الدكتور موفق قويدر · نظرات في الطبِّ والأدبِ والإسلام

Seelische Gesundheit — Heilende Grundsätze und Wunder des Korans

Seelische Gesundheit zwischen Medizin und Islam

Heilende Grundsätze der seelischen Gesundheit

Wie es vorbeugende Mittel gibt, die seelische Störungen verhindern, gibt es auch heilende Mittel für denjenigen, dessen seelische Gesundheit bereits gelitten hat. Zu diesen Mitteln gehören:

1. Die Zuflucht zu Gott

Durch starken Glauben, Gottesfurcht und aufrichtiges Tauhid. Gott spricht: „Diejenigen, die glauben und ihren Glauben nicht mit Unrecht (Schirk) vermischen — ihnen gebührt Sicherheit, und sie sind rechtgeleitet.“ [al-Anʿām, 82]

Imam Ibn al-Qayyim nennt unter den größten Ursachen der Herzensweite das Tauhid — die reine Gottesverehrung: „Je vollkommener und stärker das Tauhid ist, desto weiter ist die Brust seines Trägers. Gott spricht: ‚Wen Gott leiten will, dem weitet er die Brust für den Islam.'“ [al-Zumar, 22]

2. Gute Taten

Gott spricht: „Wer Gutes tut — Mann oder Frau — und dabei gläubig ist, dem werden Wir ein gutes Leben bescheren.“ [al-Nahl, 97]

Gute Taten — Almosen, Helfen, Besuchen Kranker — aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns, schütten Oxytocin und Serotonin aus und erzeugen ein tiefes Gefühl der Sinnhaftigkeit. Die positive Psychologie (Seligman) hat wissenschaftlich belegt, dass Altruismus einer der stärksten Faktoren für dauerhaftes Wohlbefinden ist.

3. Das Gedenken Gottes — Dhikr

Gott spricht: „Wahrlich, durch das Gedenken Gottes finden die Herzen Ruhe.“ [al-Raʿd, 28]

Das Dhikr kennt zwei Formen: das Gedenken mit dem Herzen — durch Nachdenken über die Geheimnisse der Schöpfung — und das Gedenken mit der Zunge — durch Tasbih (Subhānallāh), Tahmid (Al-hamdu lillāh), Takbir (Allāhu Akbar) und Tahlil (Lā ilāha illallāh). Die Wirkung des Dhikr auf das Gehirn ist wissenschaftlich belegt: Es aktiviert den präfrontalen Kortex, beruhigt die Amygdala und erzeugt Alpha-Wellen — den Zustand tiefer Entspannung.

4. Das Lesen des Korans

Gott spricht: „O ihr Menschen! Es ist euch eine Ermahnung von eurem Herrn gekommen und eine Heilung für das, was in den Herzen ist, und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen.“ [Yūnus, 57]

Und: „Wir senden vom Koran herab, was Heilung und Barmherzigkeit für die Gläubigen ist.“ [al-Isrāʾ, 82]

Das rhythmische Lesen des Korans — mit korrekter Tajwid-Aussprache — reguliert die Atmung, aktiviert das parasympathische Nervensystem und erzeugt einen Zustand tiefer Ruhe, der dem der Meditation vergleichbar ist.

5. Gebet und Flehen — Duʿāʾ

Der Gesandte Gottes, Friede sei mit ihm, lehrte eine Reihe von Gebeten für seelische Belastungen. Darunter: „O Gott, ich bin dein Diener, Sohn deines Dieners und deiner Dienerin. Mein Schopf ist in deiner Hand. Dein Urteil über mich ist erfüllt, dein Beschluss über mich ist gerecht. Ich bitte dich durch jeden Namen, den du dir gegeben hast, oder in deinem Buch gelehrt hast, oder einem deiner Geschöpfe beigebracht hast, oder in deinem verborgenen Wissen bewahrt hast: Mach den Koran zum Frühling meines Herzens, zum Licht meiner Brust, zur Vertreibung meiner Trauer und dem Schwinden meiner Sorge.“ (Überliefert von Ahmad.)

6. Reue und Vergebungssuche — Istighfār

Der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Wenn den Menschen die Sünden überwältigen, dann ist das Istighfār ihre Befreiung.“ Das Schuldgefühl — das Gewissen — ist eine natürliche seelische Belastung. Der Islam hat mit dem Istighfār ein direktes Mittel zur Auflösung dieser Belastung: die aufrichtige Reue, der Entschluss zur Verbesserung und die Überzeugung, dass Gott vergibt.

7. Geduld bei der Prüfung

Der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Wie wunderbar ist die Sache des Gläubigen — all seine Angelegenheiten sind gut für ihn, und das gilt für niemanden außer dem Gläubigen: Wenn ihn Freude trifft, dankt er — das ist gut für ihn. Wenn ihn Leid trifft, ist er geduldig — das ist gut für ihn.“ (Muslim.)

8. Das Gebet — Salāt

Scheich Ali al-Tantawi — möge Gott ihn begnadigen — schreibt in „Al-Bawākir — Das Gebet und seine Geheimnisse“:

„Das Gebet ist der Anker des Gläubigen in den Stürmen des Lebens. Der Beter steht fünfmal täglich vor seinem Schöpfer — er legt alles ab: seine Sorgen, seine Angst, seinen Kummer — und wendet sich dem einzigen zu, der wirklich helfen kann. Der Moment der Prostration ist der Moment der vollkommenen Übergabe — und in dieser Übergabe liegt die tiefste Freiheit.“

Der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Meine Augenweide ist im Gebet.“ Das Gebet war für ihn kein Pflichtakt — es war Trost und Freude. Bilāl ibn Rabāh hörte beim Gebetsruf wie ein neuer Mensch — und der Prophet pflegte zu sagen: „Lass uns, Bilāl, durch das Gebet Ruhe finden.“

Zeichen des Wunderbaren in der Psychiatrie aus Koran und Sunna

Gegenseitige Solidarität und Unterstützung

Der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Das Gleichnis der Gläubigen in ihrer gegenseitigen Liebe, Barmherzigkeit und Fürsorge ist wie ein einziger Körper: Wenn ein Glied leidet, reagiert der ganze Körper mit Schlaflosigkeit und Fieber.“ (Al-Bukhari und Muslim.)

Die moderne Sozialpsychiatrie hat nachgewiesen, dass soziale Unterstützung der stärkste Schutzfaktor gegen psychische Erkrankungen ist. Starke soziale Netzwerke reduzieren das Risiko für Depressionen um bis zu 50%. Der Islam hat diese Erkenntnis vor 1400 Jahren institutionalisiert.

Humor und Heiterkeit in der prophetischen Sunna

Der Prophet, Friede sei mit ihm, pflegte zu scherzen — jedoch ohne jemals eine Unwahrheit zu sagen. Er spielte mit Kindern, wetteiferte scherzhaft mit seinen Gefährten und brachte Menschen zum Lächeln. Die Bedingungen des islamischen Scherzes: Er darf nicht lügen, niemanden verletzen und niemanden erschrecken. Humor ist eine der stärksten natürlichen Schutzmaßnahmen gegen Stress — er reduziert Cortisol, stärkt das Immunsystem und fördert soziale Bindungen.

Abstand von Spannungsherden

Der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Halte dich fern von dem, was dir schadet.“ Die moderne kognitive Verhaltenstherapie (CBT) lehrt das Gleiche: Expose yourself not to stressors you cannot control. Der Islam hat das Konzept der seelischen Hygiene — das bewusste Meiden toxischer Umgebungen und Menschen — vor 1400 Jahren formuliert.

Die Macht der positiven Erwartung — Husn al-Dhan billāh

Der Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Gott, der Erhabene, sagt: Ich bin bei der Meinung meines Dieners über mich.“ (Al-Bukhari und Muslim.) Wer Gutes von Gott erwartet, findet Gutes. Diese Haltung — die positive Grunderwartung — ist einer der stärksten Faktoren für seelische Gesundheit und Resilienz.

Und Gott ist der Allwissende, der Allweise.

← Seelische Gesundheit — Zorn, Neid, Hass und Gottvertrauen