicht / in Ruhe ohne sie.

Oft täuscht er dich — manchmal zeigt er dir das Abirren als Rechtleitung / und manchmal bildet er ein, dass die Wohltäter Übeltäter seien.

Und dass der aufrichtige Freund in seiner Zuneigung ein Feind sei / und dass das Lob der Lobenden Schmähung ist.

Ich habe die Brüder des Gärweins erprobt — und selten / dauert unter den Brüdern des Gärweins die Bruderschaft.

Jurj Ṣaydaḥ:

Der Mundschenk schritt vorbei und wir sagten: Bring sie! / Wir nehmen sie so, wie sie ist, mit all ihren Mängeln.

Manch ein Becher, dessen Lust erhöht wird / durch den Abdruck von Mündern an seinem Rand — bring sie!

Geh hin und wische nicht vom Becher den Wein / den die Lippe des zarten Mädchens geprägt hat.

Wenn wir ihn saugen, werden wir durch den Speichel berauscht / bevor wir durch seinen Geschmack betrunken werden — bring sie!

Bring sie — geschmolzenes Silber und Gold / der Frost wurde über sie gesetzt und sie entzündete sich.

Warum ist uns ihre Bitterkeit köstlich? / Das ist unsere Welt und das ist ihr Geheimnis.

Das Ausgezeichnetste der Lüste im Geschmack ist ihr Schlechtestes / wehe dem, der vor ihren Leiden schaudert — bring sie!

Abū Nuwās — Gedichte über den Wein:

Ich trotzte im Rausch dem, der mich tadelte / und der Zufall der Zeit verriet mich.

Als ich im Ausgelassensein ausschweifend war / ließ er mir die Zügel frei auf meinem Widerrist.

Kein Tag verging, an dem ich nicht / zwei Züge der Lust hatte:

Einen Becher reinen Weins und das Gesicht einer Gazelle / in deren Schönheit die Gedanken sich verlieren.

Ich erlangte das verbotene Vergnügen von ihr / und die anderen erlangten es durch Wünsche.

Wie manchen Genuss sagte ich, er habe ihn hervorgerufen / in der Mitte der Tafel — zwei Wächter.

Abū Nuwās:

Vergesst mich die Zufälle der Tage / und mein Leben wurde eng und mein Interesse gering.

Ich verbringe die Zeit mit edlen Trinkgefährten / dem Reiten der Lust und dem Trinken des Weins.

Und eine Gazelle, die die Seelen fesselt, wenn sie / das Gewand des Gebotenen enthüllt.

Abū Nuwās — eine Reue nach Ausschweifung:

Ich weinte — und nicht weine ich um Ruinen und wüste Orte / und keine Liebessehnsucht ist in mir, dass ich um Trennung weinte.

Doch ein Ḥadīth kam zu uns von unserem Propheten — / und das ist es, was meine Tränen über meinen Hals laufen ließ:

Das Verbot des Trinkens des Khamr und das Abraten davon; / als er es verbot, weinte ich um den Khamr.

So trinke ich ihn unvermischt und weiß, dass ich / deshalb mit achtzig (Hieben) auf meinem Rücken bestraft werden werde.

Abū Nuwās — Verse, in denen er den Ramadan schmäht (Beispiel islamischer Verwerfung):

Nutze den Ramadan / mit erlesenen Weinen aus Fässern.

Und schließ den Shawwāl ab mit Zecherei / und dem Gesang der Sängerinnen.

Und es sei an jedem Tag / für dich zwei Trunkenheiten darin.

Der Shawwāl hat uns Gunst erwiesen / und er verdient Dankbarkeit.

Er brachte das Zechen und die Ausschweifung / und das Loslassen der Zügel.

Der mir am besten liegende Monat / ist der, der am weitesten vom Ramadan entfernt ist.

(Diese und ähnliche Verse von Abū Nuwās sind Beispiele des Frevels und der Verderbtheit der Trunkenheit, die das Werk des Verfassers dokumentiert — nicht um dazu anzuleiten.)

Abū Nuwās — nach eigenem Bekenntnis über seine Hoffnung auf Vergebung:

Ich vertraute auf den Vergebenden Allāh für jeden Muslim / und werde mich vom Wein solange ich lebe nicht fernhalten.

(Diese Vertrauenskühnheit ist eine der gefährlichsten Fallen, die der Teufel dem Sünder aufstellt.)

Abū Nuwās:

Was ist der Verlust anderes, als mich nüchtern zu sehen / und was ist der Gewinn anderes, als mich der Rausch durchdringt?

Und nenne den Namen dessen, den du liebst, und lass mich die Andeutungen / denn kein Wert haben Lüste ohne offene Worte.

Und kein Wert in einer Tat ohne Zügellosigkeit / und kein Zügellosigkeit, der kein Unglauben folgt.

Abū Nuwās:

Ich hörte nicht auf, den Geist des Fasses zärtlich herauszuziehen / und sein Blut aus einem verwundeten Inneren zu schöpfen.

Bis ich mich beugte und zwei Seelen in meinem Körper hatte / und das Fass lag als Körper ohne Seele.

Abū Nuwās:

Ich vertraute auf den Vergebenden Allāh für jeden Muslim / so werde ich mich vom Wein solange ich lebe nicht fernhalten.

Abū Nuwās:

Wie manch einer, dessen Zunge die Scham fesselte / sodass seine Sprache durch Eingebung und Zeichen war.

Als ich den Schlaf in seinem Auge sah / der die Lider mit Schläfrigkeit gefesselt hatte —

Berührte ich ihn mit meiner Hand und sagte: Erwache! / O Herr der Zechgenossen und Trinkfreunde —

Bis ich die Sorge von dir entferne mit einem Trunk / der seinen Begleiter zu den Höhen emporhebt.

Er antwortete mir, während der Rausch seine Stimme dämpfte / und der Morgen den Rücken der Dunkelheit vorwärts stieß:

Ich verstehe, was du sagst / doch hielt die Heilung zurück die Heftigkeit des Weins.

Abū Nuwās:

Geh zum Wein, auch wenn er verboten ist / denn für die großen Sünden ist bei Allāh Vergebung.

Abū Nuwās:

Wecke deinen Trinkgefährten, der eingenickt ist / indem du ihm einen Becher in der Morgendämmerung einschenkst.

Unvermischt — als ob sein Schimmer / in der Hand des Trinkers ein Funken wäre.

Er lässt den Jungen so, als ob / seine Zunge davon verstummt wäre.

Man ruft ihn, und er hebt den Kopf — / doch wenn er sich aufgerichtet hat, fällt er wieder.

Ibn ar-Rūmī:

Ich werde demjenigen den Rücken kehren, dem das Schicksal den Rücken gekehrt hat / und ihn trinken — unvermischt sogar wenn Tadler tadeln.

Denn ich fand den Becher den edelsten Freund / der mir treu blieb, als mein Kopf vom Grauhaar umhüllt war.

Ibn ar-Rūmī:

Ich trank den Wein erfreut davon / und neigte nicht zum Antreiben des Trinkgefährten.

Verschönernd — das Leben der Seele ist in ihm / und von ihm die Gesundheit des kranken Körpers.

Wenn die Sorge ein Feuer in dir entzündet / gieß darauf das Wasser der Weinreben.

Denn nichts heilt deine Krankheit wie der Wein / und nichts löscht die Feuer der Sorgen.

Al-Farazdaq:

Versiegelt seit der Zeit des Kisrā ibn Hurmuz / kamen wir zu ihr, als die jungen Hühner noch riefen.

Ich kam ihr am Tag des Gerichts zuvor, als er nahte / und es gibt nach dem Gericht keinen Anlass für die Jugend.

ʿUmar al-Khayyām:

Sie sagten: Enthalte dich des Trinkens der Tochter der Weinreben / denn sie bringt das Feuer der Hölle.

Und mein Vergnügen an ihrem Trinken eine Stunde / überwiegt in meinen Augen die Gärten des Paradieses.

Wo ist der freizügige Trinkgefährte? Wo der Morgentrunk? / Denn die Sorgen haben mein verwundetes Herz gequält.

Drei sind die liebsten Wünsche: ein Becher, Melodien und ein schönes Gesicht.

Daʿbal:

Das Heilmittel für das, was keine Heilung hat / ist eine unverheiratete Frau, die von einer anderen unverheirateten getragen wird.

Bis wenn der Schleier aufgehoben wird / und der Wein unsere Träume beherrscht.

ʿAmr ibn Kulthūm:

Auf — mit deinem Becher bringe den Morgentrunk / und lass nicht die Weine von Andarin übrig.

(Anm.: Der Becher: ein großer Becher; den Morgentrunk ausschenken; Andarin: Ortschaft in Syrien.)

Gemischt, als ob der Safran darin / wenn das Wasser sich damit vermischt, warm wäre.

(Gemischt: mit Wasser vermischt; der Safran: eine Pflanze, die dem Safran ähnelt.)

Er zieht den Begehrenden von seiner Lust ab / wenn er ihn kostet, bis er nachgibt.

Und ein Becher, den ich in Baalbek trank / und einen anderen in Damaskus und Qāṣirīn.

Al-Aʿshā:

Und einen Becher trank ich aus Vergnügen / und einen anderen nahm ich als Heilmittel davon durch ihn.

Al-Aʿshā:

Bei deinem Leben — der Wein, wenn du danach fragst / hat verschiedene Morgen- und Abendzeiten.

Bei uns am Morgen die Schlechtigkeit der Seele und Trübsinn / und die Erinnerung an Sorgen, deren Schmerz nicht nachlässt.

Und am Abend Wohlbefinden und Genuss / und viel Reichtum am Morgen der Trunkenheiten.

Al-Nāshiʾ al-Akbar:

Wenn ich nicht morgen einen Wein beile / der mit frischem kalten Wasser gemischt wird.

Dauerhaft — wenn sein Urteil an mir ungerecht ist / schritt ich auf dem geraden Weg.

Wenn der Edle von seinem Becher begeistert wird / ruft er ihn zur besten Sitte.

Al-Mankhil al-Yashkurī:

Und wahrlich trank ich von dem Dauernden mit dem kleinen und dem großen.

Wenn ich berauscht bin, dann bin ich / der Herr von Khawarnaq und Sadīr.

Und wenn ich nüchtern bin, dann bin ich / der Herr des Schäfchens und des Kamels.

Al-Walīd ibn Yazīd ibn ʿAbd al-Malik:

Zerbrich die Nachricht der Sorgen durch Frohsinn / und genieße die Zeit mit der Tochter der Weintraube.

Von einem Wein, den sein hohes Alter zierte / er ist eine Greisin, die die Epochen überragt.

Begehrenswerter für die Trinker am Tag seiner Enthüllung / als das edle Mädchen von edler Abstammung.

Er hat sich enthüllt und seine Beschaffenheit gereinigt / bis er in einem wunderbaren Anblick erschien.

Er ist ohne Mischung Funken / und mit Mischung fließendes Gold.

Als ob er in seinem Glas ein Licht wäre / das Helligkeit leuchtet im Auge des Schauenden.

Al-Walīd ibn Yazīd:

Oh ihr Fragenden über unsere Religion — / wir sind der Religion des Vaters von Shākir.

Wir trinken ihn rein und gemischt / mal warm und mal lauwarm.

Abū Miḥjan al-Thaqafī — Verse aus der Zeit seiner Reue:

Auf — schenke mir ein, mein Gefährte, Wein, denn ich / kenne, was der Barmherzige über den Wein herabgesandt hat.

Und sei freigebig mir gegenüber damit rein, damit ich mehr sündige / denn in seinem reinen Trinken vervollständigen sich die Sünden.

Er ist das Feuer — doch ich erlangte eine Lust / und erfüllte meine Begehren, auch wenn ein Tadler tadelt.

Abū Miḥjan al-Thaqafī — seine berühmten Verse, die ihm ʿUmar zum Vorwurf machte:

Wenn ich sterbe, so begrabt mich an der Seite einer Rebe / die nach meinem Tod meine Gebeine mit ihren Wurzeln tränkt.

Und begrabt mich nicht in der Einöde — denn ich fürchte / nach dem Tod, ihn nicht zu kosten.

Möge das Fleisch der Weintraube meinen Leib tränken / denn ich bin ihr Gefangener, nachdem ich sie getrieben habe.

Ṣafī ad-Dīn al-Ḥillī:

Sie sagten: Die Zeit ist leer — trink sie in Vorsicht. / Ich sagte: Unmöglich — das ist eine Sache, die sich nicht verbirgt.

Wie der Weg, und jeder, wenn er davon trinkt / sieht die Röte nach der Blässe in seinem Gesicht wandern.

Ṣafī ad-Dīn al-Ḥillī:

Greif nach der Gelegenheit der Lüste, bevor sie verfliegen / und wenn sie dich zum Wein ruft, folge ihr.

Wenn du an die Bereuer des Weins denkst / vergiss nicht ihre Trauer über verlorene Zeiten.

Ibn Shahīd:

Als er sich mit seinem Rausch sättigte und schlief / und die Augen der Wächter schliefen.

Näherte ich mich ihm trotz seiner Ferne / wie ein Freund, der weiß, was er sucht.

Ibn Hirmah:

Der Sohn des Gesandten ermahnte mich vom Wein / und erzog mich mit der Sitte der Edlen.

(Der Sohn des Gesandten: al-Ḥasan ibn Zayd ibn al-Ḥasan ibn ʿAlī ibn Abī Ṭālib.)

Und er sagte mir: Sei geduldig damit und lass sie / aus Furcht vor Allāh, nicht aus Furcht vor den Menschen.

Und wie soll meine Geduld damit sein, und meine Liebe / zu ihr ist eine Liebe, die sich in meinen Knochen eingepflanzt hat?

Ich sehe das Erlaubte mir als Übles / und das Wohlgefallen der Seele im Üblen des Verbotenen.

Ibn Dāraj al-Qasṭallī:

Ich wurde eingeladen — so lausche dem Ruf der Fröhlichkeit / und möge die Zeit dir gut sein — trink und sei froh.

Abū Bakr ibn ʿAmmār al-Andalusī:

Dreh das Glas — die Brise brach an / und der Stern wandte sein Zügel von der Nacht ab.

Und der Morgen schenkte uns seinen Kampfer / als die Nacht von uns den Ambra zurücknahm.

Ibn al-Muʿtazz:

Sie umkreiste uns mit dem Wasser der Wolke und dem Wein / Geliebte — der Wein wurde mit Seelen gemischt.

Erschaffen mit Wonne, alles daran neu / als ob ihre Wange Äpfelbüschel wären.

Ibn Zaydūn:

Wir sehnen uns nach dir, wenn der Wein unter uns kreist / und uns der Sänger singt.

Nicht die Becher des Weins zeigen von unserer Art / Anzeichen der Freude, noch lenken die Saiten uns ab.

Ibn Zaydūn:

Und eine Nacht, in der wir anhaltend Wein tranken / bis das Morgengrauen in der Nacht sich zeigte.

Und die Morgensterne kamen, schlagend in die Dunkelheit / und die Nachtsterne zogen fort und die Nacht war besiegt.

So nahmen wir von den Lüsten das Süßeste / und keine Sorge befiel uns, noch störte uns Trübung.

Außer dass hätte es gedauert, wäre meine Freude andauernd geblieben / doch die Nächte des Wiedersehens haben in ihnen Kürze.

Abū Bakr Muḥammad ibn ʿAbd al-Malik ibn Zuhr beschreibt eine Gruppe Betrunkener:

Und Aufgelegte auf den Handflächen — ihre Wangen / befiel sie der Morgentagsschlaf und er befiel mich.

Ich hörte nicht auf, ihnen einzuschenken und ihren Rest zu trinken / bis ich berauscht wurde und ihnen widerfuhr, was mir widerfuhr.

Und der Wein weiß, wie er seine Rache nimmt / ich neigte sein Gefäß und es neigte mich.

Laqīṭ ibn Zurāra:

Ich trank den Wein, bis ich meinte, ich sei / Abū Qābus oder ʿAbd al-Madān.

Ich wandle unter den Söhnen des ʿUdus ibn Zayd / sorglos, mit gelöster Zunge.

ʿUbayd ibn al-Abraṣ:

Der Wein ist es — man nennt ihn euphemistisch »aṭ-Ṭilā« / wie der Wolf euphemistisch »Abū Jaʿda« (Vater der Locke) heißt.

(Der Wolf — obwohl sein Beiname schön klingt, ist sein Handeln hässlich; als Gleichnis für jemanden, der dir Freundlichkeit zeigt und dabei dein Verderben will.)

Muslim ibn al-Walīd (»Ṣarīʿ al-Ghawānī« — »Der von den Schönen Niedergestreckte«):

Wenn ihr beide mich mit einem dauerhaften Wein tränken wollt / tötet ihn nicht; jeder Tote ist verboten.

Wir mischten Blut einer Rebe mit unserem Blut — / und so erschien in den Farben von uns das Blut dem Blut gleich.

Al-Ḥusayn ibn aḍ-Ḍaḥḥāk:

Sie hatten so viel getrunken, dass ihre Hälse / vor Weichheit schienen, als wären ihnen keine Knochen erschaffen worden.

Al-Ḥusayn ibn aḍ-Ḍaḥḥāk:

O ʿAmr — hast du Lust auf den Morgentrunk? / Komm heran zu Ṣafiyya jeden Morgen.

Er stand auf mit halbgeschlossenen Augen / und goss ihn wie die Halsadern des Geschlachteten.

Er ließ einer vergangenen Trunkenheit eine weitere folgen / und überließ die Nüchternheit dem Verschlossenen und Geizigen.

Ibrāhīm blickt auf al-Ḥasan ibn Wahb, als dieser betrunken ist:

Deine Augen haben mir berichtet, wie deine Nacht war / und wie sie war.

Und oft hat ein Auge dir gezeigt / die Nacht seines Besitzers — des Verhafteten.

Al-ʿAttābī:

O Mundschenk, widme mir das, was du liebst — / mische meine Becher nicht, Allāh erhalte dich.

Lass ihn unvermischt — denn ich mische ihn, / wenn ich ihn trinke, mit dem Gedenken dessen, den ich liebe.

Ashjāʿ as-Sulamī:

Kein Leben außer im Wahnsinn der Jugend / wenn er vergeht, dann im Wahnsinn des dauernden Weins.

Ein Becher — wenn ein Greis ihn fünfmal hintereinander trinkt / sieht er aus als hätte er das Gewand der Jugend angelegt.

Abū Miḥjan — weiteres:

Auf, schenke mir ein, mein Gefährte, ich bin wissend / über das, was der Allbarmherzige über den Wein herabgesandt hat.

Ein arabischer Beduine schalt seinen Sohn wegen des Trinkens von Nabīdh, doch er hörte nicht auf und sagte:

Wegen eines Schlucks Wein, den ich trank / bist du jetzt auf mich böse — angenehm ist mir der Wein geworden.

Ich werde trinken — sei böse, nicht zufrieden — beides ist mir / angenehm: dich zu entrüsten und der Rausch.

Ein Unbekannter:

Als wir davon tranken und sein Kriechen kroch / zur Stätte der Geheimnisse, sagte ich zu ihr: Halt inne!

Ich fürchtete, ihr Strahl würde über mich herfallen / und meine Versammlungsgenossen über mein verborgenes Geheimnis informieren.

Ein Unbekannter:

Wenn der Magen brodelt, bewirft ihn mit der Belagerungsmaschine / mit drei Teilen von Nabīdh, der nicht süß und dünn ist.


Schluss — Eine zusammenfassende Betrachtung

Der Verfasser — Allāhs Erbarmen sei mit ihm — hat mit dieser umfassenden Sammlung aus Qurʾān, Sunna, Rechtsurteilen, Medizin und Literatur das volle Bild des Khamr gezeichnet: seine Geschichte, sein Verbot, seine Schäden, und die Haltungen der Menschen zu ihm durch die Zeitalter. Durch die Sammlung der Weinlyrik zeigt er, dass selbst die Dichter, die den Wein priesen, in Wahrheit gegen ihr eigenes Wohl handelten und oft — wie bei Abū Nuwās — in Reue endeten.

Die Botschaft bleibt: Der Islam verbot den Khamr nicht aus Strenge, sondern aus Erbarmen mit dem Menschen und zum Schutz seines Verstands — der edelsten Gabe Allāhs an die Menschheit. Und was das Recht des Herrschers verbot, konnte Amerika mit Millionen nicht durchsetzen — doch der Glaube bewirkte es in einem einzigen Augenblick, als die Sahāba beim Ruf »Der Khamr ist verboten!« ihre Becher zerschlugen und ihren Wein auf die Straßen der Medina ausgossen.

Und Allāh weiß es am besten.