Ansteckung — Hunde, Pest, Literatur und Abschluss
- 1. Ansteckung — Grundlagen der Infektionslehre und islamische Regeln
- 2. Ansteckung — Übertragungswege, Prävention und Behandlung
- 3. Ansteckung — Pest, Literatur und Abschluss
Krankheiten durch Hunde
Von Āʾisha, Allahs Wohlgefallen sei mit ihr, berichtet der Prophet ﷺ: {Fünf Schädlinge dürfen in der Wallfahrt und außerhalb getötet werden: die Ratte, der Skorpion, der Milan, die Krähe und der bissige Hund.} [Ṣaḥīḥ al-Bukhārī]
Scheich al-Ṭanṭāwī, Allahs Erbarmen sei mit ihm, schreibt über die Rechtsfrage zur Reinheit des Hundes:
Die Meinungen der Rechtsgelehrten sind geteilt: Nach al-Shāfiʿi ist der Hund ganzheitlich unrein; nach Mālik ganzheitlich rein; Abū Ḥanīfa hält den Speichel für unrein, das Fell für rein; Ibn Taymiyya stimmte Abū Ḥanīfa zu. — Das schädliche Tier darf getötet werden; doch der Gesandte ﷺ gebot, bei der Tötung keine Qual zuzufügen.
1. Tollwut
Tollwut ist eine Viruserkrankung warmblußtiger Tiere — besonders Hunde, Füchse und Wölfe. Das Virus befällt das Zentralnervensystem und ist nach Symptombeginn nahezu immer tödlich. Übertragung: durch den Biss infizierter Tiere. Sofortige Wundbehandlung und Schutzimpfung verhindern den Ausbruch.
2. Echinokokkose (Blasenwurm)
Ausgelöst durch den Bandwurm Echinococcus granulosus, der im Darm von Hunden und Wölfen lebt. Über verunreinigte Nahrung gelangen Larven in den menschlichen Körper und bilden Zysten in Leber, Lunge, Gehirn oder Knochen. Behandlung: chirurgische Entfernung.
Dr. Aḥmad Zakī: Die Rede der Läuse
Dr. Aḥmad Zakī, Allahs Erbarmen sei mit ihm, schreibt in der Zeitschrift al-Risāla (Ausgabe 9) einen literarisch-satirischen Text aus der Perspektive der Läuse über ihren Zusammenhang mit dem Typhus:
Es bereitet euch, ihr Menschen, kein Vergnügen, wenn wir, die Läuse, euch ansprechen — denn in euren Augen sind wir das Zeichen des Schmutzes. Dabei ernähren wir uns ausschließlich von eurem Blut. Der saubere Körper ist uns oft sogar lieber — doch er wäscht und wechselt ständig und schneidet uns von unserer Nahrung ab, sodass wir in zwei bis sieben Tagen sterben. Ihr sagt, wir seien die Ursache tödlicher Krankheiten wie Typhus. Die Wahrheit ist: wir erschaffen die Krankheit nicht — die Ursprünge der Seuchen sind in euch selbst; von eurem Blut nehmen wir sie und tragen sie weiter.
Islamische Quarantäne und das prophetische Wunder
Der Islam verlieh dem, der in einem Seuchengebiet verbleibt und die Quarantäne einhält, den Lohn des Märtyrers. Wer flüchtet, wird wie ein Deserteur behandelt. Von Äʾisha, Allahs Wohlgefallen sei mit ihr, berichtet der Prophet ﷺ:
Meine Gemeinde wird nicht vergehen außer durch das Schwert und die Pest. Ich fragte: O Gesandter Allahs — was ist die Pest? Er sagte: Eine Beule wie die Beule des Kamels. Wer an einem Ort mit Pest verbleibt, ist wie ein Märtyrer; wer flüchtet, ist wie jemand, der vor dem Feind flüchtet.
[Überliefert von Aḥmad, Abū Yaʿlā und al-Ṭabarānī in al-Awsaṭ; die Ketten des Aḥmad sind zuverlässig (thiqāt), die übrigen sind gut (ḥisān).]
Die Quarantäne gehört zu den wichtigsten Mitteln der Seuchenprävention. Die prophetischen Berichte haben ihre Grundsätze zu einer Zeit festgelegt, als weder die Medizin noch die europäischen Gelehrten die einfachsten Begriffe der Ansteckung kannten — ein eindrucksvoller Beweis für das medizinische Wunder der prophetischen Tradition.
Abschluss
Dieses Kapitel zeigt, dass der Islam — lange vor der modernen Medizin — Maßnahmen zur Prävention, Quarantäne und Hygiene einführte, die sich heute als wissenschaftlich fundiert erweisen. Der Verfasser Dr. Mufāq Quwaydar schließt das Kapitel mit dem Lobpreis Allahs, des Herrn der Welten.